Freitag, 11. April 2014

"Tarrs Garten" von Ricarda Heinz-Ornik (Jugendbuch)

Der letzte Sommer der Kindheit …

Tarrs Garten"Tarrs Garten" von Ricarda Heinz-Ornik ist ein wunderbarer, kluger Jugendroman, der aber auch erwachsene Leser problemlos in seinen Bann schlagen kann.
Nicholas weiß eigentlich genau, dass es keine kluge Idee ist, dem Schulschläger "G" hinterher zu spionieren, vor allem, als dieser mit seiner Clique auf dem Gelände eines halb verfallenen Altenheims verschwindet. Um die Bauruine ranken sich merkwürdige Gerüchte und Nicholas wird selber Zeuge, dass es dort anscheinend nicht mit rechten Dingen zugeht: Grauenvolle Schreie durchdringen die Nacht!
Trotzdem lässt ihn die Neugier nicht los. Er findet seinen Weg durch den völlig verwilderten Garten zu dem Gebäude und trifft dort auf Elli, die sich bestens auszukennen scheint und, im Gegensatz zu ihm, scheinbar völlig furchtlos ist. Aber sie hat ihre eigenen Geheimnisse.
Für Nicholas beginnt ein magischer Sommer, in dem er eine Menge über sich selbst und das Leben lernt. Wird er es schaffen, seine Ängste zu überwinden und im Herbst die richtigen Entscheidungen zu treffen?

Das Buch ist in meinen Augen eine echte Perle. Obwohl ich in meiner Inhaltsangabe das Wort "magisch" benutzt habe, ist es kein Fantasy-Roman mit übersinnlichen Wesen, die über Superkräfte verfügen. Es handelt von ganz normalen, durchschnittlichen Jungendlichen und ihrem nicht immer einfachen Alltag in der Schule, mit Gleichaltrigen und in der Familie. Nicholas und Elli stehen auf der Schwelle zwischen Kindheit und Erwachsenenleben und müssen lernen, für sich selbst und für die Dinge, die ihnen wichtig sind, einzutreten. Die Sommertage in dem verwilderten Garten geben ihnen Zeit und Raum, sich spielerisch mit ihren Ängsten auseinander zu setzen. Im Herbst sind sie ein ganzes Stück reifer und damit erheblich besser dazu in der Lage, sich Schwierigkeiten zu stellen und Probleme zu lösen.

Die "Magie" der Geschichte liegt vielleicht darin, dass es ihr wunderbar gelingt, die Leichtigkeit einzufangen, die die Sommer in der Kindheit trotz aller eingebildeten oder tatsächlichen Dramen immer hatten. Vielleicht liegt sie aber auch darin, dass sie ohne erhobenen Zeigefinger verdeutlicht, dass auch Erwachsene nicht immer perfekt sind. Aber vielleicht hat der geheimnisvolle Tarr sein Gartenreich ja doch verzaubert ...

Von mir gibt es auf jeden Fall 5 Punkte und eine Leseempfehlung, dann findet man es ja (vielleicht) für sich selbst heraus!

P.S.: Der Anfang ist zwar nicht schlecht, man glaubt aber in einer 08/15 - Story gelandet zu sein, in der es um einen Schulschläger und sein potentielles Opfer geht. So einfach ist aber nicht! Unbedingt weiterlesen!!! Es lohnt sich!!!
Ich werde, wie Nicholas und Elli sicher auch, noch eine ganze Weile an die Zeit in "Tarrs Garten" denken.


Bildquelle: amazon

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