Donnerstag, 9. Oktober 2014

"Dainas" von Robert Janis Tomsons


^^ Hier mal was ganz anderes auf meinem blog: 

Gedichte? Sind das nicht die fürchterlichen Reime, die wir in der Schule auswendig lernen mussten? Oder die pseudo-tiefsinnigen oder wenig lustigen Zeilen, die gequält lächelnde Kinder auf Geburtstagen von Senioren vortragen?

Mit seinen "Dainas" beweist Robert Janis Tomsons mir persönlich, dass es auch anders sein kann. Mich hat von Anfang an fasziniert, dass die Tradition, diese kleinen Vierzeiler zu schreiben in Lettland heute noch lebendig ist. Die Letten teilen sie z.B., indem sie sie auf kleinen Zetteln an öffentlichen Orten aushängen.

Ein Daina.
Das Erbe unserer Eltern.
In vier Zeilen.
Ein ganzes Volk versammelt.

Voller Leben, manchmal verrückt, oft nachdenklich sind die hier zusammengestellten Vierzeiler. Hin und wieder bringen sie den Leser auch zu Schmunzeln. Ich mag dieses hier ganz besonders gerne, weil es mich an meine eigene Kindheit erinnert:

Der Heuschober war unsere Burg.
Der bestellte Acker und Reich.
Die Kühe unsere Untertanen.
Wir versuchten immer ehrenvolle Könige zu sein.

Der Autor kombiniert seine Gedichte mit Fotos, die manchmal sehr kunstvoll sind und dann wieder wie die verwackelten Schnappschüsse eines Amateurs aussehen. Ich bin nun echt kein Kenner, aber die Kombination hat mir gut gefallen. Zusammen erzählen sie kleine Geschichten, mitten aus dem Leben und in all seinen Facetten.

Ich müsste nachzählen, wie oft ich das Wort "Leben" in dieser Rezi verwendet habe. Aber das trifft für mich am Besten, wie diese Gedichte auf mich wirken. Die Dainas haben mich berührt und ich lese sie gerne immer wieder.
Fazit: Modern, ungewöhnlich, voller Leben (!) !!!
Von mir gibt es 5 Punkte und eine nachdenklich-faszinierte Leseempfehlung.


Bildquelle: amazon

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