Samstag, 19. März 2016

"Keine Angst zu lieben. Seth & Greyson: Callie & Kayden 7" von Jessica Sorensen

Keine Angst zu labern …
Seth hat eine furchtbare Erfahrung gemacht. Bis in den Kern seines Seins getroffen, traut er sich nicht mehr, seine Zuneigung zum eigenen Geschlecht offen zu zeigen. Für Greyson ist das nicht leicht zu verstehen. Zu widersprüchlich sind die Signale, die Seth aussendet. Werden es die beiden schaffen, sich zu öffnen und sich ihre Zuneigung zu gestehen?

Mich interessiert die „Callie & Kayden“-Reihe von Jessica Sorensen schon eine Weile. In „Keine Angst zu lieben“ wird die Geschichte von zwei Nebencharakteren eingehender beleuchtet. Natürlich enthält die Story Spoiler zur Hauptgeschichte, schließlich ist dies Band 7 der Reihe. Mich stört das nicht, im Gegenteil ich wollte ja mehr über die Serie wissen.

Tatsächlich schafft es das Buch, neugierig auf Kayden und Callie, sowie auf Luke zu machen, die alle immer wieder auftauchen und einen wichtigen Teil von Seth Leben ausmachen. Leider hat mich der Erzählstil der Autorin nicht überzeugt. Die an sich gut angelegten und interessanten Charaktere gewinnen nicht wirklich an Tiefe. Obwohl abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Seth und Greyson erzählt wird, bleiben sie dem Leser eigentümlich fremd. Man erfährt nicht mehr von ihnen, als jeder, der sich mit ihnen unterhält. „Reden“ ist übrigens das große Leitmotiv in der Geschichte. Gefühlt drei Viertel des Romans bestehen aus Dialogen (wahlweise hin und her geschickten Textbotschaften). Wahrscheinlich ist es weniger, aber der Eindruck verstärkt sich mehr und mehr, weil die Gespräche zwar nicht unwichtig sind, aber meistens auch nicht besonders tiefschürfend oder witzig. Die Jungs (und Mädels) labern herum, weil sie Angst haben, über ihre wirklichen Gefühle zu reden oder sie zu zeigen. Vielleicht die Autorin auch einfach nicht, wie sie die Emotionen anders zu Papier bringen soll …

Es gibt zum Beispiel eine Szene an Thanksgiving, die eigentlich unheimlich berührend sein könnte, aber fast nur durch Dialoge dargestellt wird, ganz so als wäre man in einem nacherzählten Hörspiel und nicht in einem Roman.

Bsp.: Zitat: „Das tut mir so leid, Seth. Ich wünschte, ich könnte bei dir sein … Aber ich bin unglaublich stolz auf dich.“
„Danke“ Ich sehe zum Fenster. Es fängt an zu schneien. „Ich fahre heute Abend noch zum College zurück.“
Zitatende

Hm. Was fühlt Seth da eigentlich gerade? Kommt das „Danke“ aus tiefstem Herzen und stehen ihm fast vor Rührung die Tränen in den Augen? Oder ist es eher ironisch, weil der Ratschlag von Greyson ihn erst in die Situation gebracht hat? Keine Ahnung …
Das ist natürlich nur EIN Beispiel und manches klärt sich in den späteren Gesprächen – Wo auch sonst? – noch auf.

Erst gegen Ende kommen dann doch ein paar wirklich schöne und zärtliche Momente zwischen Seth und Greyson, bei denen man nicht liest, was die beiden fühlen, sondern es auch wirklich spürt.

Fazit:Keine Angst zu lieben“ hat tolle Ansätze und sympathische Charaktere. Die Story macht neugierig auf die gesamte Reihe und eignet sich gut, den Stil von Jessica Sorensen kennenzulernen. Mich persönlich hat der aber leider nicht überzeugt.
Also: Kann man lesen, muss aber nicht sein. 3 von 5 Punkten und ehrlich gesagt von mir keine Empfehlung.

Die Story ist am ehesten noch für junge Erwachsene geeignet.

P.S.: Was mich echt gewundert hat, ist der offensichtlich freie Zugang zu Alkohol, den die Jungs und Mädels auch in der Öffentlichkeit haben, obwohl sie noch nicht 21 sind und die Serie in den USA spielt. Da die Autorin Amerikanerin ist, scheint es wohl doch für junge Leute leichter zu sein, an das Zeug zu kommen, als ich bisher angenommen habe.


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Bildquelle: amazon

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