Donnerstag, 7. Mai 2015

"Snakes Rache" von Justin C. Skylark

Der einsame Rächer

Der junge Snake kann den sinnlosen Tod seines Vaters durch drei Gesetzlose nicht verhindern. Er selbst wird so schwer verletzt, dass er nur knapp mit dem Leben davonkommt. Doch er kann nicht vergessen, welches Unrecht man seiner Familie angetan hat und schwört Rache. Darauf richtet er sein ganzes Leben aus, Raum für andere Gefühle bleibt nicht.
Unbeirrt verfolgt er sein Ziel und die Menschen, denen er unterwegs begegnet, scheinen nun von Bedeutung zu sein, wenn sie ihm nützlich sind.
Irritiert stellt Snake aber fest, dass es Männer und Frauen gibt, die sich durch seine Kälte nicht abschrecken lassen. Vor allem der junge Will bezeichnet ihn als „Freund“ und hält ihm die Treue …


Die Geschichte von Snake ist so wild und rau wie das Land und die Zeit in der sie spielen. Snake versucht, seine Gefühle komplett zu unterdrücken. Nur seine Rachegelüste lässt er zu …
Kann ein Buch schweigsam sein? Die Geschichte von Justin C. Skylark kommt ohne ausufernde Dialoge aus und wirkt vielleicht deshalb so authentisch. Snake ist kein Mann vieler Worte. Man spürt förmlich, wieviel Zeit er alleine in den weiten der Prärie verbringt und wie schwer es ihm fällt, jemanden an sich heran zu lassen, wenn er in eine der lauten, wuseligen Städte kommt.
Snake geht seinen Weg, egal wie weit der ist und wie lange er dafür braucht. Die große Frage ist nicht nur, ob er sein selbstgestecktes Ziel erreichen kann, sondern auch was er danach machen wird. Schließlich gibt es nichts anderes in seinem Leben …

Der Schluß den Buches, den ich natürlich nicht verraten werde, passt einfach wunderbar zu der ganzen Geschichte und bricht nicht mit dem Tenor in dem sie erzählt ist. Ich mag ihn total …

Justin C. Skylark macht schon im Klappentext darauf aufmerksam, dass das Buch in erster Linie ein Western ist und Snakes sexuelle Orientierung nicht unbedingt die größte Rolle spielt. Entsprechend fehlen auch explizite Szenen. Trotzdem ist sie nicht unwichtig. Snake will kaum Gefühle zulassen, bis er seine Rache vollzogen hat und er darf, der Zeit geschuldet, in der er lebt, nicht offen zeigen, dass er am eigenen Geschlecht interessiert ist. Das führt dazu, dass er sich wahrscheinlich noch viel mehr in sich selber zurückzieht.

Homosexualität war im Wilden Westen einerseits verpönt und anderseits ein offenes Geheimnis. Ich finde dies spiegelt „Snakes Rache“ wunderbar wieder.

Mein Fazit: Toller, melancholischer Western um einen Mann, der einen weiten, einsam Weg geht, bevor er schließlich an seine Zukunft zu denken wagt. Mich hat die Geschichte gepackt. Sie ist mir 5 Sterne wert und bekommt vom mir eine Leseempfehlung für Western-Fans.

Die Freunde von erotischen Romanen, die gerne eine riesige Portion Romantik und vielleicht auch noch ein wenig Kitsch in einer Geschichte mögen, werden hier nicht unbedingt glücklich werden, dazu sind die Charaktere zu rau und zu kantig.


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Bildquelle: amazon

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