Sonntag, 16. November 2014

"Der Drachenprinz" von Mandy Rosko


Da brennt nix , es pappt nur …

Der Drachenprinz Azoth verbüßt seit 1000 Jahren seine Strafe wegen eine schrecklichen Tat: Er hat am Hochzeitstag seine Braut und deren Familie ermordet.
So wurde er dazu verdammt, einsam und alleine in einer Höhle über die Schätze seines Volkes zu wachen. Dann taucht völlig unerwartete seine tot geglaubte Braut wieder in seinen Armen auf. Wird sie ihm verzeihen können?
Diana ist eine schüchterne Grundschullehrerin, die entgegen dem Klappentext KEIN ereignisloses Leben führt. Sie bekommt nämlich andauernd sehr ungewöhnlichen Besuch, den sie allerdings mit erstaunlicher Gelassenheit hinnimmt. Die Natur scheint ihr eigentlich freundlich gesonnen, bis sie sich eines Tages in einem reinen Horrorscenario wiederfindet. Sie glaubt, ihr letztes Stündlein hätte geschlagen, aber sie erwacht relativ unverletzt in Azoths Bett.
Leider fehlt ihr die Erinnerung an ihre Vergangenheit. Diese kommt erst nach und nach zurück. Aber ein alter Feind trachtet ihr noch immer nach dem Leben …

Ich bin seit Wochen um diese Fantasy-Geschichte herumgeschlichen, wie die Katze um die Sahne. Ein gefangener Drachenprinz, eine schreckliche Hochzeitsnacht voller Blut und Geheimnisse, ein ungewöhnliches Schicksal, dass ihn mit seiner tot geglaubten Frau wieder zusammenbringt und ein alter, bösartiger Feind - das hört sich für mich nach einer großartigen Mischung voller Spannung, Drama, Mystik und Erotik an.
Leider heißt „Gut gemeint“ nicht immer auch „Gut gemacht“. Für mich liest sich das Buch, als hätte Mandy Rosko die Zutaten genommen, mit ganz viel Zucker aufgefüllt, in die Küchenmaschine gesteckt und auf den Schalter gedrückt. Nach kräftigem Umrühren ist ein süßlicher, pappiger Einheitsbrei herausgekommen. Brennendes Feuer und andere interessante Aromen werden total zugezuckert …

Azoth ist über 1000 Jahre lang ein Gefangener. Sein einziger Begleiter ist sein verhasstes Drachen-Ich. Das scheint aber seine Seele kaum zu berühren. Kaum liegt Diana wieder in seinen Armen, ist er der zärtlichste und perfekteste Liebhaber der Welt. Das Trauma, so lange völlig alleine zu sein, war für mich einer der interessantesten Aspekte der Geschichte. Es wird aber kaum angerissen.
Stattdessen häufen sich Schilderungen über praktische Extras der riesigen Gefängnishöhle(?) ohne Decke. Das Ding ist ein Luxusknast, wie geschaffen eine Frau zu verwöhnen. Blöd nur, dass die Prinzessin so lange verschollen war …
Ich bin richtig enttäuscht. Mandy Rosko kann interessante Charaktere mit Ecken und Kanten schaffen, die mitreißen und neugierig auf ihre Geschichten machen. Ich habe von ihr „The Dragon and the Wolf, A Prequel Novella (Things in the Night) (English Edition)“ auf Englisch gelesen, das mir gut gefallen hat.

Hin und wieder blitzen auch in „Der Drachenprinz“ tolle Ideen auf. Leider wird keine davon wirklich weiter verfolgt. Die Story ist mir viel zu glatt und oberflächlich. Der Zuckerguss über dem Einheitsbrei hinterlässt einen faden Nachgeschmack und Azoth und Diana keinen bleibenden Eindruck. Die beiden berühren mich einfach nicht. Ich habe mich fast gefreut, dass die Geschichte so kurz ist, für einen Bücher-Junkie wie mich ein eher ungewöhnlicher Gedanke.

Fazit: Hat mir nicht gefallen, also 2 Punkte. Leseempfehlung? Nö!!!

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