Sonntag, 28. Dezember 2014

"Mächtiges Blut: Nachtahn #1" von Sandra Florean

 Spannende Vampir-Liebesgeschichte


Dorian ist einer der ältesten und mächtigsten Vampire der Welt. In seinem 600jährigen Leben hat er schon fast alles ausprobiert. Und doch stellt er überrascht fest, dass die junge Sterbliche Louisa ein völlig unbekanntes Gefühl in ihm hervorruft: Zum allerersten Mal ist der Vampir verliebt!
Louisa kann mit dem langhaarigen Schnösel, der sie auch noch mit ziemlich dummen Sprüchen anmacht, zunächst nichts anfangen. Aber sie und Dorian scheinen einander immer wieder über den Weg zu laufen. Ist das wirklich Zufall? Der Mann wird ihr allmählich immer sympathischer, nur er scheint mehr als ein Geheimnis zu haben und außerdem … er ist erschreckend reich. Was will er bloß mit einer einfachen, kleinen Sekretärin, die bisher nie Glück mit Männern hatte?

Mit „Mächtiges Blut – Nachtahn 1“ hat Sandra Florean den ersten Band einer Serie vorgelegt und macht die Leser mit einer interessanten Welt bekannt: Vampire existieren, verbergen aber ihre Existenz. Das ist zwar nicht etwas wirklich Neues, was mir aber sehr gut gefallen hat ist, dass die Untoten keine glitzernden Superhelden mit edlem Charakter sind, sondern im Grunde Menschen mit allen ihren Stärken und Schwächen. Die Möglichkeit, schier unbegrenzt zu leben bringt allerdings sowohl die guten als auch die schlechten Eigenschaften extremer an die Oberfläche. Bemerkenswert finde ich, dass auch die Schattenseiten einer solchen Existenz geschildert werden (für Insider: „der Russe“).

Hin und wieder blitzt ein augenzwinkernder, leicht schwarz angehauchter Humor auf. Ich grinse immer noch, wenn ich an Dorians selbstironische Vergleicher seiner Selbst mit bekannten Comic-Helden denke. Auch seine nicht gerade kleine Arroganz verleitet hin und wieder zum Schmunzeln. Dabei ist sie auf der anderen Seite eine der Eigenschaften, die absolut glaubwürdig bei einer so alten und mächtigen Kreatur sind.

Natürlich dürfen in einer Vampir-Serie böse Feinde nicht fehlen. Die kommen hier sozusagen aus den eigenen Reihen. Junge Vampire neiden Dorian seine Macht und seinen Reichtum. Sie kommen einen am Anfang wie unreife (und drogensüchtige …) Teenager vor. Aber auch hier ist das nicht so simpel, wie es auf den ersten Blick aussieht: Mit dem Glauben an die eigene Unsterblichkeit und dem Bewusstsein, das sie niemand für ihre Taten zur Rechenschaft ziehen wird, verlieren einige der jungen Vampire jeden Skrupel. Ein menschliches Leben hat für sie keinerlei Wert mehr.

Das ganze Buch wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt: Dorian und Louisa berichten jeweils als Ich-Erzähler, was bei den Jung-Vampiren geschieht „berichtet“ ein Erzähler. Grundsätzlich finde ich diesen Wechsel der Perspektiven interessant. Gerade bei dieser Geschichte ermöglicht es das Geschehen aus verschiedenen Sichtweisen zu betrachten (alter Vampir / junge Frau) und ermöglicht es dem Leser zu erfahren, was an anderen Orten geschieht, aber für die Handlung wichtig ist.
Ich habe allerdings hier mehr als einmal über die doch relativ häufigen und abrupten Wechsel geärgert. Immer wenn ich mich gerade so schön in einer besonders romantischen oder anrührenden Situation verloren hatte und darin schwelgen wollte, kam ein Wechsel und plötzlich war ich „in“ einer anderen Person, oft um alles noch einmal aus der anderen Sicht zu erleben. Das ist allerdings mein einziger Kritikpunkt an dem ansonsten gut und flüssig zu lesenden Buch.

Fazit: Insgesamt ist die Story eine spannende und interessante Vampir-Liebegeschichte, die man als leichte Lektüre genießen kann, der es aber auch nicht an Tiefgang fehlt. Hat mir gut gefallen, das sind 4,5 aufgerundet 5 Punkte und eine Leseempfehlung.

Übrigens: Da die Liebe zwischen Dorian und Louisa zwar deutlich, aber ohne explizite Szenen geschildert wird, ist „Mächtiges Blut“ auch durchaus für ältere Teenager geeignet. Dazu passt auch, dass Louisa zwar schon deutlich über 20 ist, aber ihren Platz in der Welt zu Beginn noch nicht zu 100% gefunden hat.

Der zweite Band der Serie ist schon erschienen: In "Bluterben: Nachtahn 2erfährt man, wie es mit Dorian und Louisa weiter geht.



Bildquelle: www.bookshouse.de


1 Kommentar:

  1. Liebe Ulla,
    ich bin sprachlos!! So eine tolle Rezension! Wooooow!!
    Mir kommen hier die Tränen, sodass ich kaum schreiben kann ...

    Ich freue mich total, dass Dir mein Buch so gut gefallen hat. Und dass Du Dorians Selbstironie erkannt und so häufig zwischen den Zeilen gelesen hast. Deine Rezension gibt ziemlich genau das wieder, was ich mit meiner Geschichte ausdrücken wollte und ist so toll formuliert!
    Danke! Ich brauch jetzt erstmal ein Taschentuch ;)

    Fühl Dich mal ganz herzlich gedrückt - auf lovelybooks drück ich Dich dann gleich auch nochmal ;)
    Deine Sandra

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