Sonntag, 20. Dezember 2015

"Bester Newcomer 2015" - Interview mit Màili Cavanagh


Erstmals in 2015 wurde im Aufrag der "Keep Calm And Read Gay Romance Buchgruppe" bei Facebook der Gay Couple AWARD vergeben. In gleich sechs verschiedenen Kategorien wurde das romantischste Liebespaar der vergangenen 12 Monat gesucht. Die Leser durften Vorschläge einreichen und natürlich wählen! 

Hier darf ich einen der Gewinner vorstellen!

Hallo Màili!

ulla: Du hast mit “This pain is in his heart“ den „Gay Couple Romance Award 2015“ in der Kategorie “Bester Newcomer” (Pseudonymdebüte aus 2015) gewonnen.
Dazu erst einmal herzlichen Glückwunsch!

Màili: Danke! 

ulla: Bei einem „Newcomer“ liegt es natürlich nahe, dich zu bitten, erst einmal ein wenig von dir zu erzählen. Wer ist Màili Cavanagh?

Màili: Màili Cavanagh ist eines meiner Pseudonyme. Das, unter dem ich seit 2015 Gay Romance Romane schreibe. Ich bin verheiratet und lebe mit meinem Mann und meiner Katze Leika in einem kleinen Häuschen am Stadtrand von Lüneburg. Im März 2016 erwarten wir unser Kind.

ulla: Das ist ja klasse! Ganz herzlichen Glückwunsch an euch beide!

Deine beiden Gay-Romane spielen ja nicht in der Gegenwart, sondern im letzten Jahrhundert, einmal zur Zeit des Vietnamkrieges und einmal auf dem Höhepunkt der AIDS-Hysterie in den Achtzigern. Ist das Zufall oder reizt dich der zeitgeschichtliche Hintergrund beim Schreiben?

Màili: Es ist kein Zufall. Wie du schon vermutest reizt mich beim Schreiben der zeitgeschichtliche Hintergrund. Während beider Handlungszeiten war Homosexualität in der Öffentlichkeit ein Problem. 

ulla: Es ist ja gar nicht so einfach, über etwas zu schreiben, das man nicht selber erlebt hat. Wie recherchierst du? 

Màili: Vielseitig. Zum einen mit Hilfe von Fachliteratur. Dann informiere ich mich viel durch die neuen Medien, das Internet, hier insbesondere über Online-Zeitungsarchive und Foren. Aber auch Videos bzw. Dokus sind sehr hilfreich. Und natürlich führe ich Gespräche mit betroffenen Personen oder beauftrage spezielle Recherchedienste. 

ulla: Wie bist du überhaupt zum Schreiben gekommen und natürlich speziell dazu, Gay-Romanzen zu verfassen?

Màili: Ich schreibe bereits seit meinem zehnten Lebensjahr. Angefangen hat es mit Fan Fiction. Dann nahm das Ganze irgendwie einen relativ typischen Verlauf: Mitarbeit in der Schülerzeitung, einige Beiträge für die örtliche Zeitung, jahrlanges Engagement bei einer Star Trek Clubzeitung und nach einem gewonnenen Artikelwettbewerb Redaktionsmitglied bzw. später Chefredakteurin eines Newsletters. 2003 wurde meine erste Kurzgeschichte veröffentlicht, 2009 mein erster Roman.

Um ehrlich zu sein habe ich lange Zeit einen Bogen um Gay Romance gemacht, bis eine Freundin mich auf einige wirklich gut geschriebene Geschichten gestoßen hat. Es hat mich gereizt mal in einem anderen Genre etwas auszuprobieren und so entstand und erschien 2015 „Rough Ride – Rauer Ritt ins Glück“ – mein erster Gay Romance Roman.


ulla: Daraus ergeben sich für mich gleich zwei neue Fragen:
Erstens: Welches Buch / welche Bücher hat / haben dich in dem Genre denn so fasziniert? Da ich immer auf der Suche nach gutem Lesestoff bin, interessiert mich das brennend …

Màili: Das waren ein paar sehr gut geschriebene Supernatural Fan Fictions auf fanfiktion.de. Dort findet man teilweise wahre Schätze.

ulla: Und zweitens: Du hast ja weiter oben schon einmal verraten, dass du auch noch unter anderen Pseudonymen schreibst. Würdest du dazu etwas erzählen? 

Màili: Ich habe für die verschiedenen Genres in denen in schreibe unterschiedliche Pseudonyme.

John Fate und Shane McCoy zum Beispiel für meine Western. Das hat einfach marketingtechnische Gründe. Mit einem männlichen/amerikanischen Namen verkaufen die sich auf dem deutschen Markt einfach besser. Viele Leser hegen ja leider immer noch das Vorurteil, dass Frauen keine Western schreiben können.

Unter Melanie Brosowski, meinem Mädchennamen, veröffentliche ich Science-Fiction Romane und Màili Cavanagh benutze ich, wenn ich Gay Romance schreibe. Hier kommen zwei Gründe zum Tragen: Zum einen die Lesbarkeit bzw. der Wiedererkennungseffekt und zum anderen der Schutz der Autorenmarke. Manche Leser stecken Autoren gerne in Schubladen; einmal „Thriller-Autor“ immer „Thriller-Autor“. Fast zwangsläufig werden sie enttäuscht sein, wenn sie dann von ihrem Lieblingsschriftsteller etwas aus einem anderen Bereich lesen.

Zumindest bei mir ändert sich auch von Pseudonym zu Pseudonym der Schreibstil. Das ist teilweise gewollt, teilweise aber auch einfach vom Genre abhängig. 



(Natürlich konnte ich es mir nicht verkneifen, auch einmal in eines der Bücher hineinzuschauen, die Màili Cavanagh unter einem anderem Pseudonym geschrieben hat. 
^^ Da ich gerne Western lese, hatte ich meinen Spaß mit "Gunfighter". Hier geht es zur Rezi *klick*)

ulla: Können wir in nächster Zeit mit einem neuen Roman von dir rechnen? Wenn ja, wäre es toll ein wenig darüber zu erfahren …

Màili: Sagen wir, die Idee ist da. Derzeit recherchiere ich noch. Soviel sei aber schon mal verraten: Es wird wieder ein Gay Romance Roman. Die Hauptcharaktere werden ein Rodeoreiter und ein Rodeoclown sein. 

ulla: Wie arbeitest du an deinen Romanen? Eher systematisch (Gerade hat die Selfpublisher-Bibel mal wieder eine Liste veröffentlicht, die angeblich oder tatsächlich zum schnelleren Abschluss von „Buchprojekten“ führen soll) oder eher intuitiv?

Màili: Ich würde es als total chaotisch bezeichnen.

An erster Stelle steht die Idee. Dann folgt eine Kurzrecherche, ob das, was ich mir vorstelle, so überhaupt möglich ist. Anschließend tippe ich drauf los. Dabei kann es sein, dass ich mit dem Schluss anfange oder irgendwo im Mittelteil einsetze … Ich arbeite ohne Karten oder Ähnliches und schreibe einfach das runter, was die Muse mir zuflüstert. Zwischendurch recherchiere ich dann wieder, wenn Fragen oder Probleme auftauchen. 


ulla: Wo und wie schreibst du? Computer im Büro oder eher Laptop im Cafe?

Màili: Zu Hause in meinem Arbeitszimmer am PC oder auf dem Sofa am Laptop. 

ulla: Ich würde auch noch gerne etwas über die „private“ Màili: erfahren?
Was liest du gerne in deiner Freizeit?




Màili: Das ist sehr unterschiedlich.

Gay Romance natürlich.
Ich bin ein großer Fan der „Chronik der Unsterblichen“-Reihe von Wolfgang Hohlbein und der „Highland“-Saga von Diana Gabaldon. „Aufgewachsen“ bin ich allerdings mit den Classic Star Trek Romanen und Western.
Aber zwischendurch lese ich – vor allem durch Bookcrossing bedingt – auch vieles Querbeet. Wobei ich sagen muss, dass ich mit Krimis, Thrillern und Chick Lit so gar nichts anfangen kann.


ulla: Verrätst du uns, was du sonst noch gerne in deiner Freizeit machst?

Màili: Tanzen. Ins Kino gehen. Fotografieren. Gartenarbeit. ulla: Zum Schluss noch eine Frage, die ich mir nicht verkneifen kann: Hast du geheime Suchtmittel? Dinge, mit denen du deine Muse fütterst, damit sie dir geneigt bleibt und dir weiterhin so wunderbare Geschichten ins Ohr flüstert?

Màili: *Lach!* Ja, habe ich tatsächlich. Das sind die Fan Fictions, die ich zusammen mit anderen schreibe. Dazu entsprechende Musik – und schon sind wieder drei neue Romanideen auf dem Whiteboard.

ulla: Danke für deine Antworten!

Màili: Ich habe zu danken!


Link zu den Autoren-Seiten:
http://mailicavanagh.com/
http://www.melanie-brosowski.de/



(Natürlich konnte ich es mir nicht verkneifen, auch einmal in eines der Bücher hineinzuschauen, die Màili Cavanagh unter einem anderem Pseudonym geschrieben hat.
^^ Da ich gerne Western lese, hatte ich meinen Spaß mit "Gunfighter". Hier geht es zur Rezi *klick*)

Link zum Gay Couple AWARD 2015:
http://gay-couple-romance-award.jimdo.com/startseite/awardvergabe/



Haben wollen? 
 Hier kann man die Bücher von Màili Cavanagh kaufen:
This Pain is his Heart
- "Rough Ride"

Außerdem findet man Kurzgeschichten der Autorin in verschiedenen Benfiz - Anthologien, deren Erlös zu 100% gespendet wird.
- "Positiver Sommer - Hitze und Herzglühen
- "Herbst, Handicap und heiße Herzen"
- "Love ist Love"




Bildquelle: Màili Cavanagh und amazon







       

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