Mittwoch, 18. Februar 2015

"Winternacht" von Mathilda Grace

Dunkle Sehnsüchte

Nathan Becks ist der Jüngste seiner Generation in der großen Wahlfamilie rund um den neugierigen Superanwalt Adrian Quinlan und wird deshalb von allen Verwandten mit Argusaugen bewacht. Das treibt ihn in die Rebellion und bewahrt ihn keineswegs vor schlechten Erfahrungen.
Was Nathan allerdings am meisten zu schaffen macht, ist der unwillkommene Gedanke, dass er alleine die Schuld an Allem trägt und – noch schlimmer – seine Hilflosigkeit tatsächlich einen Moment lang genossen hat. Nathan ist völlig irritiert: Gefällt es ihm wirklich unterworfen, gefesselt und gequält zu werden? Ist so etwas überhaupt normal? Selbst seine tolerante Familie scheint hier eine Grenze zu ziehen. Zum Glück findet Nathan Freunde, die Verständnis für ihn haben und einen Mann, der seine große Liebe sein könnte …

Winternacht“ ist eine überraschend unaufgeregte Geschichte über einen jungen Erwachsenen, der bemerkt, dass seine Vorstellung von einem erfüllten Liebeleben anders ist, als die der meisten Menschen. Nathan hat keine Probleme mit seiner Homosexualität, sondern damit, für sich herauszufinden, dass er devot veranlagt ist.

Die verschiedensten Spielarten von Lust werden heute munter in den Medien diskutiert und es gibt haufenweise Bücher, in denen Männer wie Frauen in Fesseln höchstes Vergnügen empfinden. Aber woher nimmt man das Vertrauen, sich jemandem völlig in die Hand zu geben? Wie kann man sicher herausfinden, wo die eigene Lust endet und die Angst beginnt? Und können sich Partner in einer solchen Beziehung überhaupt auf Augenhöhe begegnen?

Passt die Liebe hinein, wenn sich Schmerz und Lust mischen?

Nathan muss sich mit all diesen Fragen auseinandersetzen. Es ist spannend und sehr berührend zu lesen, wie er seinen ganz eigenen Weg sucht und schließlich einsehen muss, dass er sich seinen dunklen Sehnsüchten genau wie seinen Ängsten stellen muss, wenn er seine Chance auf Glück nicht verspielen will.

Wie immer in der „Ostküstenreihe“ von Mathilda Grace, so sind auch in „Winternacht“ die Charaktere sehr liebevoll und lebendig angelegt. Sie haben alle ihre Stärken, aber auch ihre großen und kleinen Fehler. So ist z.B. Nathan trotz seiner Neigung ein richtiger Hitzkopf, der zu Wutausbrüchen neigt. Klasse ist es natürlich, wenn Figuren wie Adrian, aber auch Nathans Väter Sam und Devin konsequent ihren Charakter behalten. Manche Dinge sind für Fans der Serie schon eine Art Running Gag, über die man sich immer richtig freut.

Fazit: Ach Leute! Auch wie immer!!! Mehr als 5 Punkte und eine Leseempfehlung, die alle Bände der Serie und sämtliche Side-Storys, Outtakes und alles was es sonst da noch so gibt uneingeschränkt mit einschließt. Dass ich, wie sicherlich viele Fans, nach über 20 Büchern noch nicht genug habe, spricht für sich. Ich wünsche mir jetzt schon wieder „mehr“ …

Leider hat Mathilda Grace schon länger angekündigt, dass sie sich neuen Projekten zuwenden will und mit der Ostküsten-Reihe (Ich hoffe immer noch nur vorläufig!!!) Schluss ist. Schade.

Zum Glück gibt es ja ein paar nette „Nachbarn fürs Herz“ die mich trösten werden … ;D

Link zur Homepage der Autorin: Mathilda Grace

Bildquelle: amazon

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