Samstag, 25. April 2015

"Die Zähmung des Prinzen" von Tharah Meester

Der Hübsche und er Löwe oder: Wer ist die Schlange?

Der sanfte junge Adlige Jamie soll den jähzornigen Erben des Königreichs ehelichen! Jamie ist mehr als entsetzt. Wer ist denn auf diese abwegige Idee gekommen? Er kann sich weder vorstellen, gegen die intriganten Bewohner des königlichen Hofes zu bestehen, noch eine Beziehung zum Kronprinzen zu entwickeln, der als Monster verschrien ist und bei seine Ankunft scheinbar ungerührt und ohne Angabe von klaren Gründen einen Menschen hinrichten lässt.

Jamie lernt den Mann hinter dem Monster kennen und Joclyn weckt widersprüchliche Gefühle in ihm. Neben Angst und Abscheu keimt allmählich eine zarte Zuneigung. Aber kann er Joclyn vertrauen oder setzt er damit sein Leben aufs Spiel?

Die Zähmung des Prinzen“ von Tharah Meester spielt wieder in dem fiktiven Königreich Farefyr, dass auf der einen Seite deutlich mittelalterlich angehaucht ist, auf der anderen aber auch moderne und magische Aspekte enthält. Ich habe mittlerweile fast alle der Geschichte gelesen, weil sie ausnahmslos einen eigentümlichen Zauber ausstrahlen, der den Leser dazu bringt, sich ganz in diese Welt hinein sinken zu lassen.

Die Zähmung des Prinzen“ wird als „Historical Gay Romance“ beworben, was aber nur bedingt richtig ist, das Farefyr zu den Fantasie-Reichen zählt, die auf keiner Landkarte verzeichnet sind.

Mit der Bewertung der Story tue ich mich ein wenig schwer. Einerseits habe ich sie in einem Rutsch und voller Spannung gelesen und finde die Idee dahinter spannend (wenn auch nicht ganz neu). Mein „aber“ ist eher ein sehr persönlicher Eindruck: Die Geschichte wird zum größten Teil aus Jamies Sicht erzählt und man erlebt seine Zweifel und Ängste hautnah. Sehr lange ist nicht klar, wer der Schurke und wer der Held am königlichen Hof ist und aus welchen Motiven die einzelnen Personen handeln.

Jamie erhält in einem „Geheimbund“ den Decknamen „Hase“. Böse ausgedrückt, kommt er mir lange eher wie ein völlig verschrecktes Kaninchen auf der Suche nach Schutz vor. Vielleicht sollen seine Tränen seine Sanftheit unterstreichen, aber ein wenig hart ausgedrückt wirkt er wie eine richtige Heulsuse. Dabei habe ich nichts gegen Männer die weinen - im Gegenteil, es zeugt nur davon, dass jemand zu tiefen Gefühlen fähig ist. Der „Geheimbund“ hätte Jamie übrigens mal verraten sollen, wer die Schlange und wer der Löwe in Wirklichkeit sind. Dann wäre vielleicht allen viel Herzensleid erspart geblieben …

Mein Fazit: Ich hatte hier trotz der tollen Geschichte ein wenig Problem mich mit den Helden zu identifizieren. Jamie war mir zu verheult und sein Love-Interest (^^ Ich verrate hier bewusst nicht, wer am Ende sein Herz erobert, weil das auch im Buch so lange unklar bleibt …) blieb bis fast zum Schluss zu undurchsichtig, um ihn zu lieben und mit ihm zu leiden.

Die Zähmung des Prinzen“ erhält von mir ganz knappe 4 Punkte.

Übrigens: Obwohl ich sehr gerne Gay-Geschichten lese und auch diese hier durchaus genossen habe, so gefallen mir bei Tharah Meester ihre Hetero-Romanzen um ein Vielfaches besser. Richtig super und unbedingt lesenswert finde ich vor allem „
Die Legenden des Blutwolfes“, „Ein Mann von minderem Wert“ und „Sinnliche Laster“. Hier findet man richtig starke Helden, die auch eine verletzliche Seite haben und wunderbare Heldinnen, die mutig über sich selbst hinauswachsen, wenn sie um die Liebe ihres Lebens kämpfen.

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