Samstag, 14. Februar 2015

"Untote knutschen nicht!" von Mira Bluhm

Abgedrehte Zombies in den Alpen
Klara findet auf dem Dachboden ihrer geliebten Oma ein altes Buch. Statt es gewinnbringend im internet zu verhökern, vertieft sie sich in die Lektüre und macht auch gleich ein paar Praxistests.
Voilá! Omas toter Dackel wirkt doch fast wie neu!!!
Klaras Ehrgeiz ist geweckt und sie sucht nach einem Lehrer, der ihr auch die Feinheiten der Nekromatie vermittelt. Wer wäre da besser geeignet, als der Autor selbst? Das Innocenz schon 300 Jahre tot ist, hält die wissensdurstige junge Frau nicht auf. Was bei einem Dackel funktioniert, kann doch bei einem Menschen auch nicht schief gehen, oder?
Leider ist Klara nicht die Einzige, die Innocenzs Buch gelesen hat und bald haben sie und der wieder erstaunlich lebendig wirkende Nekromat alle Hände voll zu tun …

Untote knutschen nicht“ von Mira Bluhm ist eine bestimmt keine große Weltliteratur. Aber die Story hat mich zum Lachen gebracht und wartet mit ungewöhnlichen Ideen auf. (Kleiner Tipp an einen großen Online-Händler: Drohnen werde in Zukunft überflüssig sein. Ich sage nur: (untote!) „Paketadler“ !)
Dass die ganze Story nicht im fernen Amerika spielt, sondern im als eher beschaulich bekannten Österreich, hat einen ganz besonderen Reiz. Der Lokalkolorit macht die abgedrehten Abenteuer irgendwie noch komischer. Ich habe mich jedenfalls köstlich amüsiert.


Einziger Kritikpunkt: Mir ist die Story zu kurz! Auch wenn sie in sich abgeschlossen ist, hin und wieder hätte ich mir etwas mehr Tiefe und ein paar zusätzliche Details gewünscht.
Jetzt kommt allerdings auch schon mein Trost: „Untote knutschen nicht!“ ist der erste Teil einer Serie. Ich freue mich schon richtig darauf, mehr von Klara, Innocenz und ihren Abenteuern zu lesen. Ich hoffe, dass ich dann auch noch mehr von den interessanten Nebenfiguren erfahre. Schließlich will ich auch wissen, was aus der geschäftstüchtigen „Antiquitätenhändlerin“ Roxana und Klaras schwulem Cousin Paul und seinem Partner Oliver wird.

Klara selbst ist noch ziemlich jung und auch wenn sie schon mal einen Blick auf Innocenz volle Lippen riskiert, so bleibt die Geschichte doch ansonsten in dieser Beziehung sehr brav. Vielleicht ist der Name hier Programm: Innocenz bedeutet schließlich „der Unschuldige“.


*grins* Eine Spitze kann ich mir einfach nicht verkneifen: Es lohnt sich alleine schon das Buch zu lesen, um zu erfahren, was Roxana so treibt. Wenn mir das nächst Mal ein wortkarger Stoffel begegnet, der außer „Hghnpf!“ nichts sagt, nehme ich das nicht persönlich sondern lächle ihn an.
Ich weiß ja jetzt, woher so etwas kommen kann und gehe einfach mal davon aus, dass er in einer gewissen Gasse in Wien war. Das Schicksal ist halt nicht immer einfach …

Fazit: Ungewöhnlich und witzig. Das Buch erhält von mir 4,5, aufgerundet 5 Punkte und auf jeden Fall eine Leseempfehlung, die übrigens auch für Teenager gilt.
Ich freue mich schon auf weitere Teile der Serie!!!


Bildquelle: amazon

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