Sonntag, 13. Dezember 2015

"Boxhandschuhe und Perlenkette" von Coco Zinva

Ausgerechnet Brutus?

… möchte man fragen, wenn man „Boxhandschuhe und Seidenkrawatte“ von Coco Zinva kennt. Man kann die Bücher allerdings wirklich unabhängig voneinander lesen. Tatsächlich kannte ich „Brutus“ schon, bevor ich Tom und Brians Geschichte gelesen habe, da ich „sein“ Buch als Testleser vorab genießen durfte.

Tom und Brutus haben eine gemeinsame Vergangenheit. In ihrer Zeit hinter Gittern hatten sie so etwas wie eine Affäre, die sie allerdings völlig verschieden gesehen haben. Während Tom sich vor Brutus gefürchtet hat, waren für den echte Gefühle im Spiel. Dass Tom sich nach seiner Entlassung nie wieder gemeldet hat, war ein harter Schlag für Brutus, der ihn noch weiter in die Isolation getrieben hat. Voller Wut droht er Tom mit Rache …
Damit ruft er allerdings Nina, die Schwester von Toms neuem Liebhaber Brian auf den Plan. Auf den ersten Blick scheinen der ungehobelte, ruppige Brutus und die zierliche, kultivierte Nina nichts gemeinsam zu haben. Vielleicht gerade deshalb sind sie fasziniert voneinander. Brutus, der eigentlich Ben heißt, glaubt nicht einmal im Traum an eine gemeinsame Zukunft. Er ist fest davon überzeugt, dass Nina ihn fallen lassen wird, wenn sie ihre Neugier auf einen „Bad Boy“ ausgelebt hat. Warum sollte es mit Nina anders sein? Bisher hat sich doch noch nie jemand wirklich für ihn und seine Gefühle interessiert …

Auf den ersten Blick scheint Coco Zinva mit „Boxhandschuhe und Perlenkette“ eine klassische „Die Schöne und das Biest“-Romanze geschaffen zu haben. Allerdings sind die Rollen auf den zweiten Blick nicht ganz so klar verteilt. Die hübsche, zarte Nina kann – wenn sie will – ein richtiges Biest sein und es ist sehr schnell klar, dass sie sich nicht Ben trifft, weil der sie erpresst. Sie scheint immer am längeren Hebel zu sitzen.

Für mich sind Charaktere, die wie Ben und Nina, eine echte Entwicklung durchmachen und sehr komplex und facettenreich angelegt sind, mittlerweile ein Markenzeichen von Coco Zinva. Natürlich ist dies hier eine klassische Romanze, so dass man ahnt, was am Ende passieren wird. Doch die Geschichte steckt voller überraschender, aber niemals unglaubwürdiger Wendungen. Ben und Nina gehen einen weiten Weg miteinander und aufeinander zu. Dabei bleiben sie sich allerdings selbst treu. Die Autorin unterliegt weder der Versuchung, aus Nina ein kleines, verhuschtes Mäuschen zu machen, noch der, aus dem eher groben Ben den perfekten Gentleman. Die beiden sind zwei starke Charaktere, die ihre Ecken und Kanten auch behalten, wenn sie sich eng zusammenschmiegen.

Ich muss gestehen, dass ich mich in die Geschichte verliebt habe, als ich sie zum allerersten Mal gelesen habe. Sie hat mich die Nacht gekostet, was mir nicht eine Sekunde lang leid getan hat. „Brutus“ ist kein einfacher Held, aber einer der sich mit seiner knurrigen Art unbemerkt ins Herz schleicht und dort haften bleibt. Genauso mühelos schafft das die smarte und wortgewandte Nina.
Soll ich noch weiter schwärmen?
Och nö. Selber lesen! Von mir gibt es auf jeden Fall 5 Punkte und eine Suchtwarnung, egal in welcher Reihenfolge man die Bücher über die Heydeggers liest.


Da ich Coco Zinva nicht nur auf amazon "folge", sondern auch auf Bookrix, weiß ich, dass es möglicherweise noch ein Wiedersehen mit den Heydeggers geben wird. Einer ihrer Freunde hatte einen schweren Unfall und hat sich von der Welt komplett zurückgezogen, bis er jemanden in sein Haus lässt, der sein Leben komplett durcheinander wirbelt ...

Die Geschichte scheint zurzeit in der Überarbeitung zu sein. Ich hoffe, sie bald wieder lesen zu dürfen.

Haben wollen? 
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Bildquelle: amazon

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