Freitag, 19. Dezember 2014

"Sha" von Tina Filsak


Sha
Echte Liebe gegen jede Chance?


In „Sha“ erzählt Tina Filsak zwei spannende Episoden, aus einem mit magischen Wesen bevölkerten High-Fantasy-Universum:

Zuerst rettet der Wandler Jag bei einem Kampf dem Halbelf Sha das Leben. Das könnte der Beginn von etwas sein, was weit über Freundschaft hinausgeht. Aber sowohl Jag, als auch Sha tragen Geheimnisse mit sich herum, die sie so schnell niemandem anvertrauen. Sha will sich auf keinen Fall binden und trifft eine verhängnisvolle Entscheidung …

Aber dann macht auch Jag einen entscheidenden Fehler, als er Sha nicht anvertraut, das er einen mächtigen Feind hat. Muss er das wirklich mit dem Leben bezahlen? Sha ist völlig verzweifelt und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, den er eigentlich nicht gewinnen kann …

Die tiefe Liebe,die Jag und Sha füreinander empfinden, scheint keine Chance zu haben

Mich hat die Welt, die Tina Filsak in ihrem Debütroman geschaffen hat, fasziniert. Auch wenn der Erzählstil noch hin und wieder ein wenig holpert, so konnte ich die Geschichte doch nicht aus der Hand legen. Sha, Jag, aber auch die Nebendarsteller, wie der Barbar Sigris und die Hexe Samira sind so lebendig beschrieben, dass man sie förmlich vor Augen sieht, egal ob sie sich mit Banditen eine Schlacht auf einer schlammigen Bergstraße liefern oder in einer mittelalterlich anmutenden Gaststube zechen.
Die Geschichte enthält viele bekannte Fantasy – Elemente, die aber spannend neu erzählt und kombiniert werden: Eine Söldnertruppe, magische Wesen und böse, schier übermächtigen Feinde, die keine Skrupel haben. Natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz. Der Sex wird mit deutlichen Worten, aber nie geschmacklos geschildert. Manche Szenen sind sehr romantisch und gefühlvoll, allerdings werden auch Situationen angedeutet, die erzwungenen Sex beinhalten.

Besonders gut gefallen haben mir die Stellen, an denen Jag in seiner Katzengestalt auftritt. Hier merkt man, dass die Autorin nicht nur ein Faible für diese Samtpfoten hat, sondern es auch schafft, ihre Beobachtungen der Tiere geschickt in die Geschichte einzubinden. Es ist wunderbar gelungen, den Wandler in seiner Tiergestalt glaubhaft schildern. Das Bild einer großen, geschmeidigen Raubkatze ist so greifbar, dass man ihr Fell fast unter den Fingerspitzen fühlt.

Von der Geschichte und den Charakteren bin ich wirklich begeistert, ich glaube das merkt man meiner Rezi an. Der Schreibstil ist für einen Debütroman ok, ich bin aber ehrlich gespannt, wie sich die Autorin noch entwickeln wird. Am Ende von „Sha“ findet man eine kurze Leseprobe zu ihrem nächsten Roman: „Micah“. darauf freue ich mich jetzt schon.
Insgesamt gibt es von mir solide 4,5, aufgerundet 5 Punkte und eine Leseempfehlung.


Bildquelle: amazon

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