Dienstag, 5. Juli 2016

"Pfad der Striemen" von Eliza Bauer

Vielversprechend, sinnlich – aber auch richtig ärgerlich …

Der Magier Will scheint aus einem Land zu kommen, in dem er seine Neigungen verstecken muss. In Neygara dagegen darf er sie endlich offen ausleben und bestellt sich einen käuflichen „Gefährten“ im besten Haus am Platze. Eine Session beginnt, in der sich Lust und Schmerz mischen, in der die Magie die Sinnlichkeit in ungeahnte Höhen treibt …

Bis hierher erfüllt „Pfad der Striemen“ von Eliza Bauer die Erwartungen, die der Klappentext weckt, voll und ganz. Sie hätte auf jeden Fall 5 Sterne und eine Leseempfehlung verdient. Dann allerdings …

Warum ich am Ende ziemlich ärgerlich und ernüchtert war, kann ich nicht erklären ohne zu spoilern. Vielleicht empfindet man das anders, wenn man den im Anhang angekündigten Roman um die beiden Helden zuerst gelesen hat. Als "Stand Alone" kann ich der Geschichte nicht mehr als 3 Sterne geben. Und ehrlich gesagt auch keine Leseempfehlung.

Achtung: Ab hier SPOILER enthalten!

Die Story startet – wie schon gesagt – unheimlich sinnlich. Die Chemie zwischen Will und Graycen stimmt, der Funke springt auf den Leser über, auch wenn zumindest ich zuerst eine Weile damit gekämpft habe, die bekannten Gesichter aus einer amerikanischen SitCom mit fast gleichlautendem Namen aus meinem Hirn zu wischen. Besondern interessant und wirklich gut gelungen ist die Einbindung der Magie in die Erotik. Hört sich vielleicht merkwürdig an, ist aber echt klasse.
Dann passiert etwas, das ich den „Häh?-Effekt“ nenne. Eliza Bauer schafft es auf den ersten Seiten, dass man sich voll auf die Charaktere einlässt und von dem sinnlichen Zauber der Situation gefangen genommen wird. Mitten in der Session denkt man aber plötzlich: Moment Mal! Das kann doch irgendwie nicht sein! Das passt doch gar nicht zu dem, was man bisher über Will und Graycen gelernt hat … (Die Auflösung ist am Ende … banal).

Natürlich darf der Autor den Leser in einer erotischen Geschichte überraschen. Aber wenn man als Leser mitten in einer Kurz(!)geschichte über Sex anfängt, irritiert  nachzudenken ob man bisher alles falsch verstanden hat, ist etwas ganz und gar nicht richtig gelaufen. Die Stimmung ist kaputt und kann sich auf den wenigen Seiten auch nicht wieder einstellen. Also beendet man den eigentlich sehr erotischen Shorty ziemlich ernüchtert.


Fazit: Toll geschrieben reicht leider nicht immer. Hier ist die Stimmung für mich an der total falschen Stelle gekippt. Ob dies hier wirklich „Story 1“ der Reihe ist, oder man in einem anderen Buch erfährt, wie Will und Graycen sich kennengelernt haben, wird sich zeigen. Ich bin gespannt …

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- "Der Pfad der Striemen

Ich empfehle hier ausnahmsweise, die Autorin im Auge zu behalten und zuerst den angekündigten, aber bisher noch nicht erschienen Roman zu lesen. Schreiben kann sie nämlich!
Vielleicht wirkt diese Story ohne den "Häh?-Effekt" genauso, wie es sein soll: Als kleiner, erotischer Leckerbissen.

Bildquelle: amazon

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