Dienstag, 29. März 2016

"Alien Breed 7: Loner" von Melody Adams

Total hoffnungslos ...

Loner wird von Eden entführt und zu "Zuchtzwecken" auf eine russische Raumstation gebracht. Die Russen haben ebenfalls ein geheimes Hybrid-Programm, allerdings mischen sie menschliche DNA nicht mit Aliens, sondern mit Raubkatzengenen. Um "Nachzucht" zu erzeugen, soll Loner sich mit einem der so erzeugten Wesen paaren.

Ähm. Ja?
Eigentlich hatte ich mit den "Alien Breeds"ja schon abgeschlossen, aber die Ideen von Melody Adams reizen mich immer wieder: Ein Einzelgänger und eine einsame Schönheit, die sich auf den ersten Blick ineinander verlieben und einem Unrechtsregime trotzen ...
Hach! Das hat doch was, oder? So hatte ich den Klappentext von "Loner" interpretiert und das wollte ich eigentlich lesen. In Ansätzen gibt es diese Geschichte tatsächlich in dem Buch. Leider ist sie so unsensibel und platt erzählt, dass mir dafür fast die Worte fehlen.
ST879, die sich später "Hope" nennt, ist ihr Leben lang schrecklicher Gewalt ausgesetzt gewesen und muss auch immer wieder sexuellen Missbrauch ertragen. Das wird in etwa so lapidar geschildert, wie die Zusammensetzung ihres Abendessens. Es ist halt so. Kaum sperrt man Loner in ihre Zelle, verspürt sie ein "Prickeln im Unterleib" und lässt sich lustvoll befingern und mit der Zunge verwöhnen. Also, bitte!!!
Weil die Serie aber nun mal auf erotische Szenen setzt und normalerweise „aufs Ganze geht“, hat Loner einen feuchten Traum, der fast über ein ganzes Kapitel geht. Zärtliche Gesten, Trost oder Nähe werden dagegen kaum geschildert.
Weder Loner noch Hope bekommen auch nur die Chance ein Profil zu entwickeln, das sie dem Leser nahe bringt. Man muss auch nicht verstehen, warum sich die beiden ineinander verlieben. Die Autorin legt ihrem Helden sinngemäß die sabungsvollen Worte in den Mund: "Ist unsere Liebe Schicksal oder Bestimmung?"
Sorry, Loner! Das alles ist Zufall! Das Zusammentreffen, die Flucht, und besonders die Landung auf der Farm der ehemaligen Ärztin. (An der Stelle hätte ich das Buch echt fast in die Ecke geworfen. Dieser zufällige Zufall war echt einer zu viel!)

Über die logischen Ungereimtheiten regt man sich schon gar nicht mehr auf, wenn man mal ein paar Bücher der Reihe gelesen hat. Die Stellen animieren eher zum Kopfschütteln. Hier fand ich die Frage interessant, warum es möglich ist, die Gene von zwei völlig unterschiedlichen Spezies zu mischen und so Hybriden zu züchten, die simple In-Vitro-Fertilisation (die übrigens eine Voraussetzung für die eben geschilderte Technik ist), aber danach nicht mehr praktiziert wird. Es gibt eine Maschine, die Loner ... seine kleinen Schwimmer abgeben lässt. Wenn es schon nicht In-Vitro klappt, dann vielleicht mit künstlicher Befruchtung? Das ist eine ziemlich alte und simple Methode. Stattdessen sperrt man zwei Wesen zusammen, die sich potentiell bis aufs Blut bekämpfen und wartet, ob sie nicht vielleicht Sex haben. (Kleiner SPOILER: Ein namenloser Alien Breed ist dabei schon ums Leben gekommen. Mich erstaunt, dass die Russen Hope, die sich als das einzig fruchtbare Wesen der Versuchsreihe erwiesen hat, der Gefahr von Verletzungen immer wieder aussetzen. SPOILER ENDE)
Die Erklärung, warum Hope einer für sie besonders demütigenden Praxis des Missbrauchs ausgesetzt ist, lautet "Empfängnisverhütung". Häh? Schon mal was von Lümmeltüten gehört? Wie auch immer das auf Russisch heißen mag ...

Fazit: Eines ist mir allerdings nun klar geworden: Es ist total hoffnungslos, darauf zu warten, dass sich aus den tollen Ideen in der Serie "Alien Breeds" irgendwann einmal gute Bücher entwickeln. Ich muss mir in Zukunft nicht mehr auf die Finger hauen, wenn ein neuer Band herauskommt. "Loner" gefällt mir gar nicht, erhält damit nur einen Punkt und definitiv keine Leseempfehlung.

Nach "Player", der mir auch schon nicht gefallen hat, war zumindest noch ein Funke Hoffnung da, dass es irgendwann mit der Serie bergauf geht. Den haben Loner und Hope jetzt endgültig ausgelöscht ...


Anmerkung:
Damit es nicht so aussieht, als würde ich die Bücher von Melody Adams nur kaufen, um sie dann öffentlich zu verreißen, hier kurz der Link zu zwei Geschichten, die mir ganz gut gefallen haben:

   (Erotische Romanze, hat mir gut gefallen, 4 von 5 Sternen)
- "Toy Boy
   (Sexy Kurzgeschichte, 5 von 5 Sternen)

Bildquelle: amazon





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