Montag, 6. April 2015

"Nobody ist perfect" von Mia Grieg

(Un)Perfekt und doch vollkommen
„Schönheit liegt im Auge des Betrachters“, heißt es so richtig im Klappentext. Aber manchmal ist es gar nicht so einfach, Schönheit zu entdecken, die nicht dem Mainstream entspricht. Die Kurzgeschichten in „Nobody is perfect“ von Mia Grieg erzählen mal sehr zärtlich, mal ruhig und berührend und mal richtig heiß, wie sich zwölf Männern zu sechs Paaren zusammenfinden, die nur auf den ersten Blick ungewöhnlich sind. Abgerundet werden die Storys von tollen, lebendigen Nebencharakteren, die viel mehr als blasse Stichwortgeber sind und so lebhaft beschriebenen Schauplätzen, dass sie nicht nur vor dem inneren Auge zu sehen sind, sondern dass man - je nach Geschichte - den Sand zwischen den Zehen und die Sonne im Gesicht oder aber die Schneeflocken und die eisige Winterkälte auf der Haut förmlich spürt.

Ich muss gestehen, dass ich aus verschiedenen Gründen mit der ersten Geschichte einige Probleme hatte. Jannik hat einen schweren Unfall verschuldet (!), scheint sich aber die meisten Gedanken um sein Aussehen zu machen. Die Story die sich daraus entwickelt ist sehr gut, mir saß nur die ganze Zeit im Nacken, dass eigentlich seine Auseinandersetzung mit seiner Vergangenheit sehr wenig Raum einnimmt.
Damit hört meine „Kritik“ an der Anthologie aber auch schon auf.

Die anderen Storys sind ausnahmslos klasse. Die „Helden“ haben alle ihre Ecken und Kanten, ihre Macken und Handicaps. Aber sie haben alle eines gemeinsam: Das Herz am rechten Fleck, einen winzigen Funken Hoffnung und schließlich das Glück jemanden zu finden, der sie auch unperfekt vollkommen findet.

Besonders gefallen hat mir Dr. Niklas Rechter. Den finde ich einfach klasse, weil er sich die Welt genauso macht, wie er sie möchte.

Sehr berührt hat mich die Geschichte von Raphael und Simon. Sie ist die längste in dem Buch und erzählt nicht nur vom Beginn einer großen Liebe, sondern auch davon, wie wichtig echte Freunde sind. Die wunderschönen Beschreibungen der winterlichen Dorf-Idylle runden das Ganze perfekt ab.

Mein Fazit: Ich bin wirklich begeistert. Also gebe ich gerne mindestens 5 Punkte und eine Leseempfehlung, der ich auch gleich selber noch einmal folge. Ich muss nämlich unbedingt herausfinden ob der liebenswerte Hallodri Sven aus „Schwer verliebt“ und Raphaels Ex der gleiche Mann sind, dann noch einmal mit Matthias und Phillip über den Weihnachtsmarkt bummeln und …

Ach egal! Ich werde sowie so alle Geschichten noch mehr als einmal lesen! :D


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Bildquelle: amazon

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