Donnerstag, 11. Februar 2016

"In den Armen des Wolfes" von Jennifer Ashley

Magie, HighTech und „schlagkräftige Argumente“

Broderick wirkt immer eher streitlustig und grob. Dass er unter der rauen Schale ein goldenes Herz verbirgt war klar, wenn man die Serie genauer verfolgt. Auch dass er sich mehr als nur ein wenig von der hübschen Joanne angezogen fühlt, ist offensichtlich. Bloß Broderick will es sich und der Welt nicht so richtig eingestehen.

Als er aufgrund einer Verwechslung entführt wird, kann er sich zwar rasch befreien, findet sich aber unerwartet in der wohl gefährlichsten Verschwörung wieder, der sich die Shifter bisher stellen mussten. Jemand versucht, sich in das geheime Netzwerk der Wächter zu hacken und macht dabei auch vor einem Mord nicht halt, der die Grundfesten der Shiftergesellschaft erschüttert. Nicht umsonst versuchen die Morriseys ihn geheim zu halten. Joanne scheint die Einzige zu sein, die genug Wissen hat, um einen Hacker auf seinem ureigensten Gebiet, der virtuellen Realität, zu fangen. Da kann Broderick nicht mithalten. Er sorgt allerdings dafür, dass niemand in der wirklichen Welt an seine hübsche … Ja, was ist Joanne denn eigentlich für ihn? So langsam kann der Wolfsshifter sich nicht mehr vor der Einsicht drücken, dass sie seine Gefährtin sein könnte. Während er versucht, sich über seine Gefühle klar zu werden, überschlagen sich die Ereignisse. Gefangen zwischen magischen Artefakten, HighTech und seinem Bedürfnis, Probleme mit „schlagkräftigen Argumenten“ zu lösen, muss Broderick Entscheidungen treffen, die nicht nur sein eigenes Leben für immer verändern werden. Zum Glück bleibt wenigsten hin und wieder ein wenig Zeit, für heiße Spiele im Gefährtentanz!


Mit den „Shifters Unbound“ hat Jennifer Ashley eine einzigartige, fesselnde und berührende Serie geschaffen. Geschickt verbindet sie eine übergreifende Rahmenhandlung, die kontinuierlich fortgeschrieben wird, mit spannenden Einzelschicksalen. Da ich fast alle Bände zuerst auf Englisch lese, bin ich mir manchmal ein wenig unsicher, welche Details den Lesern, die sich nur die deutschen Bücher zu Gemüte führen, nicht bekannt sind. Auf der anderen Seite bin ich überzeugt, dass es nicht unbedingt entscheidend ist, jeden winzigen Hinweis auf andere Geschichten zu verstehen. Im Grunde macht die Serie zwar am meisten Spaß, wenn man sie in der richtigen Reihenfolge liest, man kann aber auch jeden Band für sich genießen. Die Ereignisse in „In den Armen des Wolfes“ schließen allerdings direkt an die in „Das Herz des Löwen“ an und bauen teilweise darauf auf.

Einen ausgezeichneten Überblick über die zeitliche Abfolge der Bände findet man übrigens immer in den Rezis von „Kisa“, z.B. hier: 
Kisa Rezension zu "In den Armen des Wolfes" bei amazon

Bei „In den Armen des Wolfes“ habe ich nicht nur mit Broderick und Joanne gefiebert, sondern mich auch köstlich amüsiert. Brodericks kann es als Wolf nicht lassen, dauernd über das Verhalten der „Katzen(shifter)“ zu nörgeln. Das ist einfach witzig, während seine Brummigkeit und seine Wortkargheit, die ihn deutlich von den Charmeuren der Serie, wie z.B. Liam, unterscheiden. Jennifer Ashley schafft es immer wieder, dass die Männer – wie die Frauen – nicht einfach Stereotype, sind, sondern jeder für sich über eine erfrischende Individualität verfügen.

Gemeinsam – und typisch für die Serie – ist ihnen aber der Familiensinn, der mit der Kultur der Shifter untrennbar verbunden ist. Gerade auch in diesem Band wird das noch einmal sehr deutlich und sorgt für einige wunderbare Szenen. Gefallen hat mir außerdem, dass zwei meiner absoluten Lieblingscharaktere größere Nebenrollen hatten. Die Geschichte von Spike wird in „Die Gefährtin des Jaguars“ erzählt, Tigers Buch dagegen gibt es bisher leider nur auf Englisch. Seine Einzigartigkeit wird aber sehr deutlich, auch wenn man seine Vorgeschichte nicht im Detail kennt. Es ist toll, zu lesen, wie sehr er sich entwickelt hat und wie sehr er mittlerweile mit sich selbst im Reinen ist.


Interessanterweise sind die deutschen Leser im Moment mit denen, die auch auf Englisch lesen, gleichauf was die Rahmenhandlung angeht. Ich bin schon unheimlich gespannt, wie es nun mit den Shiftern weitergeht und freue mich auf „Wild Things“, in dem es um Brodericks Bruder Mason geht.

Mein Fazit: Auch der knurrige Wolf Broderick und seine toughe Hackerin Joanne haben sich ihre 5 Punkte locker verdient. Die Story sollte man unbedingt lesen, egal ob man schon andere Bände der Serie kennt oder nicht. Sie macht Lust auf mehr! 
Vorsicht! Suchtgefahr!!!


Haben wollen? 
 Hier kann man die Bücher von Jennifer Ashley kaufen: 

Auf Deutsch liegen von den Shiftern bisher vor:
- "Liams Zähmung" (Band 1: Liam und Kim)
- "Bodyguard: Unter dem Schutz des Bären" (Band 2,5: Ronan und Lizzy)
- "Die Gefährtin des Jaguars" (Band 3,5: Spike und Myka)
- "Das Herz des Löwen" (Band 7,25: Seamus und Bree)
- "In den Armen des Wolfes" (Band 7,5: Broderick und Joanne)

Und ja, ich finde die Durchnummerierung auch ziemlich besch ... bescheiden, wollte ich natürlich sagen. "Wild Things" ist tatsächlich laut der offiziellen Homepage der Autorin Band 7,75. Irgendwann einmal war es wohl so, dass die Kurzgeschichten eher Side-Storys waren, die man auch lesen konnte, ohne die Rahmenhandlung zu kennen. Geht tatsächlich. Wirkliche.
Allerdings ist es mittlerweile so, dass man die übergreifende Rahmenhandlung kaum noch oder gar nicht mehr zusammenbekommt, wenn man die Zwischenbände nicht auch liest, da dort entscheidende Dinge passieren. Gerade in "Bad Wolf" bzw. "In den Armen des Wolfes" werden in meinen Augen ganz entscheidende Dinge erzählt, die sich auf alle Shifter und nicht nur auf die Hauptpersonen der Kurzgeschichte auswirken.

Bildquelle: amazon

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen