Sonntag, 15. Mai 2016

"Die Frau des Kodiakbären" von Eva Langlais

Knapp daneben ist auch vorbei …

Als immer wieder Trucks inklusive Fahrer und Ladung verschwinden, meldet das Reid natürlich auch seiner Versicherung. Die schickt prompt einen Ermittler nach Kodiak Point, Alaska.
„Der“ Ermittler stellt sich als junge, ziemlich kurvige und ausgesprochen neugierige Frau heraus. Tammy hegt sofort den Verdacht, dass Reid etwas vor ihr verheimlicht. Sie kann ja nicht ahnen, wie Recht sie hat, dass dies aber gar nichts mit den Trucks zusammenhängt. Reid versucht verzweifelt zu verbergen, dass er sich erstens hin und wieder in einen riesigen Kodiak-Bären verwandelt und zweitens neuerdings ständig damit beschäftigt ist, seine Finger von der unerwartet sinnlichen Frau zu lassen, die ihm das Schicksal vor seine empfindliche Bärennase gesetzt hat. Ob das auf Dauer gut geht?

Die Frau des Kodiakbären“ von Eva Langlais gibt sich als locker-leichte Romanze um eine kurvige Lady, die bisher immer Pech mit den Männern hatte, und einen echten „Brumm-Bären“ der ihr nicht widerstehen kann. Toll ist das Buch immer dann, wenn Tammy fast ausflippt und auch mal handgreiflich wird. Die Frau weiß sich zu wehren, egal ob mit ihrer scharfen Zunge oder mit einer gußeisernen Bratpfanne, weil halt gerade keine andere Waffe zur Hand ist. Es macht auch Spaß zu lesen, wie sehr Reid auf ihre Kurven abfährt und sich selber damit überrascht, wie sehr ihm ihr unerschrockener Widerspruchsgeist gefällt.

Die Geschichte hat aber leider auch ein paar Schwächen. Zum einen wird ein bisschen zu oft erwähnt, wie sexy die Frau mit ihren Kurven sogar im stinklangweiligen Fanellschalfanzug ist. Irgendwann nervt das. Genauso gut könnte irgendwo ein riesiges, blinkendes Neonschild hängen: Nicht nur Magermodel haben Sex-Appeal. Ja-haaa, die Botschaft ist angekommen (und sie war eh nicht soooo neu).

Leider beschreiben die expliziten Szenen meist eher die Technik und vernachlässigen dabei ein wenig die Gefühle von Reid und Tammy. Dass nimmt den Situationen einiges von ihrem sinnlichen Potential.

Als Hauptärgernis habe ich allerdings die Sprache empfunden. Die scheint schon im Original eher schlicht zu sein (soweit man das mit den Leseproben beurteilen kann) und gewinnt durch die Übersetzung nicht wirklich. Es kommt immer wieder vor, dass Formulierungen einfach ins Deutsche übertragen worden sind, ohne den Sinn zu hinterfragen. Zum Bespiel bedeutet „einschläfern“ auf Deutsch halt nicht, das man jemanden in einen seligen Schlummer versetzt, sondern birgt ein letales Finale. So etwas irritiert beim Lesen gewaltig. Auch bei der Wortwahl gilt: Knapp daneben ist auch (am Sinn) vorbei …

Fazit:
Man kann „Die Frau des Kodiakbären“ lesen, man muss es aber nicht. Knappe 3 Punkte. Das (momentan) kostenlose Schnupperangebot verleitet natürlich dazu, sich das Buch genauer anzuschauen. Ich habe mich aber immer wieder beim Querlesen erwischt und nicht mal die vorgestellten Bad Boys, die die Helden der nächsten Bücher sein sollen, machen Lust darauf, weitere Geschichten aus „Point Kodiak“ kennenzulernen.

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Bildquelle: amazon


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