Montag, 23. Februar 2015

"Des Dämons Rache" von Simone de Merit

Geschichte: Top! Schreibe: … ???

Kailan glaubt,seine letzte Stunde habe geschlagen, als er in die Hände des grausamen Damon von Trest, genannt „Dämon“, fällt. Der Feldherr ist bekannt für seinen Hass auf den Klerus von Teryaram und hat das ganze Land mit Krieg und Schlachten überzogen.
Zu Kailans Überraschung wird er nicht getötet, sondern in die Burg des Feindes geschickt. Dort soll er nach einer mehrwöchigen Kerkerhaft als Sklave dienen. Das Damon eigentlich einen ganz anderen, viel perfideren Plan hat, kann Kailan nicht ahnen. Aber das Schicksal geht seine eigenen Wege und Damon und Kailan müssen sich damit auseinandersetzen, dass Hass nicht das einzige Gefühl ist, dass sie für ihren jeweiligen Feind empfinden.

Des Dämons Rache“ von Simone de Merit spielt in einer mittelalterlich angehauchten Fantasy-Welt. Die Kernproblematik der Geschichte muss man als Leser nicht selbst entdecken: Schon im Klappentext wird verraten, dass sich ein toleranter und ein (aus meiner Sicht) völlig altmodischer und verklemmter Staat gegenüberstehen. Wer „die Guten“ in diesem Setting sind, kann man sich natürlich denken. Trotzdem hat mich das Buch interessiert. Ich bin allerdings etwas enttäuscht. Irgendwie fehlt der Geschichte die Tiefe und den handelnden Charakteren die Substanz. Ich kann und will hier nicht spoilern, aber die Zufälle, die Kailan und Damon ursprünglich zusammengeführt haben, sind mir einfach ein wenig viel des Guten.

So sehr mir die Idee hinter dem Roman gefällt, so wenig bin ich mit der Umsetzung zufrieden. Die Geschichte hätte in meinen Augen deutlich mehr Raum gebraucht. Dazu kommt außerdem, dass mich die Sprache teilweise irritiert hat. Man kann doch einen „Wurmsatz“ nicht auflösen, indem man einfach einen Punkt statt einem Komma setzt, aber ansonsten nichts an der Abfolge der Worte ändert! So erhält man nur rudimentäre Satzbruchstücke, die irgendwie unfertig wirken.

Fazit: Richtig tolle, spannende und mitreißende Grundidee, die aber leider in der Umsetzung erheblich zu wünschen lässt.
In dieser Form erhält das Buch von mir 3 Punkte und nicht wirklich eine Leseempfehlung.
Übrigens: Der Epilog lässt auf eine Fortsetzung schließen. Damons Freund Milos muss eine junge Dame zu ihrem Verlobten begleiten. Diese Story interessiert mich durchaus und ich bin ehrlich gespannt, ob im zweiten Buch von Simone de Merit die Kritikpunkte, die ich bei „Des Dämons Rache“ hatte, auch noch auftauchen, oder diesmal die Erzähltechnik so gut ist, wie die Geschichte es verdient.

Bildquelle: amazon

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