Samstag, 28. März 2015

"Das Monster des Prinzen" von Savannah Lichtenwald

Tief verwurzelte Hassliebe

David liebt es Phil zu demütigen und zu tyrannisieren. Seine Kumpel machen begeistert mit, vor allem seit sie wissen, dass Phil schwul ist. Phil leidet wie ein Tier unter der Situation. Hilfe findet er weder bei den Erwachsenen noch bei Gleichaltrigen, die lieber ihn als Opfer sehen, als selbst in diese Rolle zu rutschen. Dass es David aus einem ganz anderen Grund ähnlich geht, kann Phil nicht ahnen …
Aber selbst die schlimmste Kindheit endet irgendwann. Das Leben treibt Phil und David auseinander. Vergessen können sie sich nie. Vielleicht gibt es für die beiden ja die Chance auf einen neuen Anfang, doch zuerst müssen sie ihre schmerzvolle Vergangenheit überwinden.

Ich weiß nicht genau, wie ich „
Das Monster des Prinzen“ von Savannah Lichtenwald einordnen soll. Natürlich ist es eine Romanze, die Gefühle der beiden Jungen und später der Männer für einander stehen klar im Vordergrund. David und Phil sind einander von der ersten Sekunde an nicht gleichgültig, aber sie können nicht einordnen, was sie empfinden und vor allem David wehrt sich mit aller Macht dagegen, Phil zu mögen. Was liegt also näher als ihn einfach zu hassen? Ist das nicht ein genauso starkes Gefühl, wie die Liebe?

David weiß gut, wie man hasst. Sein Vater hat ihm dies nachhaltig beigebracht. Liebe dagegen? Die empfindet er nicht einmal für sich selbst.

David hat einen weiten Weg vor sich, der ihn um die halbe Welt und doch schließlich zurück zu Phil führt. Phil ist noch da, wo er immer gewesen ist, im Cafe seiner Eltern.

Für mich sind David Zigeunerleben und Phils Festhalten am Zuhause seiner Kindheit auch Symbole für das Innenleben der Männer. David lernt sich auf seiner Wanderschaft kennen, nicht lieben. Das kann er erst, als er für sich und sein Herz einen sicheren Ort gefunden hat. Phil dagegen muss endlich lernen, aus sich herauszugehen, die Mauern einzureißen, die er um sich errichtet hat oder er sollte wenigstens eine Art Tür in den Wall um sein Herz brechen, damit er Menschen die seine Freunde sein könnten, an sich heranlassen kann.

„Das Monster des Prinzen“ führt den Leser sehr nahe an die beiden Männer heran. Sie erzählen ihr jeweiliges Schicksal abwechselnd aus der Ich-Perspektive. Man erlebt hautnah mit, wie David und Phil von unsicheren Jugendlichen zu verzweifelten Erwachsenen werden. Aber Savannah Lichtenwald wäre nicht sie selbst, wenn sie mit leisen, wunderschönen Szenen auch immer wieder Hoffnung aufzeigen würde. So fiebert man mit jeder Seite mehr, ob und wie David und Phil es schaffen werden, den Hass zu überwinden und ihr Glück in der Liebe zu finden.

Ich habe selten ein Buch gefunden, im dem völlig ohne erhoben Zeigefinger und doch unheimlich eindringlich erzählt wird, dass man sich zuerst einmal selber mögen muss, um dann offen für eine tiefe Beziehung zu sein.

Mein Fazit:
Das Monster des Prinzen“ ist Drama, Romanze, Entwicklungsroman. Die Geschichte geht tief unter die Haut, setzt sich im Herzen fest und schlägt dort Wurzeln. Man kann sie nicht aus der Hand legen, bis man zur letzten Seite gekommen ist . Ich habe danach nur einmal hochgeschaut und gleich noch einmal von vorne angefangen. Ich weiß jetzt schon, dass es nicht das letzte Mal war …

Also: Deutlich mehr als 5 Punkte! Absolute Leseempfehlung!!!



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Bildquelle: Savannah Lichtenwald

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