Montag, 10. November 2014

"Black Dagger 23: Nachtherz" von J.R. Ward


Nachtherz: Black Dagger 23 - RomanAus einer heißen Serie wird eine großartige Saga ...

Nachdem ich den letzten Band, „Sohn der Dunkelheit: Black Dagger 22“, geradezu verschlungen habe, konnte ich es kaum erwarten zu erfahren, wie es bei den Black Daggern weitergeht.


Mit „The King: Black Dagger Brotherhood Series: Book 12“ hat J.R. Ward in meinen Augen nun ein furioses Werk geschaffen, dass auf vielen verschiedenen Ebenen den Übergang in ein neues Zeitalter bei der Bruderschaft einläutet. Endlich liegt nun mit „Nachtherz: Black Dagger 23“ der erste Teil des Buches auf Deutsch vor!

Meine Rezension könnte Spoiler enthalten, deshalb hier zuerst einmal mein Fazit:
10 von 5 Punkten und eine Leseempfehlung für alle Fans. Für Neueinsteiger ist es ungeeignet. Es ist schwierig, der komplexen Geschichte zu folgen, die immerhin die Handlungsfäden von im deutschen 22 Vorgängerbänden bündelt und den Grundstein für eine neue Ära bildet, wenn man keine Hintergrundwissen hat.
Tipp: Einfach mit Band 1 „Nachtjagd: Black Dagger 1“ anfangen und sich freuen, dass noch so viele der tollen Geschichten vor einem liegen …

Aber nun zu „
Nachtherz“!!! Ab hier SPOILER möglich!!!
Wrath hat sich zwar oberflächlich betrachtet mit seiner Rolle als „Blinder König“ abgefunden, aber es nagt an ihm, dass er ohne Augenlicht dazu verdammt ist, den größten Teil seiner Zeit mit der sprichwörtlichen Feder, statt mit den Dolchen in der Hand zu verbringen. Außerdem baut sich zwischen ihm und seiner geliebten Beth mehr und mehr eine Distanz auf, die sich noch einmal vergrößert, als klar wird, dass sie unterschiedlicher Auffassungen von ihrer Zukunft haben. Beth möchte unbedingt ein Kind und betreibt auch hinter Warth Rücken so einiges, um endlich die Vorraussetzungen dafür zu schaffen. Warth dagegen will dies auf keinen Fall. Zu groß ist seine Angst um Beth, die Sorge seine Familie nicht schützen zu können und nicht zuletzt der Gedanke an die verhasste Last seines Erbes. Ist dies wirklich der Anfang vom Ende einer großen Liebe?

Natürlich werden parallel auch die anderen Handlungsstränge voran getrieben. Xcor findet Verbündete gegen den König in der Glymera. Die verabscheuen den rauen Krieger zwar, weil er nicht ihrem Bild von Perfektion entspricht, sind aber klug genug zu verstehen, dass sie eine starke Hand gegen Warth und seine treu ergebenen Männer brauchen. Dumm nur, dass Xcor langsam merkt, dass es auch noch etwas anderes als Krieg und Rache im Leben gibt. Seine Gedanken drehen sich zunehmend um eine wunderschöne Auserwählte, die entgegen aller Vernunft auch etwas für ihn zu empfinden scheint. Nur was?
Allerdings verfolgt die Glymera parallel noch einen zweiten Plan, um Wrath von Thron zu stürzen. Ein guter Vertrauter der Brüder wird dabei auf eine harte Probe gestellt. Wem wird er in Zukunft die Treue halten?

Richtig heiß und super spannend finde ich persönlich die Nebenhandlung um Assail und Sola. Hier sprühen die Funken! Mir gefällt außerdem Assails finstere Seite. Er ist für mich ein würdiger Nachfolger von Rhev, von dem man ja leider kaum noch etwas zu Lesen bekommt und Sola hat es faustdick hinter den Ohren. Ich hoffe wirklich, dass die beiden irgendwann ein eigenes Buch erhalten.

Der letzte größere Handlungsstrang dreht sich um die Schatten. Trez und IAm, um die es ja auch im nächsten Buch gehen wird. Die Geschichte der beiden Brüder ist erheblich tragischer und komplizierter, als es bisher den Anschein hatte. Liebe? Die sollte im Leben eines Schatten keine Rolle spielen. Aber was passiert, wenn sie sich dennoch ungefragt anschleicht? Auch auf die beiden Schatten-Brüder kommen turbulente und gefährliche Zeiten zu …

Fazit für mich: Ich liebe das Buch mit seinen ineinander verflochtenen Handlungssträngen. Diese tragen nur den komplizierten Beziehungen Rechnung, die sich im Verlauf der gesamten Geschichte nach und nach erschlossen haben.
Es macht Spaß, alte Bekannte zu treffen, zu sehen, wie sie sich weiter entwickelt haben und neue Aspekte ihrer Persönlichkeit kennenzulernen. Dabei bleibt J.R. Ward auch nach all der Zeit sich selbst und ihren Charakteren treu.

Treue ist mein Stichwort: Ich werde der Serie auf jeden Fall auch weiterhin treu bleiben.
Sie hat sich, genau wie ihre Protas, ebenfalls weiterentwickelt. Mittlerweile geht es längst nicht mehr darum, dass sich in jedem Band ein Pärchen findet, sondern es wird schon längst eine große Saga erzählt: Die, in der Wrath und die Bruderschaft der Black Dagger die ganze Vampiergesellschaft aus erstarrten, mittelalterlich anmutenden Verkrustungen löst und ins 21. Jahrhundert führt.
Das die Jungs (und Mädels) dabei so kochend heiß sind, mindert das Lesevergnügen natürlich nicht. Die Mischung stimmt einfach und macht immer wieder Lust auf mehr.
Auf Deutsch geht es übrigens schon im Februar 2015 mit „Königsblut: Black Dagger 24 - Roman“, dem zweiten Teil von "The King" weiter, auf Englisch mit „The Shadows: A Novel of the Black Dagger Brotherhood (English Edition)“ erst im März.

Ganz zum Schluss noch eines: Ich höre immer wieder: „Ich lese die beiden Bände, die im Englischen ein Buch sind, lieber auf einmal!“ Kann ich verstehen. Allerdings haben „Nachtherz“ und „Königsblut“, etwas von einer Episodengeschichte. Hier kann man meiner Meinung nach durchaus auch zuerst einmal den ersten und dann später den zweiten Teil lesen, gerade weil es eben nicht nur um ein Paar und ein HE geht, sondern die gesamte Handlung vorangetrieben wird.


Bildquelle: amazon

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