Montag, 9. Februar 2015

"Ein Opfer für das Biest" von Katja Schnee

Der Schöne ist ein Biest!

Schon die Geburt der kleinen Kylalie steht unter keinem guten Stern: In einer Welt voller Kämpfe und (Rassen-)Hass wird der kleine Halbling im Wald ausgesetzt. Aber sie hat Glück im Unglück: Der Feenkrieger Farim findet sie und sorgt dafür, dass sie in einem liebevollen Zuhause aufwachsen kann. Allerdings bewahrt er das Geheimnis, dass er entdeckt hat: Kylalie ist die Bastard-Tochter eines Feen-Prinzen!
Auch in Gorans Adern fließt Feenblut. Aber wenn er seine Kindheit und Jugend überlebt, wird sich ein anderer Erbteil durchsetzen: Unter seiner Haut wohnt ein Monster, dass nur darauf wartet auszubrechen. Der Grim in ihm kennt keine Gnade. Er plündert, mordet und vergewaltigt mit Vergnügen.
Kylalie und Goran treffen schon als Kinder zum ersten Mal aufeinander und können sich nie vergessen. Als Kaylalie in Gorans Hände fällt, weiß der genau, dass er diese Frau weder teilen noch verletzten will, wie in seinem Stamm üblich ist. Kaylalies sanfte Zärtlichkeiten berühren etwas in ihm, dass er nicht kennt und für das es in seinem Leben eigentlich keinen Platz gibt. Ihre gegenseitige Anziehung müssen sie geheim halten, weil niemand in ihrer Umwelt Verständnis dafür haben wird.
Dann eskaliert die Situation: Ein Krieg droht und die Grim ziehen gegen die Elfen. Goran ignoriert Kylalies Visionen, sein Grim bricht hervor und es scheint kein Zurück mehr zugeben …

Ein Opfer für das Biest“ von Katja Schnee ist ein klassischer Fantasy-Roman voller magischer Gestalten, die einander misstrauisch belauern und ständig bekämpfen. Dabei gibt es eine Unterscheidung in „gut“ und „böse“ nur auf den ersten Blick. Während Goran darum kämpft, seine finstere Seite zu beherrschen, obwohl er weiß, dass er eigentlich keine Chance hat, leben die Menschen und Elfen ihre Intrigen, ihre Herrschaftssucht und ihren Hass auf andere Rassen völlig ungeniert aus. Kylalies Vater, der Kronprinz des Elfenreiches, betrügt seine Frau, obwohl dies in seiner Kultur die größte Sünde überhaupt ist. Diese trachtet ihm nach dem Leben und nach seiner Krone, ohne auch nur von dem Ehebruch zu ahnen.
Zum Glück gibt es aber auch in allen Kulturen treue, aufrechte Charaktere, die sich wirklich bemühen das Richtige zu tun und schließlich auch Goran und Kylalie zur Seite stehen.
Völlig fasziniert hat mich die Idee vom „Grim“, der als eigenständiges Wesen in den Menschen lebt und vom Vater auf den Sohn vererbt wird. Die Männer sind stolz auf ihr gewaltbereites Erbe, nicht zuletzt, weil sie von Kindheit an nichts anderes kennen. Sie freuen sich darauf, dass sich der Grimm endlich mit 21 zu ersten Mal zeigen wird und sind ihm völlig ergeben. Sie bezeichnen sich sogar selber so. Das Wesen des Grim bricht immer hervor, wenn ein Mann besonders erregt oder zornig ist. Schuppen, Klauen und Reißzähne machen es zu einem tödlichen Gegner und seine Heilkräfte sorgen dafür, dass es nahezu unbesiegbar ist.
Goran versteht aber, dass er nur als Mensch und nicht als Grim Kylalies Liebe erfahren kann. Damit ist er in einer unlösbaren Zwickmühle: Er glaubt keine Chance gegen seine zweite Natur zu haben …

Die Geschichte ist spannend und mitreißend erzählt. Es gibt für mich nur zwei winzige Kritikpunkte:
1. Kylalie, die eigentlich zur Kriegerin erzogen wurde, mutiert leider in der Mitte des Buches zu einem hilflosen Prinzesschen. Als sie glaubt, Goran verloren zu haben, erlischt ihr Kampfwille komplett.
2. Als jemand, dessen Herz immer für die „Monster“ schlägt, fand ich die Auflösung der Geschichte zwar spannend und in sich logisch. Aber heimlich, still und leise weine ich

den Grims eine kleine Träne hinterher. Es ist echt schwierig, einen Platz für Monster in der Welt zu finden …
So. Schluss mit dem Genörgel!

Fazit: Toller Fantasy-Roman. Ich bin völlig in der fremden Welt versunken und habe voller Spannung verfolgt, ob und wie Kylalie und Goran gegen jede Chance um eine gemeinsame Zukunft ringen. Von Katja Schnee möchte ich gerne mehr lesen!
Fazit: Von mir bekommt "Ein Opfer für das Biest" 4 Punkte und ausnahmsweise zusätzlich einen Bonuspunkt, weil es der erste Roman der Autorin war. 

Leseempfehlung? Ja. Klar! Besonders Fans romantischer Fantasy werden ihre Freude an der Geschichte haben.

Bildquelle: amazon

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen