Sonntag, 10. April 2016

"Pearson’s Mill: Jeder verdient eine zweite Chance" von Mary R. Smith

Niedlich und … unfreiwillig komisch

Um es vorweg zu nehmen, ich mag die Geschichte von Julian und Chris und habe sie gerne gelesen. Ob mein herzliches Lachen an bestimmten Stellen allerdings beabsichtigt war, wage ich mal zu bezweifeln.
Sein Job führt Julian, einen an Flugangst leidenden New Yorker Workaholic, nach Pearson’s Mill, einem kleinen Kaff in der tiefsten Provinz. Für seinen Boss, der dort unbedingt ein Bauprojekt realisieren will, soll er dort eine Farm kaufen. Leider sind die Stadtbewohner von seinen feinen Klamotten und seinem Geld wenig beeindruckt. Besonders Chris, der Besitzer der Farm, zeigt keinerlei Neigung, auf Julians Agebot einzugehen. Nicht einmal zu einem Quickie will er sich verführen lassen, obwohl schnell klar ist, dass sie beide auf Männer stehen.
Julian macht gute Miene zum bösen Spiel und lässt sich sogar darauf ein, auf der Farm auszuhelfen. Leider passiert dabei ein kleiner Unfall, der die Situation komplett verändert …

Wie auch schon einer der anderen Rezensenten angedeutet hat, erinnert das Buch von Mary R. Smith an dieser Stelle ein wenig an den alten Film „Ein Goldfisch fällt ins Wasser“. Nun, Julian stolpert in „Pearson’s Mill“ zwar im Kuhstall, aber die Grundsituation ist ähnlich.
Die Geschichte macht von Anfang an Spaß, weil ziemlich schnell klar ist, wer der Gute und wer der eigentlich nicht ganz so Böse ist. Die Charaktere sind nicht besonders tiefgründig angelegt, aber durchaus sympathisch. Auch die Atmosphäre in der Kleinstadt ist gut getroffen. Jeder kennt jeden und die Menschen halten wie Pech und Schwefel zusammen. Homophobie scheint in Person’s Mill übrigens kein Thema zu sein. Etliche Männer in den verschiedensten Berufen leben offen schwul.

Ich mag Geschichten, die auf dem Land spielen, vielleicht weil ich selber dort lebe. „Pearson’s Mill –jeder verdient eine zweite Chance“ hat mir gut gefallen, weil es eine kleine Liebeserklärung an das Landleben ist. Worüber ich allerdings immer wieder herzlich lachen musste, waren die Beschreibung der Farm und der Arbeiten darauf. Vor allen Dingen die Versorgung der vier Milchkühe grenzt für jeden, der sich nur ein wenig damit auskennt, schon fast an einen Running Gag. Ich war bei jedem „Auftritt“ der Vierbeiner gespannt, welcher „fast richtige“ Behandlung ihnen nun wieder zuteil wird. Gut das Kühe bekanntermaßen sehr geduldige Tiere sind …

Fazit: Vom mir erhält das Buch amüsierte vier Punkte und eine Leseempfehlung als leichte Lektüre für zwischendurch.

Die gilt übrigens uneingeschränkt. Stadtbewohner werden, ebenso wie Julian, wahrscheinlich nicht merken, was man ihnen da unterjubelt und erhalten eine niedliche Romanze, Landeier kommen zusätzlich in den Genuss von einigen unfreiwillig komischen Stellen.

Haben wollen? 

 Hier kann man die Bücher von Mary R. Smith kaufen: 
- "Pearson's Mill: Jeder verdient eine zweite Chance"

Bildquelle: amazon


Übrigens: 
1. Der Unterschied zwischen Heu und Stroh scheint für viele Städter schwierig zu sein. Macht nix, normalerweise haben die ja auch weder mit den einen, noch mit dem anderen zu tun. Kühe dagegen kennen ihn. Sie schätzen es, wenn man das Heu vor ihnen verteilt  ...

2. In meinem Sprachgebrauch benutzt man eine "Milchpumpe" um Milch anzupumpen. Wozu auch sonst? Das Ding, mit dem man dies bei Kühen macht, wird aber eigentlich wirklich "Melkmaschine" genannt. Hier die beiden Geräte in direktem Vergleich:



*räusper* Man beachte die unterschiedliche Form der ... ich habe jetzt echt nicht die geringste Ahnung, wie das bei der Milchpumpe politisch korrekt heißt ...
Bei der Melkmaschine spricht man von Zitzenbechern. Vier an der Zahl. Wegen der Form des Euters ...  

Haben wollen? 

 - Milchpumpe (Aktuell ca. 150 €)
 - Melkmaschine (Aktuell ca. 1.900 €)


3. Weil ich eh gerade im Klugscheißer-Modus bin: Die "Erntemaschine" für Christians Weizen nennt man "Mähdrescher".


Haben wollen? 


 - Mähdrescher  (Für große und kleine Kinder, z.B. von Bruder; in allen Preisklassen zu haben)
 - Mähdrescher (Nur für wirkich große Kinder, z.B. von John Deere; aktuell geschätzt ab ca. 150.000 €, für ein passendes Angebot sprechen Sie bitte mit ihrem Landhändler.)




4. Neeee. Schluss jetzt!
Ich weiß, das ich gerade ein wenig fies bin, aber wenn man als Autor dem Hauptprota in einem Buch einen bestimmten Beruf verpasst, sollte man sich meiner Meinung nach auch ein wenig mit diesem Auseinandersetzen. 






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