Mittwoch, 14. Oktober 2015

Augen auf beim Bücherkauf!


Bildquelle: Screenshot, eigen, vom 15.10.2015 

Wenn der Titel nicht hält, was er verspricht ...


… ärgert sich der Leser!
Zumindest dieser Leser hier. Die anderen Rezensenten beim großen A scheinen das ja ganz anders als ich gesehen zu haben und bewerten das Buch entsprechend erheblich besser. Meinungsfreiheit nennt man das und das ist ein hohes Gut! 


Eigentlich bin ich gegenüber diesen merkwürdigen Titeln in Großbuchstaben und mit allerlei einschlägigen Begriffen in Klammern mittlerweile ja misstrauisch. Aber hin und wieder lässt man sich halt hinreißen. Ok, ehrlich gesagt, es war mal wieder eine Gratisaktion "schuld".

In der Geschichte „Feuriges Verlangen“ von Sophia Wolf jedenfalls bekommt man meiner Meinung nach eine ziemlich langweilige und an den Haaren herbeigezogene Einführung, auf die eine Mini-Szene zwischen zwei Männern und einer Frau folgt. Die ist sogar ganz nett und besser geschrieben, als der „Vorspann“ der nur so vor Grammatikfehlern (*1) strotzt, es vermuten lässt.

Dann allerdings kommt NICHT (Man beachte: Hier wird das Stilmittel aus dem Titel verwendet!) die angekündigte DREIERBEZIEHUNG sondern eine „FREE BONUS STORY“, die ein Drittel des Inhalts ausmacht. Keine Ahnung worum es darin geht, denn als die end- und belanglosen Dialoge wieder anfingen, habe ich keine Lust mehr gehabt und abgebrochen.

Och nö. Das gefällt mir so nicht mal im Ansatz und eine Leseempfehlung gibt es auch nicht. Erotik ist viel mehr als die Beschreibung von Aussehen und Technik. Für einen saftigen P*** wird in der Story zu viel gelabert und zu wenig Bettgymnastik betrieben.

(*1) Anmerkung: Auch wenn man Plusquamperfekt nicht mag, kommt man in der deutschen Sprache nicht immer drum herum …

Worüber ich aber nur den Kopf schütteln kann, ist folgendes: Der Roman ist vielleicht und sehr viel gutem Willen eine Liebesgeschichte. Die Beziehung / Ehe zwischen Alecia und David scheint allerdings eher eine Freundschaft mit gewissen Extras zu sein. Der Sex ist ganz gut, aber die große Leidenschaft kommt nicht beim Leser an.
Aber Leute!!! Nur weil zwei Männer im Bett sind, gehört dieses Buch noch lange nicht in die Kategorie "Romantische Literatur für Homosexuelle". Die Jungs besorgen es der Frau und nicht einander!
Was die Story (mit nur einer Frau!) in "Lesbenromantik zu suchen hat, erschließt sich mir erst recht nicht. 

Ehrlicherweise: Vielleicht kommt ja zu beidem noch was in der "FREE BONUS STORY", die ich mir gespart habe.

Fazit: Das e-book war zwar für mich kostenlos, aber meine Lese- und Lebenszeit habe ich eindeutig mit der Story verschwendet. Von Sophia Wolf landet nix mehr auf meinem Reader, egal für welchen Preis.

Kommentare:

  1. Ich hab mich grad köstlich beim Lesen amüsiert. Man merkt richtig, wie frustriert du bist, ich konnte mir förmlich dein genervtes Gesicht beim Stöbern in der Story vorstellen. *lach*

    Das nenne ich mal klassischen Fehlkauf. :D

    Wobei das Einordnen in die falschen Kategorien bei einigen Autoren mittlerweile schon zur Methode geworden ist. Keine Ahnung, wozu das gut sein soll, einen Fantasyroman unter Horror einzuordnen, aber man wird dort halt gesehen, weil das Genre kleiner ist. Dass die Leser von diesem Genre-Hüpfen immer mehr genervt sind, scheint nicht zu kümmern.

    Ich finde das unmöglich, sowohl als Leserin als auch als Autorin. Ja, die Auswahlmöglichkeiten bei Amazon sind nicht gerade die Besten, das weiß jeder, der sich ein bisschen mit KDP auskennt, aber trotzdem gehört ein Buch in die richtige Kategorie und nicht irgendwo eingeordet, weil: man könnte ja vielleicht ein paar neue Leser dort abgreifen.

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    1. Das ist doch eine kurzsichtige Strategie.
      (Auf der Zunge lang mir ein deutlicheres Wort ...)

      Ich lese durchaus auch Hetero-Romane und total gerne Menage-Geschichten. Aber ein Autor, der mich quasi "belügt" damit ich seine Bücher kaufe, bleibt mit Sicherheit nicht in guter Erinnerung.
      Das animiert nicht zu Folgekäufen ...
      ;)

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    2. Geht mir genauso. Da fühle ich mich als Leserin verarscht und überlege definitiv 2x, ob mir von besagtem Autor/in noch mal ein Buch ins Haus kommt.

      Dass das Einordnen auf KDP nicht ganz einfach ist, weiß ich aus eigener Erfahrung, aber ich werde meine Gestaltwandler deswegen nicht unter Horror oder Thriller packen, nur weil das Genre kleiner ist und ich dadurch sichtbarer wäre. Ganz ehrlich, ich kann jeden Leser versteht, der das mit einem Naserümpfen kommentiert. Fantasy bleibt Fantasy und gehört auch dorthin.

      Das gilt für jedes andere Genre ebenso und ein Story, in der 2 Männer mit einer Frau Sex haben, gehört ganz sicher nicht unter Homosexuelle.

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  2. Das ist mir auch verstärkt aufgefallen und echt nervig. Wenn ich "Hetenkram" lesen will, dann gehe ich schon von selbst in die passende Rubrik.

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