Samstag, 14. Juni 2014

"Harvestine" von Clannon Miller


Harvestine: Sieben Jahre und vier Sommer (Gesamtausgabe)Aschenputtel war gestern …


Emma ist zwölf, hat zwei mehr als furchtbare Schwestern und eine völlig gleichgültige Mutter. Ihr Leben ist alles andere als einfach. Aber als ihre Mutter eine Stelle auf dem Land als Krankenpflegerin erhält, fühlt sie sich zum ersten Mal frei und glücklich. Sie würde alles tun, um in der Schwarzmühle bleiben zu dürfen ...
Mit dem alten Baron kommt sie bestens klar. Aber der hat zwei Söhne, die beide auf ganz unterschiedliche Art von Emma fasziniert sind. Während der ruhige Leon ihren hellen Verstand und ihre blühende Fantasie mag, sieht sein Bruder Max in dem jungen, unschuldigen Mädchen schon eine Frau, die er unbedingt besitzen will.
So birgt schon der erste, traumhaft schöne Sommer in der Schwarzmühle die Saat der Katastrophe. Egal, wie hart Emma dafür kämpft, ihr Paradies zu erhalten, das Schicksal ist gegen sie.
Erst als erwachsene Frau kommt Emma zurück. Aber auch wenn sieben Jahre vergangen sind, so ist die Vergangenheit doch mehr als lebendig. Sie muss zuerst klären, was damals wirklich geschah, bevor sie eine Zukunft hat.

Wenn man anfängt, "Harvestine" von Clannon Miller zu lesen, glaubt man unversehens, sich in einer modernen Version von Aschenputtel zu befinden. Aber Vorsicht! Das hier ist nicht die Variante, die man als "Gute-Nacht-Geschichte" den Kindern vorliest!
Wie in den Originalen geht es auch hier teilweise grausam zu und schon im ersten Teil, der immerhin Emmas Kindheit / frühe Jugend beschreibt, zeigt sich eine düster-erotische Komponente. Das Ganze wird allerdings immer wieder geschickt aufgelockert, wenn man liest, wie Emma ihren teilweise chaotischen und furchtbaren Alltag in ihren Fantasiegeschichten verarbeitet und diese in unzähligen Schulhefen aufschreibt.
Während aber das Original-Aschenputtel recht schnell von ihrem Prinzen gerettet wird, scheint "Frau" sich im 21. Jahrhundert auf so etwas nicht mehr verlassen zu können. Die erwachsene Emma muss für ihre Liebe kämpfen und zuerst ist nicht einmal der Prinz auf ihrer Seite.
Der zweite und dritte Teil des Buches sind weniger märchenhaft erzählt, aber nicht weniger gut geschrieben. Ob und wie sich das furchtbare Drama aus dem ersten Teil auflöst werde, ich hier natürlich nicht verraten.

Clannon Miller hat schon in ihren beiden ersten Romanen eine ganz unvergleichliche Art zu schreiben gezeigt: Spannend, opulent, höllisch sexy und voller gut beobachteter und Charakter und Situationen. Dabei ließen sich die Bücher eigentlich nicht in eine bestimmte Kategorie einordnen: Romanze? Thriller? Komödie? Erotischer Roman? Von allem ein wenig und doch etwas ganz Eigenes.
Insofern passt ihr neues Buch in diese Reihe: "Harvestine" ist ein modernes Märchen, ein verzwickter Thriller, eine tiefromantische Love-Story und gleichzeitig die Geschichte zweier völlig verkorkster Familien. Das Buch könnte leicht ein Drama sein. Ist es aber nicht! Mit Ironie und Humor (und mit magischen und hin und wieder rotzfrechen Worten) verführt es dazu, laut zu lachen, wo man doch eigentlich einen dicken Kloß im Hals hat.
Dieses Buch hat mich begeistert und mir den Schlaf geraubt, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Es steckt voller unerwarteter Wendungen, bis am Ende ... (nein, ich verrate es nicht!)

"Harvestine" ist etwas ganz Besonderes. Ich liebe diese Geschichte wirklich und kann sie jedem nur ans Herz legen. 5 Punkte reichen für eine Bewertung nicht aus. Unbedingt lesen!!!
Aber Vorsicht! Zeit einplanen!!! Das Wort "episch" aus dem Klappentext steht da nicht zufällig. Der Preis von 3,48 für die kindle-Ausgabe ist ein (sehr kundenfreunlicher) Witz für ein Werk dieses Umfangs.

P.S.1: Ich könnte jetzt hier noch eine ganze Weile über das Buch und die vielen geschickten, wunderbaren Anspielungen schwärmen oder über die Dinge, die nicht ausgesprochen sind, und die man trotzdem finden kann. Aber das würde nur die Zeit stehlen, dieses moderne Märchen selber zu genießen.
P.S.2: Für Insider: "Harvestine" von Clannon Miller kenne ich jetzt. Nun möchte ich eigentlich am liebsten alle drei Teile von "Harvestine" von E.M. Short lesen. Die Abenteuer von Sagya Drachentochter sollen ja wirklich der Hammer sein ...

Bildquelle: amazon

# Die Rezension enthält Werbelinks.

"First Day - Die Mission" von Clannon Miller

Ganz großes Kino!!!

First Day - Die MissionIm Gegensatz zu den meisten anderen habe ich "First Day", also den zweiten Teil der Geschichte um Julia, zuerst gelesen, weil mich der Klappentext hier erheblich mehr gereizt hat. Gefunden habe ich einen Roman, der mich an einen amerikanischen Blockbuster erinnert, ganz großes (Popcorn-) Kino also! Und das meine ich durchaus positiv!

So ganz ernst kann ich die beiden superreichen, super aussehenden und super kampferprobten Helden nicht nehmen, aber das mindert das Lesevergnügen keine Sekunde.
Die beiden haben nämlich genügend Macken, um nicht zu unsympathischen Abziehbildern zu verkommen: Dem coolen und kampferprobten Ex-SEAL Marc sinkt tatsächlich regelmäßig bei Julia nicht das Herz in die Hose. Er vermisst eher sein Hirn und handelt nur noch aus ... sagen wir mal dem Herzen heraus. Julia dagegen hat eine lange Trauerzeit hinter sich und verspürt zum ersten Mal wieder Gefühle. Natürlich hat sie Angst, verletzt zu werden, aber dem erotischen Feuerwerk, das sich zwischen ihr und Marc entzündet, kann und will sie nichts entgegensetzen.
Abgerundet wird die Love-Story von einem Thriller-Anteil um den russischen (Super-)Schurken Morosow.

Für mich punktet Clannon Miller auch hier mit ihren hintersinnigen Humor. Wenn (fast) alle Angestellten von Julia, die ihren ersten Mann natürlich kannten, sie andauernd daran erinnern, was "... der Herr Mahler wohl dazu sagen würde..." oder ihr Ex-Bodygard Silvio nicht nur dreckige Sprüche klopft, sondern auch noch herrlich politisch unkorrekt ist, kann man sich einfach nur amüsieren. Und mal ehrlich: Wer hätte nicht auch genau das schon mal gerne gemacht, was Julia mit ihrem zunächst alles andere als freundlichen Schwiegervater in Spe in dem Club anstellt???

Wäre dies wirklich ein Film, würde man sagen, dass alle Darsteller ihre Rollen mit großer Spielfreude ausfüllen. Man liebt und leidet mit ihnen und kann das Kino nicht verlassen ... ich meine das Buch nicht aus der Hand legen, bis der letzte Vorhang gefallen bzw. die letzte Seite gelesen ist.

Fazit: Von mir gibt es 5 Punkte, eine Leseempfehlung und eine Oscar - Nominierung.
Natürlich habe ich im Anschluss sofort "First Night - Der Vertrag" gelesen. Das Buch hat mir genauso viel Spaß gemacht.

P.S.: Wer den Roman zu ernst nimmt, dem empfehle ich stattdessen "James Bond" zu lesen. Als Fachlektüre, um etwas über den MI 6 zu lernen...


Bildquelle: amazon

# Die Rezension enthält Werbelinks.


"First Night - Der Vertrag" von Clannon Miller

Ein (un)moralisches … Aschenputtel

Eine Million für die erste Nacht mit einem gutaussehenden Millionär? Warum zögert die Studentin Julia eigentlich noch? Nun, weil sie einerseits nur aus Liebe mit einem Mann schlafen will und anderseits riesige Angst davor hat, sich ernsthaft zu verlieben.

"First Night" von Clannon Miller sticht aus zwei Gründen aus der Masse der erotischen Liebesromane heraus, die man auf dem e-book-Markt findet:
1. Der Roman ist ganz erheblich länger als die meisten anderen Bücher, die zu diesem Preis angeboten werden.
2. Er ist wirklich genau dass, was der Klappentext verspricht: Heiß, süß, witzig und spannend!

Spätestens, wenn Julia bei "C&C" (!!!) preiswerte Klamotten kauft oder Thomas den angeschlagenen Discounter "Sparfox" übernehmen will, weiß man, dass man den Roman einfach mit einem Augenzwinkern lesen muss. Und er macht richtig Spaß!
Kleiner Insider: Den Namen des Politikers, den Julia als Bennis Vater im Verdacht hat, muss man sich einfach auf der Zunge zergehen lassen... (Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind natürlich nicht beabsichtigt ;D ...)

Jo, die zwei Helden sind manchmal ein wenig klischeehaft, aber deshalb nicht weniger sympathisch. Außerdem haben sie genügend Macken, um nicht zu Abziehbildern zu verkommen. Wenn der große Herr Mahler mal wieder voller Wut sein Handy zerdeppert oder sich mit der eigentlich unschuldigen Studentin im Dirty talk übt, schwankt man zwischen Lachen und Faszination. Die Story wird nie langweilig, schnulzig oder primitiv und verkommt auch nicht zur Komödie. Sie ist eine gelungene, erotische Liebesgeschichte mit einem leichten Thrilleranteil, die deutlich vielschichtiger und intelligenter ist, als es auf den ersten Blick scheint und den Leser richtig gut unterhält!

Fazit: Von mir gibt es jedenfalls 5 Punkte und eine Leseempfehlung!

Anmerkung: In vielen Rezensionen wird angemerkt, dass die Geschichte viele Rechtschreibfehler enthält. Das ist mir nicht aufgefallen. Entweder die Story hat mich zu sehr gepackt, oder die Überarbeitung hat etwas genutzt. Und ja, hin und wieder ist vielleicht, sagen wir mal ... eine kleine juristische Unschärfe drin. Aber das hat mich nicht wirklich gestört. Wenn der Roman, wie so viele andere, in den USA gespielt hätte, wäre es vermutlich niemand aufgefallen und ein klein wenig "dichterische Freiheit" gestehe ich persönlich der Autorin jetzt einfach mal zu!


Bildquelle: amazon

# Die Rezension enthält Werbelinks.