Freitag, 9. Oktober 2015

"Last Hope" von Inka Loreen Minden

Kleine und große Hoffnungen

Die Menschheit hat sich selbst und ihren Planeten völlig zerstört. Nur auf dem winzigen Planeten „Terra Nova“ findet eine kleine Gruppe ein neues Zuhause. Doch das Unheil folgt den Siedlern auf dem Fuße: Eine Seuche löscht die Menschen auf Terra Nova nahezu aus. Wer die Infektion überlebt ist noch schlimmer dran: Da sie das Gehirn angreift, verwandelt sie jeden in ein zombieähnliches Wesen, das auf die einfachsten Instinkte beschränkt, dahinvegetiert.
Keena und ihr kleiner Sohn Kevin schlagen sich mehr schlecht als recht in der – bis auf die Zombies - fast ausgestorbenen Stadt „Miracle City“ durch, als Blake sie entdeckt. Er ist sofort fasziniert. Im Gegensatz zu Keena hat er einen Plan, der sie von dem unheilvollen Planeten wegbringen könnte, er braucht dazu allerdings Hilfe.
Keena ist zunächst misstrauisch gegenüber dem Fremden, lässt sich aber von ihm überzeugen und entdeckt sogar Gefühle für ihn. Als sich herausstellt, das Blake ihr nicht die volle Wahrheit gesagt hat, ist es für eine Umkehr schon zu spät. Keena, Kevin und Blake müssen sich auf Gedeih und Verderb an seinen gefährlichen Plan halten …

Last Hope“ von Inka Loreen Minden ist ein in sich abgeschlossener Kurzroman, der auf der Novelle „Flucht von Terra Nova“ beruht, aber mehr als dreimal so lang ist.

Die Geschichte ist eine Mischung aus Dystopie und Romanze, die ziemlich gut funktioniert. Die dystopischen Aspekte sind gut durchdacht und in sich schlüssig. Man spürt Keenas Einsamkeit, Ihre Angst und ihre Verzweiflung, auch wenn sie diese nicht offen zeigt, um ihren kleinen Sohn nicht zu erschrecken. Das größte Problem der beiden sind natürlich die zombieähnlichen „Tumber“, aber auch so etwas simples wie eine Erkältung kann zum Problem werden, weil es eben keine Ärzte mehr gibt. Noch lebt Keena von den Resten der Zivilisation, aber diese Güter sind endlich und das ist ihr bewusst.

Klasse finde ich, dass Keena keine schwache Frau ist. Sie macht aus der Situation für sich und ihr Kind das Beste und weiß sich ihrer Haut durchaus zu wehren. Sie hat es sich abgewöhnt, an die Zukunft zu denken und hofft immer nur, dass sie und ihr Sohn den Tag überleben werden.

Ein wenig erschreckend, aber sehr gut angelegt ist übrigens Kevin, der auf der einen Seite ein ganz normaler kleiner Junge zu sein scheint, auf der anderen jetzt schon davon geprägt ist, dass er täglich um sein Leben kämpfen muss.

Blake erscheint am Anfang ein wenig undurchsichtig. Er hilft Keena zwar, hat aber dafür keineswegs nur selbstlose Motive. Erst nach und nach entdeckt er sein Herz wieder …

Obwohl „Zombies“, hier „Tumber“ genannt vorkommen, würde ich nicht sagen, dass die Geschichte in Genre Horror gehört. Natürlich sorgen die merkwürdigen Wesen für die ein oder andere Gänsehaut, aber der Schwerpunkt liegt nicht in diesem Bereich.

Die Romanze zwischen Blake und Keena scheint unausweichlich und es kommt wie es kommen muss …

Nicht falsch verstehen, die Story ist klasse geschildert und hat neben sehr emotionalen auch hocherotische Momente. Ich finde es nur ein wenig schade, dass die beiden zuerst keine Alternative zueinander zu haben scheinen und auch danach alles sehr schnell geht.

Trotzdem habe ich die Geschichte sehr gerne gelesen. Ich wollte unbedingt wissen, ob und wie Keena und Blake es schaffen, für sich und Kevin eine Zukunft aufzubauen. Inka Loreen Minden hat einige Szenen eingebaut, die richtig toll sind. Besonders gut haben mir die sich immer mehr verdichtenden Hinweise gefallen, dass „Terra Nova“ mehr Geheimnisse hat, als allgemein bekannt war und die verheerende Seuche anscheinend vor Artgrenzen nicht halt macht.

Man kann sich von dieser spannenden Geschichte gut unterhalten lassen und sie vergnügt zur Seite legen, wenn man fertig ist. Es lohnt sich aber durchaus auch, noch ein wenig über die hinter der Story versteckte zweite Ebene nachzudenken: Die unglaubliche Arroganz der Menschen hat hier nicht nur einen, sondern gleich zwei Planeten mehr oder weniger zerstört. Das es schließlich doch noch eine letzte Hoffnung gibt, ist eher der Natur zu verdanken.

Mein Fazit: Spannend, romantisch, gut zu lesen und mit mehr Tiefe, als man zuerst glaubt. Gefällt mir sehr, also 5 Punkte und eine Leseempfehlung.

Wer die „Warrior Lover“ mochte, wird auch hier gut unterhalten werden. Ich bin übrigens jetzt neugierig auf eine weitere Dystopie der Autorin: Von der Serie „Outcast“, die sie unter dem Namen Monica Davis veröffentlich hat, sind bisher zwei Bände erschienen.



Haben wollen?
 Hier kann man die Bücher von Inka Loreen Minden kaufen:
"Last Hope 

- "Outcast 1: Lost Island"
- "Outcast 2: Welltown"


Hier noch die links zu den sexy "Warrior Lovern"
Teil 1: Jax 
Teil 2: Crome
Teil 3: Ice
Bonusstory: Storm
Teil 4: Nitro 
Bonusstory: Andrew und Emma
Teil 5: Steel


Eine Rezension zur Serie findet man hier: "Warrior-Lover", Serie 

Bildquelle: amazon

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen