Dienstag, 5. April 2016

"Temptations - Versuchungen" von Inka Loreen Minden

Kleine Versuchungen für zwischendurch …

Vorbemerkung:
„Temptations – Versuchungen“ ist eine Sammlung mit vier kurzen, aber heißen Gay Historicals von Inka Loreen Minden. Die Storys an sich sind schon älter, auch wenn das Erscheinungsdatum des Buches mit Dezember 2015 angegeben ist. Jede Geschichte kann als e-book auch einzeln erworben werden, sie sind aber als Sammelband wesentlich günstiger.

1. Räubers Lust: Der junge Adlige William will unbedingt den berüchtigten Räuber Blade fangen, um die Anerkennung seines Vaters zu gewinnen. Natürlich geht der Plan nicht auf, William fällt in die Hände der Räuberbande und breitet sich auf eine eiskalte Nacht in Fesseln vor. Doch Blade bietet ihm eine überraschend heiße Alternative an …

Die erste Story habe ich mit einem Schmunzeln gelesen: Der finstere, aber gutaussehende Räuber, der unschuldige, junge Adlige, eine eiskalte Nacht. Der geneigte Leser ahnt was kommt …
Trotzdem ist die Geschichte spannend. Außerdem nimmt sie einen unerwarteten Verlauf, bevor die beiden Helden ihr verdientes Glück finden.

2. Verbotenes Verlangen: Alexander Dunfort, der Marquess of Riverdale begehrt seinen Stallburschen Garrett schon lange. Nicht ganz ohne Hintergedanken nimmt er ihn mit, als er sich auf eine Reise nach London begibt. Unterwegs werden die beiden von einem Unwetter überrascht …

Es macht ziemlichen Spaß, zusammen mit dem Lord seinen gutaussehenden Stallburschen anzuschmachten. So richtig Mitleid wegen des Unwetters hat man auch nicht, weil genau das eintritt, was man als Leser erhofft hat: Es gibt nur ein Zimmer in dem einsamen Gasthof und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Alex und Garrett können trotz der Standesunterschiede nicht voneinander lassen und fliegen schließlich sogar beinahe auf. Doch was der größte Skandal aller Zeiten hätte werden können, eröffnet den beiden unerwartete Möglichkeiten. Die Story bietet trotz der Kürze jede Menge Potential, um mit den beiden Helden zu lieben und zu leiden, spart aber auch nicht mit heißen Szenen. Mir hat sie richtig gut gefallen.

3. Feurige Wogen: Ausgerechnet unter das Kommando von Kapitän Christopher Baker verschlägt es Daniel. Er hasst diesen Mann, der dafür gesorgt hat, dass er mit Schimpf und Schande von der Offiziersschule geworfen wurde. Doch Chris überrascht Dan und allmählich kommt heraus, warum er damals wirklich so gehandelt hat …

Meist kann ich mit Geschichten, die auf einem Schiff spielen, nicht besonders viel anfangen. Hier trägt die Enge allerdings zu der angespannten Atmosphäre zwischen den Männern bei, die sich normalerweise aus dem Weg gehen würden. Die räumliche Nähe zwingt sie dazu, sich ihren Problemen zu stellen. Die „Entschuldigung“ von Chris hat es in sich und ein erotisches Spiel um Dominanz und Unterwerfung beginnt, bei dem ich zum ersten Mal die Rezis verstehen konnte, die sich darüber beschweren, dass das Buch zu kurz ist. Zwar ist auch diese Story in sich abgeschlossen, sie macht aber definitiv Lust auf mehr. Auf viel mehr …

4. Verzweifeltes Begehren: Homosexualität zieht im alten England gesellschaftliche Ächtung nach sich, die besonders die Nichtadligen trifft. Während der Kriegsveteran John geneigt ist, seinem Verlangen nach Adam nachzugeben, hat der Angst um seine Existenz. Schließlich verfügt er nicht über Vermögen und ist darauf angewiesen, seinen Beruf als Arzt auszuüben. Doch ausgerechnet sein Job zeigt Alex schließlich einen möglichen Ausweg aus seinem Dilemma …

Bei der letzten Geschichte bin ich ein wenig zwiegespalten. Der Tenor der Story hält, was der Titel verspricht: Die beiden Männer begehren sich verzweifelt. Sogar ihre Leidenschaft hat etwas Rastloses, Trauriges an sich. Die Lösung ihrer Probleme kommt ein wenig überraschend, auch wenn ich mir vorstellen kann, dass so etwas früher häufiger geschehen ist, um den Anschein zu wahren.
Ich fand es ein wenig schade, dass die beiden tollen Männer sozusagen nur mit Hilfe von außen fähig sind, eine feste Beziehung zu leben. Sonderpunkte erhält die Geschichte aber für Johns treuen und weisen Diener Bhanu.

Fazit: Manchmal sind Oldies halt doch auch Goldies. Insgesamt haben mir die vier Geschichten einen vergnügten Leseabend beschert. Auch in ihren Shortys schafft es Inka Loreen Minden immer wieder den Leser mit interessante Charakteren und spannenden Situationen zu fesseln und in die Storys hineinzuziehen. Ihre Helden sind nie eindimensional und man kann ihre Entscheidungen, ihr Verlangen und ihre Gefühle gut nachvollziehen. Dass es in den Geschichten richtig heiße Szenen gibt, muss man bei der Autorin nicht extra erwähnen. Mir gefällt aber besonders, dass man die Erotik auch schon spürt, bevor es „zur Sache“ geht. Sex fängt nicht nur beim Leser im Kopf an. Es macht einfach Spaß, zusammen mit dem feinen Lord heimlich seinen Stallburschen zu beobachten oder sich vorzustellen, wie sehr John die Massagen genießt, die eigentlich medizinisch begründet sind und - zumindest am Anfang - „verbotene Gefilde“ außen vor lassen.

Insgesamt 4,5 von 5 Punkten und eine Leseempfehlung für die kleinen Versuchungen für zwischendurch.

Haben wollen?
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"Temptations - Versuchungen"

Wer sich nur für eine der Storys interessiert, findet sie hier:
1. "Räubers Lust"
2. "Verbotenes Verlangen"
3. "Feurige Wogen" (*rummopper* Das Cover passt nicht!!! Siehe unten ...)
4. "Verzweifeltes Begehren"


P.S.: Wenn man da Buch gelesen hat, weiß man, warum ich bei diesem Bild an Chris aus "Feurige Wogen" denke ...
😀
 


Bildquelle: amazon

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