Montag, 21. September 2015

"Der Kuss des Zentauren" von Dana Graham

Spannende High Fantasy mit einem satten Schuss Romantik

An der Schwelle eines Krieges trifft die junge Adlige Sirja auf einen der sagenumwobenen Zentauren. Doch niemand will ihr glauben, dass dieser ihr vor seinem Tod eine geheimnisvolle Botschaft übermittelt hat. Zu groß ist der Zorn, weil die als grausam geltenden Pferdemenschen nicht nur Sirjas Bruder ermordet, sondern auch weitere, unprovozierte Angriffe verübt haben.

Als die Menschen Rheos gefangen nehmen, versucht Sirja auf eigene Faust Licht ins Dunkel zu bringen. Unversehens findet sie sich mit dem Zentauren auf einer wilden Flucht wieder, bei dem nicht immer klar bleibt, wer Geisel und wer Geiselnehmer ist. Die Grenzen zwischen Gut und Böse sind längst nicht so eindeutig, wie Sirja und Rheos dachten. Wenn sie nicht schleunigst aufdecken, wo die wahren Hintergründe der Konflikte zwischen ihren Völkern liegen, wird es blutige Verluste auf beiden Seiten geben.


Ich habe „Der Kuss des Zentauren“ von Dana Graham als Romanze mit Fantasy-Anteil gekauft. Nachdem ich mit dem Buch fertig bin, würde ich es allerdings eher als Fantasy-Roman bezeichnen, der auch eine Love-Story enthält. Das ist aber keineswegs enttäuschend! Mir hat die Geschichte unheimlich gut gefallen, die sich eben nicht nur darum dreht, ob und wie die zwei Helden ihr Happy End finden, sondern viel weiter greift.

Sirja und Rheos gehen beide einen langen, schwierigen Weg. Zuerst unfreiwillig und gegen ihren Willen finden sie Dinge heraus, die das Schicksal ihrer beiden Völker für immer verändern werden. Dabei müssen sie am Anfang gegen das an Hass grenzende Misstrauen ankämpfen, dass sie für einander empfinden. Nur langsam erwächst daraus Respekt, Verständnis und später sogar echte Zuneigung. Jeder Schritt der beiden – egal ob aufeinander zu oder voneinander weg – ist sehr glaubhaft geschildert. Als Leser kann man das Buch kaum aus der Hand legen, bevor man weiß ob die beiden eine gemeinsame Zukunft haben und wie diese aussehen wird.

Für mich hat das Buch außerdem eine sehr aktuelle Kernaussage: Ein friedliches Miteinander ist möglich, wenn beide Seiten sich darauf einlassen und mit Offenheit für die Sitten des jeweils anderen aufeinander zugehen. Wer „Kriegstreiber“ und wer „Bösewichte“ ist, erschließt sich manchmal erst nach genauem Hinsehen. Es steht niemandem auf die Stirn geschrieben. Aber für die Taten Einzelner ein ganzes Volk zu verurteilen, ist nicht fair.

Mich hat die von Dana Graham geschaffene Welt unheimlich fasziniert. Gerade die Beschreibungen der Kultur der Zentauren sind so lebhaft und schlüssig, dass man die mächtigen Pferdemenschen sehr förmlich vor dem inneren Auge sieht.

Eben weil die Autorin NICHT der Versuchung erliegt, die Bösewichte zu überzeichnen, würde ich außerdem unheimlich gerne einen Folgeband lesen. Wie geht es weiter mit den Menschen und den Zentauren? Und was wird aus den wilden Steppenzentauren?

Fazit: Leseempfehlung? Echt jetzt??? Natürlich! Oder war das Lob nicht deutlich genug? Außerdem 5 Punkte und eine Warnung: Macht Lust auf mehr!!!


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Bildquelle: amazon

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