Sonntag, 29. März 2015

"Soulkeeper - Wenn Engel lieben" von Bonnyb Bendix

Wenn Engel lieben ...


Ich kenne mittlerweile einige Geschichten von Bonnyb. Bendix. "Soulkeeper" hörte sich für mich zuerst wie eine einfache Gay-Romance mit hohem Fantasy-Anteil an.
Das findet sich tatsächlich auch auf den ersten Blick in dem Buch wieder: Der Halbengel Kain wird von dem Zuhälter Jegor und dessen Kunden immer wieder grausam missbraucht. Das ist seine Welt und er kennt nichts anderes.
Damion, ein junger Schutzengel, wird auf die schwierige Mission geschickt, Kains Seele zu retten. Aber ihm bleibt nicht viel Zeit, den Kain steht kurz davor, für immer an Satan zu fallen. Ein Kampf entbrennt, bei dem die Fronten nicht so klar sind, wie Damion sich das vorgestellt hat.

Die Geschichte um Kain und Damion ist nicht einfach zu lesen. Vor dem inneren Auge entstehen düstere Bilder voller Gewalt und Blut. Überraschenderweise ist nicht Kain derjenige, den die Situation in Selbstzweifel stürzt, sondern Damion. Seine Welt war vor diesem Auftrag ganz sauber und klar in "gut" und "böse" eingeteilt. Aber ist das wirklich so einfach?
Damion beginnt sich selbst, seine Motivationen und seine Überzeugungen in Frage zu stellen. Leuchtende Vorbilder? Welche dunklen Schatten verbergen sie eigentlich?

Das Buch steckt voller Symbolik, die sich nur langsam erschließt und vielleicht auch, je nach Blickwinkel, unterschiedlich deuten lässt. Für mich stellt es ebenso viele Fragen, wie es Antworten anbietet. Anbietet, wohlgemerkt (!!!), nicht vorgibt.
Man kann es als düster-erotischen Fantasy-Roman lesen und es dabei belassen. Oder aber man sucht und findet Parallelen zu aktuellen Diskussionen in Kirche, Politk und Gesellschaft.

Das Ende passt wunderbar zu der Grundstimmung des Romans. Ich werde es hier natürlich nicht verraten. Nur so viel: Sonst wünsche ich mir oft eine Fortsetzung zu einem Buch. Hier nicht. Dieses endet genau an dem richtigen Punkt.

Von mir gibt es für "Soulkeeper" eine Leseempfehlung. 5 Punkte bedeutet ja eigentlich "Gefällt mir sehr". Darum geht es aber hier für mich weniger. Treffender wäre: Hat mich sehr berührt und sehr, sehr nachdenklich gemacht.


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"Soulkeeper"

Bildquelle: amazon

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