Dienstag, 24. Februar 2015

"Talker - Die Serie" von Amy Lane

Die "Talker - Serie" von Amy Lane besteht bis jetzt aus drei Teilen, die aufeinander aufbauen und in der richtigen Reihenfolge gelesen werden sollten. Die Rezis zu allen drei Büchern finden sich hier zusammengefasst.


Buch 1: "Talker"
Zitat: „Ich würde alles für dich tun!

Brian ist ein stiller, unauffälliger Junge. In unserer lauten Welt redet er nur, wenn er glaubt, dass das wirklich notwendig ist.
Tate scheint sein Gegenteil zu sein. Mit auffälligen Tattoos, Piercings, einem Irokensen und einem Mundwerk, dass niemals still steht. Alles an ihm ist laut und schrill. Geschickt versteckt er mit seinem auffälligen Aussehen und unter ständigem Gerede sein verletzliches Inneres.
Die Geschichte, wie Brian und Tate erst Freunde und dann nach und nach viel mehr werden, hat Amy Lane wunderbar und einfühlsam erzählt. Weit weg von allen Klischees wird nicht verschwiegen, wie hart und ungerecht das Leben sein kann. Und doch steckt das Buch voller Hoffnung: Brian und Tate haben nicht nur einander, sondern auch wirklich gute Freunde, auf die sie zählen können. Es ist sehr berührend, zu lesen, wie der ruhige Brian schließlich mit deren Hilfe über sich selbst hinaus wächst, um Tate von sich und einer gemeinsamen Zukunft zu überzeugen.

"Talker" ist geht unter die Haut und zu Herzen. Von mir gibt es 5 Sterne und ein Leseempfehlung.

P.S.: Als ich das Buch gelesen habe, fehlten so viele Kommas, dass es sogar mir aufgefallen ist. Ich weiß nicht, ob hier inzwischen nachgebessert wurde. Das Buch ist aber auf jeden Fall lesenswert! Wenn man einmal angefangen hat, will man unbedingt wissen, wie es mit den beiden Jungs weiter geht. Da sie keine meist pleite sind, weil ihr ganzes Geld für die Ausbildung drauf geht, müssen sie sich an einer Stelle zwischen Heizung und Licht entscheiden. Beides wäre schön gewesen. Man kann nicht immer alles haben ...
Bei dieser tollen Geschichte fallen die Kommas eindeutig in die Kategorie: Wäre schön gewesen. Deshalb will ich aber so wenig auf die Story verzichten, wie die beiden Jungs auf elektrisches Licht!



Buch 2: "Talker - Am Ende einer langen Nacht"
Sensibel geschriebene Fortsetzung

Tate möchte lieber „Talker“ genannt werden und er will auf keinen Fall an die schrecklichen Dinge in seiner Vergangenheit zurück denken. Besonders „Das. Mieseste. Date. Aller. Zeiten.“ ist ein Tabuthema. Nicht einmal vor seinem Therapeuten kann er aussprechen, was damals wirklich geschehen ist. Wieso nur verlangt sein geliebter Brian das von ihm?
Aber die Vergangenheit lässt sich nicht totschweigen und wie ein Geist taucht der Schrecken dieses Tages wieder in Talkers Leben auf und greift das an, was ihm mehr als alles Andere bedeutet: Brian. Nun muss Tate über sich selbst hinauswachsen …

Wie schon im ersten Band der Serie "Talker" erzählt Amy Lane die Geschichte von Talker und Brian wunderbar sensibel. Der größte Teil dieser Fortsetzung spielt sich in einer einzigen, furchtbaren Nacht ab. Allerdings erfährt man in Rückblenden, wie schwer es Talker immer noch fällt, wirklich mit einem Menschen zu reden, statt laut und schrill, aber inhaltslos vor sich hin zu plappern.
Auch hier gelingt es der Autorin wieder, den beiden Helden starke und authentische Nebencharaktere an die Seite zu stellen, die aufgrund kleiner Macken sehr lebendig und liebenswürdig wirken.

Obwohl die Story eigentlich ein echtes Drama ist, spürt man auch die zärtliche Liebe zwischen den Jungen und die Freundschaft und den Respekt, der sie mit den Menschen ihrer Umgebung verbindet. Genau dieser kleine, warme Funke der Hoffnung macht die Geschichte in meinen Augen zu etwas Besonderem.

Mir hat auch der zweite Teil der Serie „Talker - Am Ende einer langen Nacht “ so gut gefallen, dass ich gerne 5 Punkte und eine Leseempfehlung vergebe. 
Man sollte die Bücher übrigens in der richtigen Reihenfolge lesen, da sie aufeinander aufbauen, auch wenn jedes in sich abgeschlossen ist und einen anderen Schwerpunkt hat.



Buch 3: "Talkers Reifeprüfung"
Reine Poesie und purer Zucker!


Um es vorweg zu schicken: Ich weiß nicht, ob dieses Buch und diese Rezi Sinn machen, wenn man die beiden ersten Bände der Reihe nicht kennt. Ich finde sie beide grandios und man sollte sie unbedingt lesen, bevor man sich „Talkers Reifeprüfung“ zu Gemüte führt.

Damit habe ich es eigentlich schon vorweg genommen: Die Geschichte erhält (genau wie die beiden Vorgängerbände) von mir 5 Punkte und eine begeisterte Leseempfehlung.

Also: Zuerst „Talker“, dann „Talker – Am Ende einer langen Nacht“ und schließlich „Talkers Reifeprüfung“ lesen! Die komplette Geschichte ist einfach klasse!

Brian und Talker haben eine ganze Menge durchgemacht. Einiges davon ist passiert, bevor sie sich kennengelernt haben, anderes in ihrer gemeinsamen Zeit. Das schlimmste Erlebnis für Talker war es, hilflos an Brians Seite um dessen Überleben zu bangen, nachdem sein Freund und Geliebter zusammengeschlagen wurde. Brian hat überlebt. Aber der Preis ist hoch: Er wird seine Schulter nie mehr richtig gebrauchen können und die beiden haben einfach nicht genug Geld für eine vernünftige Physiotherapie. Talker lässt sich etwas einfallen, um Brian zu helfen und ahnt nicht, dass er damit ihrem gemeinsamen Leben eine völlig neue Richtung geben wird.

Diese Geschichte wird komplett aus der Sicht von Talker erzählt. Es passt wunderbar zu seinem sprunghaften Charakter, dass die Ereignisse nicht linear dargestellt werden, sondern wie die träumerischen Gedanken an einem sonnigen Morgen wirken (Wer das Buch liest, weiß genau an welchem Ort und in welchem Raum ich mir Talker gerade vorstelle …). Talker vertieft sich in eine Erinnerung nach der anderen und zusammen ergeben sie ein poetisches Bild einer großen Liebe. Die beiden Jungs werden in diesem Buch erwachsen und trotz ihrer Probleme und Schwierigkeiten ist die Geschichte der pure Zucker. Mir gefällt besonders, dass man spürt, wie die beiden sich weiterentwickeln. Dabei sind ihre Entscheidungen und Reaktionen immer nachvollziehbar und passen zu ihren Persönlichkeiten.

Das Ende ist ein wenig offen gehalten. Ich würde sehr gerne noch mehr über Brian und Talker lesen. Wenn ich aber ehrlich bin, ist hier ein guter Punkt erreicht. Die jungen Männer sind angekommen. Bei sich selbst und bei einander. Das ist einfach wunderschön.

Bildquelle: amazon



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