Freitag, 18. September 2015

"Wie werde ich in 10 Tagen schwul?" von Marlene Lauterbach

Brotlose Kunst, Sex und Liebe. Oder?

Michele ist völlig pleite. Von seinen Bildern zu leben, scheint nicht möglich zu sein und sein bester Freund hat ihm den Geldhahn zugedreht. Es gibt nur einen Ausweg: Wenn Michele den Galeristen Pierre davon überzeugen kann, seine Werke auszustellen, wird sich der Erfolg wie von alleine einstellen und aus seiner brotlosen Kunst wird ein lukratives Geschäft.

Leider besagt die Gerüchteküche, dass Pierre nur Schwule fördert, die er vorher auf Herz und Nieren prüft. Also –um ehrlich zu sein - prüft er eher, ob sie bereit sind sein Bett zu teilen.

Michele ist überzeugter Hetero. Aber für seine Kunst ist er bereit, so einiges in Kauf zu nehmen. Kann er wirklich in 10 Tagen lernen, glaubhaft einen Schwulen zu spielen? Oder ist es am Ende gar kein Spiel? Als er Frederik kennenlernt, wird mehr als eine von Micheles Überzeugungen auf den Kopf gestellt.

„Eine Gay-Romanze mit Witz und viel Gefühl, in der nichts so ist, wie es anfangs scheint!“ behauptet Marlene Lauterbach im Klappentext von „Wie werde ich in 10 Tagen schwul?“. Dem ist eigentlich nicht viel hinzu zu fügen. Micheles Abenteuer werden mit einem Schmunzeln und einem Augenzwinkern erzählt. Geschickt spielt die Autorin dabei mit gängigen Klischees. Dabei sind die Figuren (und die Geschichte) nicht eindimensional! Im Gegenteil, sie überraschen immer wieder mit unerwarteten aber nicht unglaubwürdigen Wendungen.

Wie auch in „
Darf ich deine Hand halten?“ lernen sich nicht zwei Menschen kennen, sind verrückt vor Liebe, die nur von irgendwelchen äußeren Einflüssen gestört wird, und fallen übereinander her. Michele und Frederik scheinen gar nicht so recht an die Liebe zu glauben. Wenn man sie als Leser schon längst schütteln will, weil sie doch sooo gut zueinander passen, erklären sie noch durchaus plausibel ihre Bedenken und Zweifel. Gerade das macht sie so glaubwürdig und lebensecht!

Völlig fasziniert folgt man Micheles Weg vom brotlosen Künstler ohne wirkliches Ziel zum … was eigentlich? Auch wenn Michele kein Teenie mehr ist, im Laufe der Geschichte wird er erwachsen und findet nicht nur endlich seinen Stil, sondern endlich auch zu sich selbst. Ob er tatsächlich mit der Liebe seines Lebens bis in alle Ewigkeit glücklich werden wird? Das werde ich natürlich hier nicht verraten.

Man muss die Story schon lesen, um mit Michele zu entdecken, dass die Liebe vielleicht ganz anders aussieht, als er es sich vorgestellt hat und dass heißer Sex keine Garantie für Gefühle ist.

Die Geschichte macht richtig Spaß. Sie ist eine gelungene Mischung zwischen erotischem Roman und Romanze, sie bringt den Leser immer wieder zum Lachen, ohne in lächerliche abzurutschen. Am Ende sitzt man da, hat ein Schmunzeln im Gesicht und ist doch auch ein wenig nachdenklich.

Mir hat das Buch jedenfalls gut gefallen. Deshalb 5 Punkte, eine Leseempfehlung und eine Spaßgarantie.


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Darf ich deine Hand halten?“
- Wie werde ich in 10 Tagen schwul?“ 

Bildquelle: amazon

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