Sonntag, 22. November 2015

"Serie: Outcasts Band 1 - Lost Island" von Monica Davis

Kleine Vorbemerkung:
Ich habe hier untereinander die Rezis zu den ersten drei Teilen der Serie "Outcasts" eingestellt. Natürlich könnten in den Besprechungen zu Band 2 oder 3 kleine Spoiler stecken. Wer das nicht mag, sollte die entsprechenden Rezis immer erst lesen, wenn er mit dem jeweiligen "Vorgänger" fertig ist.

Verschwiegene Wahrheiten

Kates Welt ist eigentlich perfekt. Jede Sekunde und jeder noch so private Lebensbereich ist von der sogenannten „Familia“ durchgeplant und damit auch alles seine Richtigkeit hat, wird sie — genau wie alle anderen Menschen — ständig überwacht. Sogar in ihrer Wohnung bliebt nichts privat, nur in Bädern fehlen die allgegewärtigen Kameras, bei den Schlafräumen sollte man nicht zu sicher sein. Wenn Kate ehrlich ist, sind ihre schönsten Erinnerungen allerdings die, an die gestohlene Momente mit dem rebellischen Liam, der sich immer wieder gegen das System aufgelehnt hat und dafür schließlich im Gefängnis gelandet ist.
Als zukünftige Senatorin soll Kate nun für die Familia in einer Strafkolonie spionieren. Ihre Überraschung ist groß, als sie ausgerechnet dort auf Liam trifft. Der freundliche Junge ist zu einem harten Mann geworden, der sich in der feindlichen Umgebung behaupten kann. Immerhin beschützt er Kate und scheint auch noch einen Rest der alten Zuneigung zu ihr zu empfinden.
Kate steht vor einer mehr als schwierige Entscheidung: Soll sie bei Liam bleiben, den sie aus tiefstem Herzen liebt, und ein Leben als Ausgestoßene führen oder ihn verlassen, den ihr vorbestimmten Mann heiraten und als Senatorin versuchen das System zu ändern?

Monica Davis alias Inka Lorreen Minden hat mit „
Outcast 1: Lost Island“ eine faszinierende Dystopie entworfen, die auf mehr als einer Eben funktioniert. Neben einer spannenden Romanze bietet sie nämlich reichlich Stoff zum Nachdenken, ohne auch nur einen Moment lang mit erhobenem Zeigefinger daherzukommen.

Kate und Liam lieben sich von Kindheit an und scheinen einander perfekt zu ergänzen: Die ruhige Kate bremst den aufrührerischen Liam, während er sie immer wieder zum Nachdenken bringt, aber auch dazu, die kleinen Abenteuer auszukosten, die das Leben erst lebenswert machen. Das System teilt sie jedoch in unterschiedliche Schichten ein, deren Grenzen — ähnlich dem indischen Kastensystem — kaum zu überwinden sind. Die Herkunft bestimmt im Grunde über berufliche Chancen, die Erlaubnis einen bestimmten Menschen zu heiraten dürfen und sogar über die Anzahl der Kinder, die ein Paar haben darf. Kate hinterfragt das System nicht wirklich, weil sie nie etwas anderes kennengelernt hat und ihr alternative Lebensentwürfe fehlen. Nur ihre Liebe zu Liam lässt sie zweifeln und hoffen: Gegen jede Chance stellt sie bei der Familia einen Heiratsantrag, der natürlich abgelehnt wird.

Liam lernt auf die harte Tour die verschwiegenen Schattenseiten des Systems kennen: Nicht nur die normalen Arbeiter werden gnadenlos ausgenutzt. Die Strafinsel „Lost Island“ ist das schmutzige Geheimnis des Senats und die Gefangenen dort sind völlig rechtlos dem Gesetz des Stärkeren unterworfen. Für ihre mageren Rationen müssen sie unter härtesten Bedingungen arbeiten, medizinische Versorgung fehlt ganz und nicht einmal die Kinder, die auf der Insel geboren werden, dürfen diese jemals wieder verlassen.

Aber nicht nur das System verschweigt den Menschen grundlegende Wahrheiten.

Auch Kate und Liam haben Geheimnisse voreinander. Sie trauen sich noch nicht wieder komplett oder haben Angst, was der jeweils andere zu ihren Entscheidungen sagen wird. Das stellt ihre Liebe zusätzlich auf eine harte Probe.

Als Leser kann man die spannende und mitreißende Geschichte der beiden genießen und wird bestens unterhalten. Man braucht noch nicht einmal explizite Szenen, um zu spüren, wie sehr sich Kate und Liam lieben.

Es ist aber genauso interessant, die über die zweite Ebene der Geschichte nachzudenken: Welche Chance haben Menschen in einem diktatorischen Überwachungsstaat überhaupt? Von außen scheint es immer merkwürdig, dass sich niemand auflehnt, aber hier wird deutlich, wie das System funktioniert. Informationen werden zurückgehalten, manipuliert oder verzerrt wiedergegeben. Privatsphäre gibt es nicht. Kritik wird als Regelverstoß angesehen und aufs schärfste bestraft, bis sich schließlich niemand mehr traut, das System zu hinterfragen.

Die Geschichte macht erschreckend deutlich, wie kostbar Freiheit und Demokratie sind und wie sorgsam man damit umgehen sollte.

Mein Fazit: Ich bin von „
Outcast 1: Lost Island“ berührt und begeistert! Deutlich mehr als 5 Punkte und eine Leseempfehlung, die ausdrücklich nicht nur für junge Leser gilt.Ich will unbedingt wissen, wie diese grandiose Geschichte weitergeht und was aus Kate, Liam, aber auch aus den anderen interessanten Charakteren wird, die ich hier kennengelernt habe!

Haben wollen?
 Hier kann man die Bücher von Monica Davis / Inka Loreen Minden kaufen:

- "Outcasts 1: Lost Island"
- "Outcasts 2: Welltown"
- "Outcasts 3: Secret City"
- "Outcasts 4: Newtown

Eine weitere, spannden Dystopie ist "Last Hope 

Auch klasse und mit deutlich expliziteren Szenen als "Outcasts" sind die sexy "Warrior Lover". Sie sind - im Gegensatz zu "Outcasts" nur für erwachsene Leser geeignet:
Teil 1: Jax 
Teil 2: Crome
Teil 3: Ice
Bonusstory: Storm
Teil 4: Nitro 
Bonusstory: Andrew und Emma
Teil 5: Steel


Eine Rezension zur Serie findet man hier: "Warrior-Lover", Serie 

Bildquelle: amazon

Kommentare:

  1. Hey :)

    Ich kenne Inka Loreen Minden eigentlich nur durch ihre Erotikgeschichten ... Wie explizit ist diese Dystopie denn? Irgendwie mag ich das nicht so sehr, wenn sich Erotik mit anderen Genres mischt, deswegen frage ich mal :).

    Liebe Grüße
    Ascari vom Leseratz Blog

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  2. Hallo Ascari!
    "Outcasts" ist eigentlich eher für jüngere Leser angelegt und beschreibt deshalb Beziehungen eher romantisch als erotisch.Es gibt zwar auch einige "härtere" Szenen, aber diese werden ebenfalls nur angedeutet. Im Vordergrund steht eindeutig der spannende Kampf der Menschen um Freiheit und Selbstbestimmung.
    GLG ulla

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