Dienstag, 14. Juli 2015

"Noah" von Adora Belle

Unsichtbare Ketten

Tu`al ist der Anführer einer kleinen Gruppe von Almuran, Wüstenbewohnern, die in der scheinbar unfruchtbaren und feindseligen Landschaft ihr Auskommen finden. Nichts hat ihn auf den jungen Mann vorbereitet, der ihm unerwartet in die Hände läuft und dem er zuerst fast widerwillig hilft.
Noah ist halb tot, als Tu`al ihn findet. Sein bisheriges Leben war eine Katastrophe. Schon als Kind wurde er in die Sklaverei verkauft und musste die Berührungen unzähliger Männer erdulden. Seinen Ekel, aber auch seine Wut konnte er nur mit Alkohol betäuben. Seine Selbstachtung ist völlig zerstört und in hilflosem Zorn schlägt er immer wieder um sich oder flieht vor den Menschen, die ihm wohlgesonnen sind.
Die karge Landschaft und die extremen Bedingungen in der Wüste lassen keinen Raum für Spielchen. Die Männer müssen um ihr Überleben kämpfen, aber ihnen wird auch klar, dass sie einander körperlich anziehend finden.
Kann das funktionieren? Ein Mann, der seinen Clan und seine Familie über alles liebt, und ein ehemaliger Bordell-Sklave, der nicht einmal weiß, was Liebe ist?

Der Untertitel von „Noah“ ist nicht umsonst „Unsichtbare Ketten“. Auf den ersten Blick ist Noah nun kein Sklave mehr und macht in der Hitze und Einsamkeit der Wüste einen unfreiwilligen Entzug von seiner Alkoholsucht. Man könnte also sagen, er wäre ein ganz anderer Mensch als vorher. Aber nachts, wenn er träumt und auch tagsüber brechen in bestimmten Situationen die Erinnerungen über ihn herein. Sein Körper trägt kaum noch die Narbe seines Sklavenhalsbandes, aber seine Seele ist nicht wirklich frei.
Auch Tu` al, der starke Anführer, ein freier und stolzer Mann trägt unsichtbare Ketten mit sich herum. Die Traditionen seines Volkes und seine tiefe Liebe zu seinem Stamm binden ihn an sein Dorf. Wie stark sind diese Ketten? Kann er sie für seine Liebe sprengen? Und was wird ihn das kosten?
Heimlich, still und leise schleicht sich aus dem Buch außerdem noch ein dritter „Hauptdarsteller“ ins Herz des Lesers und legt es in (unsichtbare) Ketten: Adora Belles Schilderungen der Wüste sind wundervoll und eindringlich. Man spürt fast die Gluthitze des Tages, die eisige Kälte der sternenklaren Nächte und den ewigen Wind voller kleiner Sandkörner auf der Haut.

Ich konnte Noahs Geschichte nicht eine Sekunde aus der Hand legen. Er und sein stolzer Wüstenfürst gehen einen schwierigen Weg, lange ist offen, ob sie es schaffen, gemeinsam ein Ziel zu erreichen und einen Platz für sich als Paar zu finden.
Das Buch ist nicht immer einfach. Aber es lohnt sich! Wer „Lauryn“ mochte, wird auch diese Geschichte lieben.
Von mir gibt es auf jeden Fall 5 Punkte und eine Leseempfehlung. Man kann „Noah“ wirklich unabhängig zu „Lauryn“ lesen, aber natürlich macht jede der Storys neugierig auf die andere.

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Bildquelle: amazon

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