Mittwoch, 27. Mai 2015

"Blue Mountain - Das Herz des Wolfes"

Einfach nur niedlich …

Mitch ist ein großer, böser Wolf im wahresten Sinne des Wortes: Sein einziger weicher Punkt scheint die bedingungslose Liebe zu seinem Bruder zu sein, für den er buchstäblich über Leichen geht. Folgerichtig schickt der ihn aus, als eine Strafaktion ansteht, allerdings sind sich beide Männer bewusst, dass der Delinquent etwas ganz Besonderes sein könnte. Sein Duft scheint ihn als Mitchs langersehnten Gefährten auszuweisen.
Doch Simon ist zuerst ganz und gar nicht der sanfte Omega, von dem Mitch geträumt hat, sondern wehrt sich wie eine Furie gegen sein vorbestimmtes Schicksal …

Als absoluter Fan von Gestaltwandler-Romanen habe ich mich total gefreut, dass endlich eine der Gay-Geschichten, die im englischen zu Dutzenden vorliegen, übersetzt worden ist. „Blue Mountain – Das Herz des Wolfes“ präsentiert sich als zuckersüßer Kurzroman. Es ist einfach nur niedlich, wie der große, starke Mitch völlig entgeistert darauf reagiert, dass sein Gefährte ihn scheinbar nicht leiden kann (obwohl das von Natur aus nicht möglich sein sollte) und dann unendlich liebevoll versucht, ihn von seinen guten Absichten zu überzeugen. Der große, böse Wolf mutiert für Simon unversehens zum Schmusebären und zeigt die Zähne nur noch außerhalb des Hauses.

Mir hat die Story Spaß gemacht und ich habe sie gerne gelesen. Sie „krankt“ allerdings ein wenig daran, dass es keine echten Konflikte gibt. Mitch ist sofort hin und weg von Simon und bereit alles für ihn aufzugeben, weil das in seiner Natur als Gefährte liegt. Rückfälle in die Gewohnheiten seines alten Einsiedlerdaseins gibt es keine. Simon überwindet seine Traumata in wenigen Wochen, weil das häusliche Leben, ein Rudel und die Gefährtenbindung seiner Natur als Omega entsprechen. Alle sind glücklich …

Ich freue mich für Mitch und Simon und Cardeno C. gönnt den Beiden (und den Lesern) am Ende auch noch ein paar heiße Szenen. Was mir aber in dem Buch fehlt sind ein paar echte Konflikte oder unerwartete Wendungen und ein wenig Tiefe. Das ist total schade, weil sowohl die Haupt– als auch die Nebencharaktere richtig Potential haben, das leider aber nicht mal im Ansatz ausgeschöpft wird. Die Problematik, dass gleich drei (!) Alpha-Wölfe an der Spitze des Rudels stehen, wird nur angerissen, die interessanten Sozialstrukturen der Wandler nur angedeutet und die Wandlung von Mitch, der immer alleine gelebt hat, zum Super-Gefährten ist ein wenig sehr glatt. Auch Simon braucht anscheinend nur ein paar Wochen Zeit, gutes Essen und ein wenig Ruhe, um ein ganzes Leben voller Demütigungen und Enttäuschungen, nicht zu vergessen die Trauer um seine Mutter, hinter sich zu lassen.

Mein Fazit: Niedlich und gut zu lesen als leichte Lektüre für zwischendurch. Gefällt mir. Also 4 Punkte und eine Leseempfehlung, die speziell bei akuter Unterzuckerung gilt.


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Auf Deutsch gibt es bisher:
- "Blue Mountain - Das Herz des Wolfes"
- "McFarlands Farm

Bildquelle: amazon

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