Donnerstag, 6. August 2015

"Heimatliebe" von Seth Ratio

Heimat ist, wo dein Herz sein Zuhause findet …

Gefahr und Tod gehören zum Alltag eines Soldaten im Irak, Sicherheit gibt es nicht. Jeder Mensch, jeder Mann, jede Frau und sogar jedes Kind ist eine potentielle Bedrohung.
Der permanente Stress und die Verantwortung, trotzdem die richtigen Entscheidungen zu treffen, lasten schwer auf den Soldaten des Marine Corps, besonders aber auf den Scharfschützen, die mit jeder Kugel über ein fremdes Leben entscheiden. Wenigstens den eigenen Leuten müssen sie blind vertrauen können …
Sniper und seinen Aufklärer Patrick verbindet viel mehr als nur der gemeinsame Job. Ihre private Beziehung müssen sie aber geheim halten, da das Militär Homosexuelle nicht duldet, sondern mit Entlassung ahndet. Für Sniper und Patrik würde das Eingeständnis ihrer Liebe bedeuten, dass sie ihrem Land nicht mehr dienen dürfen …

„Heimatliebe“ ist eine geradezu unheimlich intensiv geschriebene Kurzgeschichte von Seth Ratio, die vor der Öffnung des US-Militärs für Homosexuelle spielt. Die Story ist keine kitschige Romanze, sondern erzählt schonungslos von der Härte des Krieges, von der Hitze, dem Dreck und der Gefahr. Aber man findet trotzdem selten eine so intensive und berührende Schilderung einer verbotenen Liebe zwischen zwei Männern.

Sniper und Patrick sehen sich täglich, arbeiten eng zusammen und dürfen sich ihre Zuneigung doch nur durch winzige Blicke und geheime kleine Gesten zeigen. Jede Berührung, jeder Kuss könnte dazu führen, dass sie die einzige andere Sache verlieren, die für sie eine Bedeutung hat und in der sie wirklich gut sind: Für Sniper und Patrick ist das Marine Corps nicht nur Beruf, es ist ihre Berufung.

Ich habe diese Geschichte mehr als einmal gelesen und bin immer noch fasziniert von der Palette von Emotionen, die hier auf wenigen Seiten transportiert werden. Das „funktioniert“ nur, weil wirklich jedes Wort trifft.

Man versteht nicht nur, warum die Männer etwas machen, man empfindet es mit ihnen. Man spürt ihre Müdigkeit, ihre Zweifel und Ängste, ihre tiefe Loyalität zueinander, aber auch zu ihrem Land. Und man versteht, warum sie es ertragen können, sich inmitten von Tod und Wahnsinn täglich zu sehen, aber nie körperlich zu berühren.

„Heimatliebe“ ist bittersüß und knallhart. Es ist tieftraurig und zugleich wunderschön. Die Geschichte ist außergewöhnlich und fernab aller Klischees.
Diesmal gibt es keine „Leseempfehlung“. Das hier ist ein absolutes „Muss“ und deutlich mehr als 5 Punkte wert.

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Bildquelle: amazon



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