Freitag, 17. Juni 2016

"Alwyn Nordmann" von Adora Belle

Fantastisch recherchiert

Der junge umbrische Mönch Alwyn wird bei einem Wikingerüberfall zur lebenden Beute der Plünderer. Weit entfernt von seiner Heimat muss er sich unangenehmen Wahrheiten stellen. Fern der Heimat stellt er fest, dass lange nicht alles, das er für gottgeben und richtig hält, auch von den Nordmännern so gesehen wird. Die größte Herausforderung aber ist Alfgast, sein Herr.
Der große Wikinger weckt Gefühle in Alwyn, die für einen Mann nicht angebracht sind. Aber selbst wenn es eine Chance für sie geben würde, wie könnten sie jemals vergessen, dass sie Herr und Sklave sind.

Ich bin eigentlich kein Fan von Wikinger-Romanen, aber dieses Buch hat mich sofort interessiert und auch von der ersten Seite an gepackt. Adora Belle erzählt die Geschichte von „Alwyn Nordmann“ unheimlich authentisch und spannend. Auch wenn sie betont, dass der Roman nicht auf wahren Begebenheiten beruht, fühlt man sich sofort in die Vergangenheit zurückversetzt. Dabei wird kein romantisch verklärtes, sondern eine sehr realistisch anmutendes Bild der Zeit und der darin lebenden Menschen gezeichnet. Man schmeckt förmlich die kalte, salzige Luft oberhalb des Fjordes und riecht den Holzrauch des Kochfeuers.

Alwyn und Alfgast gehen jeder für sich, aber nicht immer gemeinsam, einen sehr weiten Weg. Dabei ist immer verständlich, was Alwyn antreibt, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich Alfgast dagegen meist überhaupt nicht verstanden habe. Eigentlich war er mir unheimlich sympathisch, aber sein Verhalten wirkt oft unheimlich sprunghaft. Nicht nur Alwyn wusste lange gar nicht, was er von den Aktionen seinen Herren halten sollte …

Insgesamt ist die Geschichte in meinen Augen so sehr Romanze wie Entwicklungsroman. Wirklich fasziniert und begeistert hat mich das stimmige Setting.

Mein Fazit: Ich kann mich – wegen Alfgast – nicht ganz zwischen gefällt mir und gefällt mir sehr entscheiden. Insgesamt knappe 5 Punkte und eine Leseempfehlung. Zuckersüß ist diese Geschichte nicht, aber auch das passt perfekt zu der harten Zeit und dem rauen Land, in der sie spielt.

Ein bisschen ist die Story für mich wie ein Sommerfest mit einem heftigen Gewitterregen. Das ist zwar im ersten Moment ärgerlich, stört aber die Fete nicht wirklich und macht sie auf längere Sicht zu der, die man genau in Erinnerung hält.


Haben wollen? 
 Hier kann man die Bücher von Adora Belle kaufen: 
- "Alwyn Nordmann

Immer noch zu meinen Lieblingsbüchern von Adora Belle zählen übrigens:
"Lauryn   zur Rezi *klick*
- "Noah"    zur Rezi *klick*

Bildquelle: amazon

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen