Sonntag, 16. März 2014

"Black Dagger 22: Sohn der Dunkelheit" von J.R. Ward


Sohn der Dunkelheit: Black Dagger 22 - Roman
Der weite Weg nach Hause…

Mit dem zweiten Teil der Geschichte um Blay und Qhuinn finden J.R. Ward und ihre Black Dagger für mich zu ihren alten Stärke zurück: In einer wahnsinnig guten Mischung aus knallhart und zärtlich / erotisch kommen nicht nur die beiden Freunde endlich zueinander, sondern auch die übergreifende Handlung wird entscheidend weiter getrieben.
Ausnahmsweise gibt es hier mal wieder ein Fazit vorweg, weil ich glaube, dass weder das Buch noch die gleich folgende Rezension für jemanden Sinn machen, der die Serie nicht kennt. Von mir erhält die Geschichte mindestens 5 Punkte und eine Leseempfehlung für alle Fans. Die die es noch werden wollen, sollten unbedingt die Reihenfolge einhalten, da die Bücher aufeinander aufbauen. Der Einstieg lohnt sich aber auf jeden Fall! Nicht davon abschrecken lassen, dass "Sohn der Dunkelheit" schon der 22. Band ist. Wenn man einmal angefangen hat, ist das nämlich bei Weitem nicht genug!

Achtung! SPOILER möglich:
Nach einer gewissen "Müdigkeit" war ich doch sehr gespannt auf die Geschichte von Blay und Qhuinn und habe schon den letzten Band "Seelenprinz: Black Dagger 21" in einem Zug verschlungen. Auch "Sohn der Dunkelheit" konnte ich keine Sekunde aus der Hand legen. Endlich, endlich kommen die beiden sich wirklich näher und auch wenn die Annäherung sich zuerst hauptsächlich darin äußert, dass sie nur mit Mühe die Finger von einander lassen können, so beginnen sie doch auch tatsächlich miteinander zu reden. Besonders Qhuinn konnte das nie gut, was sich natürlich aus seiner Vergangenheit erklärt. Mit wem hätte er in seiner Familie auch reden sollen, wo er doch für alle immer nur eine peinliche Missgeburt war? Wie unfassbar furchtbar einige Dinge wirklich gewesen sind, konnte man bisher nur ahnen. Selbst Blay ist entsetzt, als er es endlich erfährt.

Immer wenn ich einen "Black Dagger" Roman aufschlage, habe ich das Gefühl, nach Hause zu kommen und Familienmitglieder wieder zu treffen. (Ja, ich weiß, dass das völlig bescheuert ist, aber ich kenne die Brüder mittlerweile schon ewig und war sozusagen auf jeder Hochzeit dabei...) Umso überraschter war ich, als (zumindest für mich) das Kernthema dieses Buches "Familie" ist. Deshalb passt in meinen Augen der deutsch Titel "Sohn der Dunkelheit" auch ausgezeichnet.
Qhuinn glaubt ja, dass all seine biologischen Verwandten tot sind und schon allein deshalb hat die Vorstellung einer Tochter, eines Menschen der völlig zu ihn gehört (und ihn vorbehaltlos liebt, so wie es in einer Familie sein sollte) einen ungeheuren Reiz für ihn.
Dabei übersieht er, dass sich Familien nicht nur über "Blut" definieren können: Längst stehen ihm die Brüder und natürlich besonders John und Blay näher, als es seine Verwandten jemals getan haben. Er ist Zurückweisung nur so sehr gewohnt, dass die Information, die schon lange in seinem Verstand wohnt, einfach bisher nicht in seinem Herzen angekommen ist.

Ein wirklich unerwartetes Wiedersehen löst schließlich die letzten Dämme und Qhuinn ... *grins* Selber lesen!!!!

Da ich ein Serienjunkie bin, gefällt es mir, dass die anderen Charaktere nicht unter den Tisch fallen, sondern sich kontinuierlich weiter entwickeln.
Besonders spannend sind natürlich im Moment die Schatten iAm und Trez (die Infos kommen ja leider nicht mal in Häppchen, dass sind immer nur Krümmel). Ich hoffe, dass sie auch irgendwann mal ihre eigenen Bücher bekommen.

Von Xcor und seiner Horde gibt es auch ein paar Schnipsel, wobei die wachsende Sehnsucht des Kriegers nach Layla den größten Raum einnimmt. Ich mehr als neugierig, wie diese Beziehung sich entwickelt.

Auch der Handlungsstrang um Assail und Sola bleibt interessant. Assail ist ein schillernder Charakter, der schwer bis gar nicht einzuschätzen bleibt: Einerseits hält er Rhev und damit Wrath schon irgendwie die Treue, andererseits geht er eine unheilige Allianz ein, die ich niemals vermutet hätte.

Habe ich noch was vergessen?
Ja! Erstens: Die Lesser werden wieder stärker. Und obwohl mich die "Gesellschaft" sonst manchmal eher nervt, fand ich es diesmal richtig spannend. Schließlich brauchen die Black Dagger einen fiesen Gegner und Xcor und seine Jungs... die sind irgendwie trotz allem auf derselben Seite. Hoffe ich zumindest.

Und zweitens: Mir gefällt es, dass geschildert wird, wie sich die Beziehung von Warth und Beth weiter entwickelt. Nach dem HE geht bei J.R. Ward eben nicht "das Licht aus". Die beiden haben ihre erste große Krise ja schon hinter sich und Beth will unbedingt ein Kind, was dem starken Kriegerkönig mächtigen Schiss einjagt (egal, wie er das ausdrückt). Abwarten, was uns "The King: Number 12 in series (Black Dagger Brotherhood)" bringen wird.

Um mit Layla zu sprechen: "Das Schicksal teilt uns zu, was wir brauchen." Es sieht nur manchmal anders aus, als wir es uns vorgestellt haben.
Für mich sind in diesem Buch nicht nur Blay und Qhuinn endlich zu Hause angekommen. Auch ich fühle mich bei den Black Daggern nach einem kleinen Durchhänger wieder voll daheim.


Bildquelle: amazon

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