Montag, 3. August 2015

"Satisfaction on demand: Eine erotische Vision" von M.C. Steinweg

Gilt die Formel: Sex = Erotik?
In einer postapokalyptischen Welt haben die Frauen die Macht. Sie entscheiden alles und die Männer spielen kaum noch eine Rolle. Selbst ihre „Funktionen“ sind streng reglementiert: Sie dienen der Gesellschaft in nur wenigen Jobs sind kaum mehr als Sklaven. Eine Sonderform bilden die „Satisfactoren“, die jede Frau mehrmals im Jahr besuchen darf und die dazu trainiert und verpflichtet sind, zu gehorchen und sich ohne Rücksicht auf die eigenen Bedürfnisse den Wünschen der Frauen zu unterwerfen.

Sex ist für Janus sein Beruf und er ist gut darin. Er wurde aufgrund seiner Genetik dafür ausgewählt und über Jahre darin ausgebildet, Frauen zu befriedigen. Außerdem ist er einer der wenigen Männer, die Nachwuchs zeugen dürfen, den er allerdings nie zu Gesicht bekommen wird. Die Mädchen wachsen bei ihren Müttern auf, die Jungen in speziellen Einrichtungen ohne Bindung an eine Familie.
Janus Weltbild bekommt Risse, als er Fleur kennenlernt und zum ersten Mal merkt, dass er nicht nur den Körper einer Frau, sondern auch ihre Seele streicheln will …
Er will sie kennenlernen und nicht nur als Mittel zum Zweck wahrgenommen werden. Fleur scheint ähnlich zu empfinden. Doch ihre Liebe ist im System ein Verbrechen!

Ich tue mich mit der Bewertung der Story ein wenig schwer. Um es vorweg zu nehmen: Sie hat mir gut gefallen und ich habe sie voller Spannung in einem Rutsch durchgelesen. Damit bekommt sie eigentlich 5 Punkte und eine Leseempfehlung.
Das gilt allerdings ohne Einschränkung nur dann, wenn man gut geschriebene und interessante Dystopien mag. Ich hatte ehrlich gesagt bei dem provokanten Cover und dem Untertitel „Erotische Vision“ etwas anderes erwartet …

Bekommen habe ich die mitreißende Geschichte eines jungen Paares, das in einer Welt lebt, in der versucht wird, Sex und Herz komplett zu trennen. Geschlechtsverkehr wird auf körperliche Befriedigung und Vermehrung reduziert. Gerade im ersten Teil des Buches war für mich sehr deutlich, dass Sex für Janus sein Beruf ist. Dazu ist er ausgebildet und so setzt er seinen Körper ein. Sex betreibt Janus rational, auf Abruf und mit jeder Frau, die ihn besucht.

Wenn man Sex und Erotik gleichsetzt, ist diese Buch mit Sicherheit sehr erotisch. Wenn man Erotik aber als etwas sieht, das man mit dem Verstand zwar „ankurbeln“ kann, das aber von Gefühlen und Fantasie erst beflügelt wird, so findet man deutlich weniger wirklich erotische Szenen.

Zärtlicher und wunderschön sind vor allem die Momente zwischen Janus und Fleur. Hier springt der Funke dann endlich über …

Ein wenig hat sich M.C. Steinweg mit ihrer spannenden Zukunftsvision selber überlistet: Irgendwann fand ich persönlich es spannender, was außerhalb des Bettes passiert, als das was sich zwischen den Laken abspielt. Kurz gesagt: Die dystopischen Elemente des Romans haben mich so gut überzeugt, dass sie die erotischen überlagern. Ich wollte nämlich unbedingt wissen, ob und wie es für Fleur und Janus einen Ausweg gibt, eine Chance als Paar zusammen zu leben und nicht nur als Satisfactor und Geberin.

Soviel noch dazu: Ich bin immer wieder überrascht worden, ohne das eine der Wendungen unglaubwürdig war.
Über die Welt in der die beiden leben, hätte ich übrigens gerne noch sehr viel mehr erfahren …

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- "Satisfaction on demand"

Bildquelle: cupido-books.com

Übrigens: Ein Blick auf die Homepage oder den blog des Verlages unter cupidobooks.blogspot.de lohnt sich!

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