Dienstag, 26. Mai 2015

"Die Verführung des Teufels" von Tharah Meester

Rauer Söldner mit sanfter Seele

Kendrick McLaughlin ist, wie sein Vater, ein Söldner. Narben zeichnen seinen Körper und sein Gesicht, was gewöhnlich dafür sorgt, dass die Menschen auf Abstand bleiben. Sein neuester Auftraggeber ist allerdings blind und damit versagt Ricks bewährte Strategie, niemanden nahe an sich heran zu lassen.
Isaacs Selbstsicherheit, seine positive Lebenseinstellung und sein Mut beeindrucken den harten Krieger gegen seinen Willen. Mit dem überraschend frechen Mundwerk des jungen Priesters kann er kaum mithalten und zu seinem Entsetzen bemerkt er, dass er in ihm nicht einfach einen Job, sondern eine echte Versuchung sieht.
Rick scheut keinen Kampf, den er mit dem Schwert ausfechten kann, aber seine Gefühle ängstigen ihn zu Tode …

Die Verführung des Teufels“ von Tharah Meester macht einfach Spaß. Vom ersten Moment an spürt man, dass die Funken zwischen dem eher mürrischen Söldner und dem lebhaften, unkonventionellen Priester hin und her springen. Richtig gut gefallen hat mir aber auch, dass die Charaktere eine unerwartete Tiefe haben. Rick versteckt seine sanfte Seite, die ihm aufgrund seines harten Gehabes niemand zutraut. Er drückt sie eher mit Gesten als mit Worten aus. Vertrauen ist nicht einfach für ihn und er versucht stets, die Gefahren in jeder Situation im Voraus abzuschätzen, um gewappnet zu sein. Bittere Erfahrungen haben sein Vertrauen in die Menschen erschüttert. Natürlich ist es faszinierend für ihn (und den Leser) auf einen Mann zu treffen, der ihn eben nicht nach seinem Äußeren beurteilen kann.

Isaac dagegen scheint mit sorglosem Optimismus durchs Leben zu gehen und wortwörtlich seinen Mitmenschen blind zu vertrauen. Aber in den Schatten seines sonnigen Gemüts lauern finstere Geheimnisse. Es ist nicht nur für Rick überraschend, was man alles hinter einem fröhlichen Lachen verbergen kann …

Als Leser verfolgt man mal amüsiert, mal wirklich gespannt, wie sich die beiden unterschiedlichen Protagonisten streiten, vertragen, vorsichtig annähern, verärgert Abstand suchen und sich schließlich eingestehen müssen, dass sie zueinander gehören. Aber ist es da nicht schon zu spät für die beiden?

Mein Fazit: Spannend, lustig, romantisch. Mit „Die Verführung des Teufels“ wird auch der Leser verführt, wieder einmal in die wunderbare, mittelalterlich angehauchte Welt des Fantasie-Landes Farefyr einzutauchen. Von mir gibt es verdiente 5 Punkte, eine Leseempfehlung und eine Warnung: Zeit einplanen! Die Geschichte wird gegen Ende so spannend, dass man sie nicht aus der Hand legen kann!

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Die Verführung des Teufels

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