Donnerstag, 15. Oktober 2015

"Eisprinz und Herzbube" von Elena Losian

Verliebte Jungs …

Emilio ist 15 und findet sein Leben mehr als kompliziert. Immer wieder wird er wegen seiner beiden schwulen Väter gemoppt und muss sich gegen den Vorwurf schwul zu sein, verteidigen. Nur sein bester Freund Etienne hält felsenfest zu ihm. Als ausgerechnet der coole Schulsprecher Nicholas ihn bezichtigt, homophob zu sein, eskaliert die Situation. Emilio weiß bald nicht mehr wo ihm der Kopf steht. Noch viel weniger weiß er wohin mit seinen Gefühlen für seine Freundin, seinen besten Freund und … Nick???

Eisprinz und Herzbube“ hat mich so richtig verführt! Zuerst hat mich der Titel neugierig gemacht, dann fand ich das Cover total schön und schließlich … naja, in die Leseprobe könnte man ja kurz mal reinschnuppern, auch wenn Teenies und erste Liebe nicht so ganz in mein Beuteschema passen …

Kaum hatte ich die ersten Seiten gelesen, war ich allerdings völlig fasziniert und wollte die Story nicht mehr für eine Sekunde aus der Hand legen. Eine durchlesene Nacht später kann ich also Folgendes berichten:

Ja, in dem Buch sucht und findet Emilio, von seinen Freunden „Milo“ genannt, seine erste Liebe. Das ist richtig toll geschildert und als auch „erwachsener“ Leser spürt man den ganzen, wunderbaren Zauber aber noch einmal so, als würde man ihn selbst wieder erleben. Natürlich ist nicht alles rosarot und der Himmel hängt auch nicht immer voller Geigen. Milo macht Erfahrungen, die schmerzhaft sind und muss sich mit Zweifeln, Vorurteilen, Homophobie und seiner eigenen Vergangenheit auseinandersetzen. Dafür, dass die Geschichte nicht ins Drama abrutscht, sorgen Szenen, die allesamt super geschrieben sind und den Leser hin und wieder einfach mit einem fetten Grinsen im Gesicht zurücklassen. Teenies halt …

Etienne, Milo und Nick werden im Laufe der Geschichte erwachsen. Sie lernen für sich und ihre Gefühle und Überzeugungen einzustehen. Dazu gehört auch die Entdeckung, dass ihre Eltern eigene Geheimnisse und Schwächen haben. Man spürt förmlich, wie sich der Blick der Jugendlichen auf sie verändert.

Eisprinz und Herzbube“ ist in meinen Augen viel mehr als eine einfache Love-Story. Die wundervoll ineinander gewobenen Handlungsfäden erzählen ganz nebenher die Geschichte von drei Familien. Keine scheint auf den ersten Blick „der Norm“ zu entsprechen und gerade das ist für mich auch eine der Kernaussagen: Familie ist das, was man daraus macht!

Auch die drei Jungs scheinen unbewusst immer das klassische „Vater-Mutter-Kind-Heile-Welt“-Bild vor Augen zu haben. Nach und nach wird ihnen aber klar, dass dies in der Regel mit der Realität wenig zu tun hat und die meisten Familien unter der Oberfläche mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen haben. Erst wenn man sich offen eingesteht, was eigentlich schief läuft, ist der Weg zu einer Lösung offen.

Fazit: Mir hat „
Eisprinz und Herzbube“ richtig gut gefallen!
Nein falsch: Ich bin total begeistert! Die Story sollte man sich auf gar keinen Fall entgehen lassen.

Ich habe das Buch verschlungen und werde es mit Sicherheit noch mehr als einmal lesen. Dafür gebe ich gerne Fall 5 Punkte. Die Leseempfehlung habe ich ja oben bereits ausgesprochen und kann sie jedem nur ans Herz legen. Sie richtet sich übrigens sowohl an junge, wie auch an ältere Leser.

Der Schwerpunkt der Geschichte liegt zwar eindeutig auf den Gefühlen, aber es gibt in diesem Buch auch einige freizügige Szenen. Sie sind jedoch niemals Selbstzweck, sondern passen immer genau in die Situation.
Und: Hey! Es geht Teenies!!! Die müssen schließlich herausfinden, wie das alles so funktioniert mit der Liebe …


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Bildquelle: Main-Verlag

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