Dienstag, 5. Mai 2015

"Lorvaa" von Tina Filsak

Wahre Freiheit

Lorvaa, der junge stumme Drache, den Sha und Jag adoptiert haben, ist mittlerweile zu einem jungen Mann herangewachsen, der aber von seinen Vätern immer noch sehr behütet wird. Mit dem Übermut der Jugend nutzt er die Gelegenheit sich davonzustehlen und alleine über den Markt zu streifen, eigentlich ein unschuldiges Vergnügen!
Aber Lorvaa hat mächtige Feinde. Er landet in Ketten in einem Verlies und muss Furchtbares ertragen. Zwar scheint sich das Schicksal noch einmal zu seinen Gunsten zu wenden, doch eine der Ketten ist aus purer Magie und liegt um seine Seele. Sie lässt sich so einfach nicht lösen.
Lorvaa muss sich seinem Schicksal stellen und seinen übermächtigen Feind bekämpfen, wenn er sein Leben in wahrer Freiheit leben will. Ob er auch seine Liebe finde wird? Oder hat ihn seine Gefangenschaft dafür auf immer verdorben?

„Lorvaa“ von Tina Filsak ist eine Fortsetzung zu
Sha, einer Geschichte die mich wirklich begeistert hat. Besonders gefallen hat mir dabei neben den sympathischen Charakteren die lebendige, bunte Fantasy-Welt, in der sich die Helden ihr Glück verdienen.

Keine Frage also, dass ich auch „Lorvaa“ lesen musste! Allerdings hat es mir der Einstieg hier nicht einfach gemacht: Die Geschichte von Lorvaas Gefangenschaft ist furchtbar grausam und war für mich persönlich in ihrer detaillierten Schilderung kaum zu ertragen. Ich war mehrmals kurz davor, das Buch zur Seite zu legen.

Zum Glück gewinnt die Geschichte in dem Moment, in dem Lorvaa zumindest das Verlies verlassen darf (wirklich frei ist er noch immer nicht!). Hier funktioniert die Magie des Buches auch für mich wieder. Lorvaas Suche nach seinem Feind ist die mitreißende Erzählung eines Jungen der über sich selbst hinauswächst und dabei nicht nur erwachsen wird, sondern auch seine große Liebe findet.

Wie schon in „Sha“ schafft es Tina Filsak auch in diesem Buch nicht nur ihren Hauptcharakteren Leben einzuhauchen, sondern auch starke Nebenfiguren zu schildern, die die Geschichte mittragen. Mir hat Jag besonders gefallen, der für Lorvaa noch einmal wichtiger wird, weil sie nun schreckliche Erfahrungen teilen.

Was ich auch richtig gut finde ist, dass in der Welt von Sha, Jag und Lorvaa niemand von Geburt an gut oder böse ist. Jeder Mensch, Elf, Drache, Zauberer oder Wandler muss für sich die Entscheidung treffen, welchen Weg er einschlagen möchte. Manchmal ist das ein schmaler Pfad, aber gerade das macht die Geschichte so spannend. Selbst Gestalten, die man leicht als „Monster“ abtun könnte, werden immer differenziert geschildert. (Kleine Randbemerkung: Ist bei Trollen nicht ganz einfach, aber ich bin überzeugt irgendwann werde ich in Sha´s Welt auch noch einem gutmütigen, sanften Troll treffen, der keiner Fliege was zu leide tun kann …). Übrigens fängt sich die Autorin auch nicht in folgender Falle: In vielen aktuellen Gay-Romanen sind Frauen entweder nicht vorhanden oder schlichtweg klischeehaft doofe Zicken. Dem Genre geschuldet, sind natürlich auch hier die Damen nur Nebenfiguren, aber trotzdem starke und eigenständige Persönlichkeiten. Das gilt für beste Freundinnen, geschickte Heilerinnen und besonders für weise Großmütter …

Natürlich sind vor allem Lorvaas Freunde richtig klasse geschildert und die, die noch nicht die Liebe ihres Lebens gefunden haben, machen unheimlich neugierig auf weitere Geschichten. Kleine Andeutungen schüren meine Hoffnung. ;D

Fazit: Nach einem für mich persönlich schwierigen Einstieg präsentiert sich „Lorvaa“ als tolles Fantasy-Abenteuer, dass wieder einmal Lust auf mehr macht. Deshalb solide 4,5, aufgerundet 5 Punkte und eine Leseempfehlung mit der kleinen Einschränkung, dass der Anfang des Buches nicht unbedingt etwas für schwache Nerven ist. Dazu ist der Weg der Helden zu steinig.

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"Sha" 
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Bildquelle: amazon

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