Donnerstag, 17. September 2015

"Darf ich deine Hand halten?" von Marlene Lauterbach

Geschichte mit Herz und Hirn

Jason ist neu an der Schule und scheint ein typischer Bad Boy zu sein. Bestimmt werden die Mädchen alle auf ihn fliegen! Daniel beobachtete das mit Misstrauen, bisher werfen sie sich ihm nämlich an den Hals. Also behält er Jason im Auge und stellt überrascht fest, dass er den Blick eigentlich gar nicht mehr abwenden will.
Was fasziniert ihn bloß so an dem Neuen? Und was empfindet Jason eigentlich?

Marlene Lauterbach hat mit „Darf ich deine Hand halten?“ eine unheimlich zärtliche Geschichte von zwei Jungen geschaffen, die sich zum ersten Mal wirklich verlieben.

Das Jason ein Handicap hat, ist dabei in meinen Augen nicht unbedingt der Kern der Geschichte. Sowohl er als auch Daniel müssen sich damit auseinandersetzen, wie sie mit den Erwartungen ihrer Familien und Freunde umgehen. Aber auch ihre Vorstellungen von sich selbst stehen plötzlich auf dem Prüfstand. Was macht einen Menschen eigentlich wirklich aus?

Es ist wunderschön zu lesen, wie sich Daniel und Jason ganz langsam aufeinander zu bewegen und dabei nicht nur die Schwächen und Stärken des jeweils anderen kennenlernen, sondern auch die eigenen.

Oft langweilen mich persönlich Geschichten, in denen es - gefühlt zum eintausendsten Mal – um die erste große Liebe geht. Das habe ich einfach schon zu oft gelesen …

Hier dagegen war ich endlich einmal wieder hin und weg. Die Story berührt nicht nur das Herz, weil sie im einem kleinen Lächeln all die Wunder und all die Dramen in Erinnerung ruft, die halt mit der ersten, richtigen Liebe verbunden sind, sondern sie ist auch klug erzählt. Man spürt richtig, wie die beiden Jungs sich langsam über ihre Gefühle klar werden und wie sie darum ringen, die richtigen Entscheidungen zu fällen.


Nicht falsch verstehen! Die Story ist kein Drama. Sie steckt voller interessanter Charaktere, liebevoll erzählter Details und am liebsten möchte man das Buch gar nicht aus der Hand legen, sondern gleich wieder von vorne beginnen, wenn man damit fertig ist.

Das ist eine der Geschichten, die – trotz in sich geschlossenem Handlungsbogens – einfach zu kurz sind. Aber das würde ich bei dieser Story vermutlich auch sagen, wenn sie dreimal so lang wäre …

Fazit: Da ich meine Begeisterung ohnehin nicht verbergen kann, gebe ich schnell eine Leseempfehlung, 10 von 5 möglichen Punkten und stürze mich noch mal auf das Buch.

Wenn ich dann immer noch nicht genug von Marlene Lauterbach habe, lese ich halt „Wie werde ich in 10 Tagen schwul?“ auch noch einmal. Die Story ist nämlich genauso zärtlich und voller Humor erzählt!

P.S.: Manchen wird der ungewöhnliche Titel bekannt vorkommen. Tatsächlich hat Marlene Lauterbach schon einmal eine Kurzgeschichte um die beiden Jungs veröffentlicht. Leider (!!!) ist das Buch "Homo I erotische Kurzgeschichten", in dem sie enthalten war, nicht mehr erhältlich. 
Die aktuell vorliegende Story beruht zwar auf der alten, ist aber deutlich ausgebaut worden. Es lohnt sich also!

Haben wollen? 
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-  Darf ich deine Hand halten?“
-  Wie werde ich in 10 Tagen schwul?“ 

Bildquelle: amazon


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