Dienstag, 15. Oktober 2019

"Mercy Thompson 11: Ruf des Sturms" von Patricia Briggs

Kampf gegen dunkle Magie

Nach Mercys haarsträubenden Abenteuern in Europa versucht das Rudel zur Normalität zurück zu finden. Aber wie soll man das in einer Stadt machen, die wegen Mercys grandioser Erklärung zu einem neutralen Territorium zwischen Fae und Menschen erklärt wurde? Adam, Mercy und ihre Wölfe werden immer wieder gerufen, wenn es zu Auseinandersetzungen oder Zwischenfällen kommt.
Nun sollen sie außerdem bei den geplanten Verhandlungen zwischen hochrangigen, menschlichen Politikern und den Grauen Lords als Moderator fungieren. All diese Probleme treten in den Hintergrund, als plötzlich klar wird, dass jemand schwarze Magie in den Tri Cities wirkt …

Ruf des Sturms“ von Patricia Briggs hat mich wirklich begeistert! Nachdem ich im letzten Band „Stille der Nacht“ die unvergleichlichen verbalen Schlachten zwischen Mercy und ihren Freunden und Feinden schmerzlich vermissen musste, wurde ich hier vollkommen entschädigt. Außerdem punktet die Geschichte (trotz des dunklen Themas) mit einem unvergleichlichen, trockenen Humor, der dafür sorgt, dass sie nicht allzu finster wird.

Mercy und Adam müssen sich nämlich gleich mit einer ganzen Gruppe von schwarzen Hexen auseinandersetzen. Das führt – zumindest aus meiner Sicht – zum einzigen Kritikpunkt an der Story: Die Anzahl der Opfer ist dieses Mal ziemlich hoch. Das geht in der Spannung beim ersten Lesen fast unter, hinterlässt aber ein ziemlich übles Gefühl, wenn man genauer drüber nachdenkt. Wahrscheinlich ist es der Tatsache geschuldet, das gezeigt werden soll, wie schrecklich schwarze Magie wirklich ist.

Patricia Briggs beweist außerdem wieder einmal, dass sie sich nicht scheut, auch Charaktere zu „opfern“, die man über eine lange Zeit kennen- und schätzengelernt hat. Gefahren kommen nicht immer nur von außen, das hat sich in der Serie schon mehrfach gezeigt. (Man muss es nicht so sehen, wenn man eine Urban-Fantasy-Story liest, aber in einem größeren Zusammenhang betrachtet, ist das eine sehr interessante politische Aussage!).

Wirklich toll ist, wie sich die Helden in der Serie weiterentwickeln. Das gilt nicht nur für Mercy und Adam, sondern auch für die meisten der Nebencharaktere. Manchmal sind es nur kleine Schritte, aber man kann jeden davon gut nachvollziehen. Wie im echten Leben vertiefen und verändern sich Beziehungen, statt einfach zu stagnieren. Gerade Adam muss diesmal Entscheidungen treffen, die ihm nicht leicht fallen.

Eine der interessantesten Persönlichkeiten der Serie ist im Moment mit Sicherheit Sherwood Post, der in der aktuellen Geschichte viel Raum erhält, obwohl seine wahre Identität noch immer nicht enthüllt wird. Da Sherwood eine Vorgeschichte mit Hexen hat, ist es für ihn nicht ganz einfach, sich erneut mit deren Magie auseinander zusetzen.

Ruf des Sturms“ lebt aber auch wieder von den vielen, herrlich schrägen Nebenplots. So wird Mercy nicht einfach so zur Bekämpfung eines wildgewordenen gerufen! Man muss sich mit Genuss auf der Zunge zergehen lassen, WER sie ruft! Das hat echt was!!! (Ein Schelm, wer darin nicht dann doch eine politische Aussage findet …).

Was es mit Zombie-Ziegen auf sich hat … und warum es mir fast leidtut, dass man sie einfangen muss, sollte jeder selbst lesen.

Fazit:Ruf des Sturms“ hat mich wirklich begeistert“! Das Buch ist spannend, anrührend, teilweise sehr dunkel und doch so lustig, dass man immer wieder laut lachen muss. Deshalb gibt es von mir begeisterte 5 Sterne und ein Leseempfehlung.

Tipp: Man sollte die Serie unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen, weil die Bücher aufeinander aufbauen und einem sonst eine Menge der herrlichen, kleinen Gags entgehen, die immer wieder eingebaut sind.
Warnung: Hoher Suchtfaktor!!!

Haben wollen? 

 Hier kann man die Bücher von Patricia Briggs kaufen: 

Mercy Thompson auf Deutsch:
- "Ruf des Mondes" (Band 1)
- "Bann des Blutes" (Band 2)
- "Spur der Nacht" (Band3)
- "Zeit der Jäger" (Band 4)
- "Zeichen des Silbers" (Band 5)
- "Siegel der Nacht" (Band 6)
"Tanz der Wölfe" (Band 7)
- "Gefährtin der Dunklheit(Band 8)
- "Spur des Feuers(Band 9)
- "Stille der Nacht“ (Band 10)
- "Ruf des Sturms" (Band 11)


"Alpha & Omega" ("Partnerserie"):
- "Schatten des Wolfes(Band 1)
- "Spiel der Wölfe(Band 2)
- "Fluch der Wolfes(Band 3)
- "Im Bann der Wölfe(Band 4)
- "Die Stunde der Wölfe" (Band 5)

Bildquelle: amazon



Donnerstag, 10. Oktober 2019

"Ich bin Dylan" von Annie Stone

Zitat: „Es ist die Person, in die ich mich verliebt habe.“

Seraphine und Dylan haben sich in eine Situation manövriert, in der beide nicht ganz glücklich sind. Die scheinbar einfachste Lösung ist eben nicht immer die beste … Die beiden müssen zuerst einmal für sich selbst entscheiden, was sie von einander wirklich wollen. Außerdem spielt das Schicksal ihnen einen überraschenden Streich, der großen Einfluss auf ihre Zukunft haben wird.

„Ich bin Dylan“ von Annie Stone ist eine ungewöhnliche und überraschende Geschichte. Es lohnt sich, das Buch zu lesen, selbst wenn man glaubt einer Love-Story zwischen zwei Frauen nichts abgewinnen zu könne. Das Buch ist nämlich mehr als eine Romanze. Es ist ein in wunderschönen Worten verpacktes, leidenschaftliches Plädoyer für die Liebe – egal in welcher Facette sie sich zeigt. Jeder Mensch sollte frei sein, zu zeigen wen er gerne an seiner Seite hat. Dylan denkt an einer Stelle: „Es ist die Person, in die ich mich verliebt habe.“ Und das trifft es. Das Geschlecht dieser Person ist nur ein Aspekt, nicht mehr und nicht weniger.

Fazit:
Deshalb gibt es von mir 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Haben wollen? 
 Hier kann man die Bücher der "Rock'nRalley" von Annie Stone kaufen: 

- „Rock’n’Ralley“ (Band 1, Aubrey und Kyle)
- „Tausend falsche Schritte“ (Band 2, Carly und Kit)
- „Mein Leben als Superheldin“ (Band 3, Taylor und Jamie)
- „Ich bin Seraphine“ (Band 4 … und eine Überraschung)
- „Ich bin Dylan“ (Band 5 … mit noch mehr Überraschungen)

Während die Bände 1 bis 3 auch unabhängig voneinander gelesen werden können, bauen Band 4 und 5 aufeinander auf. Mittlerweile hat die Autorin die beiden letzten Bände aus der Reihe ausgegliedert. Kann sie gerne machen, es sind ja ihre Bücher.

Für mich gehören Seraphine und Dylan aber weiter zu der "Rock'nRalley"- Familie dazu. Basta! ;)

Bildquelle: amazon

Montag, 7. Oktober 2019

Die "Rock'nRalley" - Reihe von Annie Stone

Starke Frauen, heiße Kerle ... und richtig tolle Storys!

Vor einiger Zeit habe ich mich hier beschwert, dass es kaum noch „starke“ Heldinnen gibt. Nun … vielleicht habe ich an der falschen Stelle gesucht. Mehr durch Zufall bin ich in die „Rock’n’Ralley“-Reihe von Annie Stone hineingestolpert und habe dort voller Vergnügen und Faszination richtig tolle, sehr eigenwillige, ziemlich unperfekte und gerade deshalb richtig starke Frauen entdeckt. Den Mädels gönne ich die heißen Kerle von Herzen … die ihnen übrigens nicht unbedingt zu Füßen liegen. Also manchmal schon, aber meistens begegnen sie sich auf Augenhöhe und das ist richtig, richtig klasse.

Keine der Frauen ist perfekt! Sie haben ihre Fehler, manchmal verrennen sie sich, aber sie lassen sich nicht unterkriegen, sondern suchen ihren Weg. Ich nehme jeder von ihnen ab, dass sie ihr Leben alleine meistern kann. Sie verlieben sich nicht und starten eine Beziehung, weil sie einen Mann (Helden, Versorger …) brauchen, sie WOLLEN ihn. Ein schöneres Kompliment kann man in einer Partnerschaft in meinen Augen nicht machen.

Zwar kann alle Storys als Romanze lesen – und wird dabei gut unterhalten -, aber der Fokus liegt darauf, wie die Frauen zu sich selbst finden.

So. Genug gelabert, hier geht es schließlich um Bücher!

Nach einem kurzen Überblick über die Serie, folgen für Details zu den einzelnen Bänden:


- „Rock’n’Ralley“ (Band 1, Aubrey und Kyle)
- „Tausend falsche Schritte“ (Band 2, Carly und Kit)
- „Mein Leben als Superheldin“ (Band 3, Taylor und Jamie)
- „Ich bin Seraphine“ (Band 4 … und eine Überraschung)
- „Ich bin Dylan“ (Band 5 … mit noch mehr Überraschungen)

Während die Bände 1 bis 3 auch unabhängig voneinander gelesen werden können, bauen Band 4 und 5 aufeinander auf.
Um es vorweg zu schicken: Eine Leseempfehlung gibt es von mir für alle Teile.


Band 1: „Rock’n’Ralley

Locker leicht zu lesen … mit überraschender Tiefe
Aubreys Leben ist eine einzige Party … bis ihr Vater plötzlich stirbt und sie sich fragen muss, was sie nun aus ihrem Leben machen soll. Sein Erbe überrascht und fordert sie. Gegen jede Chance nimmt sie sich vor ihren Vater – endlich – stolz zu machen und findet dabei endlich zu sich selbst.

Rock’n’Ralley“ von Annie Stone ist ein eher ungewöhnlicher Liebesroman: Bad Girl trifft Bad Boy und gemeinsam rocken sie … naja nicht die Welt, aber immerhin eine mehr als schwierige und gefährliche Ralley. Niemand glaubt an einen Erfolg, aber die beiden lassen haben sich selbst etwas zu beweisen und das ist wohl die beste Motivation, die es gibt.
Die Story ist richtig, richtig klasse und zwar nicht nur wegen der wirklich heißen Love-Story, sondern weil sie tolle Charaktere mit Ecken und Kanten präsentiert. Weder Aubrey noch Kyle sind perfekt. Sie wachsen an und miteinander. Besonders gefallen hat mir, dass ihre Beziehung zwar wichtig für die beiden ist, sie aber nicht blind macht. Sie wissen beide, dass es im Leben einige harte Realitäten gibt, denen man sich stellen muss und die nicht durch Liebe wie von Zauberhand aus dem Weg geräumt werden.
Aubrey wird im Verlauf der Geschichte endlich erwachsen, auch wenn sie schon längst volljährig ist. Sie geht einen weiten Weg vom Partygirl, dass sich treiben lässt, zu einer verantwortungsbewussten jungen Frau, die klare Ziele im Leben hat, für die sie mit allen Mitteln kämpft. Mit gefällt die Botschaft dahinter: Man darf Fehler machen und stolpern, solange man wieder aufsteht und versucht sein Bestes zu geben.
Kyle ist das sexy Sahnehäubchen in der Story, aber Aubrey definiert sich nicht über den Mann. Es macht Spaß, ihn mit ihr zusammen anzuhimmeln und man gönnt den beiden ein Happy End, doch das ist erstaunlicherweise gar nicht der Kern der Story.

Fazit: Ich bin richtig begeistert, endlich einmal einen Roman zu lesen, der es schafft sexy und spannend zu sein, und gleichzeitig zeigt, wie eine moderne, taffe Frau ihren eigenen Weg geht. Das Buch ist erotische Romanze, Entwicklungsroman und zeigt echte Frauenpower, ohne einen Moamnt lang seine wunderbare Leichtigkeit zu verlieren. Aubrey ist eine richtig starke Heldin, eine die mit der man Pferde stehlen kann. Bitte, bitte mehr davon!
Noch Fragen? Klar gibt es von mir mehr als 5 Sterne, eine Leseempfehlung und eine Suchtwarnung! Zum Glück gibt es Folgebände, so dass man Aubrey und Kyle – wenn auch als Nebenfiguren - noch eine Weile begleiten darf.


Band 2: „Tausend falsche Schritte“   


Tausend Dinge erlebt … und plötzlich alles in einem neuen Licht sehen Carly hat geschafft, wovon andere nur träumen: Ein reicher Ehemann ermöglicht ihr im Leben im Luxus und sorgt selbst über seinen Tod hinaus für sie. Allerdings gibt es da nun auch Lily, ihre kleine Tochter und plötzlich muss sich Carly fragen, welches Vorbild sie für das Mädchen einmal sein wird. Will sie wirklich immer nur das Anhängsel eines Mannes sein? Kann sie überhaupt etwas, außer ihr hübsches Gesicht und ihren künstlich perfektionierten Körper in Designer-Klamotten zu präsentieren?


Ja, auch „Tausend falsche Schritte“, der zweite Teil der „Rock’n’Ralley“ – Serie von Annie Stone ist auf den ersten Blick eine romantische, sexy Love-Story zwischen zwei Menschen, die scheinbar keine Gemeinsamkeiten haben. Carly sieht sich als Goldgräberin und hat bisher ihr großes Herz meist so sorgfältig unter Verschluss gehalten, dass sie nicht einmal selbst daran glaubt eines zu haben. Kit berührt etwas tief in ihrem Inneren, aber es dauert lange, bis sie sich erlaubt, an eine Beziehung aus Liebe zu glauben.
Der Kern der Geschichte ist eigentlich ein anderer: Carly muss herausfinden, wo ihre Ziele im Leben sind und wie sie sie erreichen kann. Ihrer kleinen Tochter räumt sie dabei absoluter Priorität ein, etwas was sie in ihrer Kindheit nicht kennengelernt hat. Es ist richtig klasse, mitzuerleben, wie sie ihren ganz eigenen Weg geht, stolpert, sich wieder aufrichtet und weitermacht. Carly, die im ersten Band der Reihe eher unsympathisch wirkte, wächst einem mehr und mehr ans Herz. Sie ist eine wunderbar unperfekte Heldin, eine mit der man sich gut identifizieren kann, selbst wenn man ganz andere Schwerpunkte im Leben setzt.
Wie schon in „Rock’n’Ralley“ ist die Liebe das wunderbare Topping. Kit macht Carlys Glück perfekt, aber auch er muss erst noch lernen, was er eigentlich mit seinem Leben anfangen möchte, nachdem Plan A spektakulär gescheitert ist.
Carly und Kit benutzen einander dabei nicht als „Krücke“. Beide finden unabhängig voneinander zu sich selbst und könnten einander deshalb tolle Partner sein. Ob und wie ihnen das gelingt, möchte ich nicht verraten, es ist einfach zu spannend und berührend, davon zu lesen …

Fazit: Wunderbare, ungewöhnliche Story, die richtig toll erzählt ist. Dafür gibt es auch hier wieder begeisterte 5 Punkte, eine Leseempfehlung – die für die gesamte Serie gilt – und eine Suchtwarnung.




Sind wir nicht alle Superheldinnen?

Taylor liebt ihren Job und ihre große, laute Familie. Einen festen Lover braucht und will sie nicht, warum gibt sie nicht einmal vor sich selbst zu …

Die komplette „Rock’n’Ralley“ Serie von Annie Stone ist etwas Besonderes: Sie zeigt Frauen, die ihren ganz eigenen Weg gehen und dabei auch die große Liebe finden. Die Geschichten sind so liebenswert und berührend, weil die Ladys eben nicht perfekt sind. Sie machen Fehler, sie stolpern, aber sie geben nicht auf, heben den Kopf wieder, lernen es besser zu machen und halten unbeirrt auf ihr Ziel zu. Die Reihe zu lesen, hinterlässt einfach ein gutes Gefühl. Auch wenn Geld – anders als für die meisten „normalen“ Frauen - z.B. für Aubrey und Carly nicht wirklich ein Problem ist, so identifiziert man sich doch gut und gerne mit ihnen.
Taylor, um die es in „Mein Leben als Superheldin“ geht, scheint es auf den ersten Blick geschafft zu haben: Toller Job, gute Freunde, gutes Verhältnis zu ihrer Familie. Doch … das kratzt nur an der Oberfläche. Nach und nach erfährt man, wie Taylors Leben wirklich aussieht, welche Abgründe es gab und gibt. Nicht einmal vor sich selbst, noch viel weniger vor den Menschen, die sie liebt, will Taylor zugeben, was sie schon alles erlebt hat. Ist sie eigentliche ein Superheldin, weil sie ihr Leben trotzdem im Griff hat? Oder weil sie so gut darin ist, die Tarnung, alles wäre perfekt aufrecht zu erhalten? Ihre echte Stärke muss Taylor aber erst noch finden, als die Vergangenheit wie ein dunkler Schatten über die Gegenwart fällt und alles auseinander zu brechen droht.
Ich mag die „Rock’n’Ralley“ Serie wirklich, vor allem gefallen mir die tollen Charaktere mit ihren vielen Ecken und Kanten. Jede einzelne Geschichte hat mein Herz berührt. Hier ist es … ein wenig anders. Zwar hatte ich Mitleid mit Taylor, habe Wut für sie empfunden und mich für sie gefreut, aber … irgendwie hat diese Story eher meinen Kopf als mein Herz angesprochen. Vielleicht liegt es daran, dass die Männer in Taylors Leben ein wenig klischeehaft wirken. Sie sind über ihre Beziehung zu Taylor hinaus für den Leser wenig (be)greifbar.
Das ist allerdings Meckern auf hohem Niveau. Die Geschichte ist ernsthafter als die anderen, hat aber trotzdem herrlich witzige Momente, so dass sie nicht ins Drama abrutscht, sondern gut und spannend zu lesen ist.

Fazit: „Mein Leben als Superheldin“ ist ein tolles Buch, eines das Mut macht und außerdem sehr scharfsinnig die Strukturen innerhalb von scheinbar gut funktionierenden, harmonischen Familien beleuchtet. Deshalb gibt es solide 4 Punkte und eine Leseempfehlung, die für die gesamte Serie gilt.

Band 4: „Ich bin Seraphine
Zu meiner Rezi geht es hier: „Facetten der Liebe“ 


Band 5: „Ich bin Dylan
Zu meiner Rezi geht es hier: *klick*
Bildquelle: amanzon

"Die Hure und ihr russischer Geliebter" von Rebecca Lainey

Nur mit dem Herzen sieht man gut ...

Hinweis: Der Titel hat sich geändert! Das Buch heißt nun "Das geschundene Herz des Gentleman", was übrigens auch sehr gut zu der Story passt.

Allison befindet in einer schier ausweglosen Situation: Ohne Familie und Geld bleibt ihr nur die Möglichkeit, sich in einer Schänke ihren Lebensunterhalt zu verdienen und was das heißt, weiß jeder: Früher oder später muss sie einem Freier zu Diensten sein. Ausgerechnet der Mann, der sie heimlich fasziniert, besiegelt ihr Schicksal. Doch zu Allisons Überraschung verlangt Ivar nicht „das Übliche“ von ihr. Erst nach und nach versteht sie, was den Mann wirklich antreibt …

Mit „Die Hure und ihr russischer Geliebter“ legt Rebecca Lainey ein sehr überraschende, historisch angehauchte, Liebesgeschichte hin. Trotz – vielleicht auch gerade wegen – der kleinen Brüche mit den Erwartungen, die man als Leser*in bei diesem Genre mitbringt, macht die Story unglaublich viel Spaß. Zu Beginn scheint die Geschichte ein wenig auf „Die Schöne und das Biest“ hinauszulaufen, das ist aber viel zu einfach. Allison ist überraschend mutig und selbstbewusst. Auch wenn sie sich in einer aussichtslosen Situation befindet, sie verzweifelt nicht, sondern versucht das Beste daraus zu machen und erlaubt sich sogar noch, ein wenig zu träumen.
Sie ist genau die Frau, die Ivar braucht – allerdings weiß er das noch nicht. Tief verletzt und gedemütigt, glaubt er nicht mehr an die Liebe. Allerdings hat er nicht mit Allison, ihrem Mut und ihrer Sturheit gerechnet. Zielstrebig macht sie sich daran, seine Mauern einzureißen.

Die Geschichte ist wirklich klasse. Man spürt das Knistern zwischen den beiden – nicht nur im erotischen Sinne. Die Wortgefechte haben es ebenso in sich, wie die heißen Spielchen zwischen den Laken. Beide werden zunehmend freizügiger …
Die Sprache ist vielleicht ein wenig modern, allerdings passt sie zu den Charakteren und bewahrt die Story davor, in die Kitsch-Ecke abzurutschen. Im Gegenteil, man nimmt ihr gerne die unterschwellige Botschaft ab, das es bei einem Menschen eben nicht auf das Aussehen ankommt, sondern auf die Dinge, die man nur mit dem Herzen sehen kann.

Fazit:
Wunderschöne, ein wenig eigenwillige und gerade deshalb so lesenswerte Liebesgeschichte. Dafür gibt es von mir 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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- "Die Hure und ihr russischer Geliebter"

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Montag, 30. September 2019

"Ich bin Seraphine" von Annie Stone

Facetten der Liebe

Durch Zufall treffen sich Seraphine, die sich gerade entschlossen hat, Fotografin zu werden, und Dylan, die nicht nur wegen ihrem ersten Hit, sondern auch wegen ihres Privatlebens von der Presse verfolgt wird. Für Seraphine ist es Liebe auf den ersten Blick, aber Dylan ist hetero, lebt in einer Beziehung und braucht gerade wirklich eine (platonische) Freundin. Ist das für Seraphine genug? Oder wird vielleicht doch mehr aus den beiden?

Um eines vorweg zu schicken: Auch in der Story „Ich bin Seraphine“ spielt Annie Stone wieder einmal gekonnt mit den Erwartungen der Leser, während sie unbeirrt ihre ungewöhnlichen Heldinnen präsentiert. Die Frauen suchen ihren eigenen Weg, der nicht immer geradlinig ist. Sie treffen Entscheidungen, die sie im Nachhinein nicht mehr mögen, mit denen sie aber leben müssen.

Richtig gut gefallen hat mir die langsame Annäherung der beiden Frauen. Liebe gibt es in vielen verschieden Facetten. Dazu zählt auch die Liebe zum eigenen Ich, mit der sowohl Seraphine als auch Dylan gerade Probleme haben. Es ist sehr interessant, wie die beiden – quasi durch die Augen der jeweils anderen – lernen, sich selbst wieder zu mögen, oder zumindest in einem freundlicheren Licht zu betrachten. Selbstliebe – nicht Narzissmus, darum geht es wirklich nicht – bedeutet sich selbst als wichtig und wertvoll wahrzunehmen, nur so kann ein Mensch Selbstvertrauen entwickeln und in einer Beziehung ein gleichwertiger Partner sein.

Ich finde nicht, dass die Story ein „Roman für Lesben“ ist. Warum … kann man anderen Rezis entnehmen, ich möchte hier nicht spoilern. Der Schluss des Buches hat mich völlig überrascht, wenn man allerdings andere Geschichten von Annie Stone kennt, ist er fast schon logisch.

Die Story endet eindeutig mit einem Cliff und scheint der Beginn einer (kleinen) Reihe zu sein, zu der es auch einige „Vorgeschichten“ gibt, die man lesen kann, aber nicht kennen muss.

Seraphines Bruder Kyle und ihre Schwägerin Aubrey haben ihre eigene Story in „Rock’n’Ralley“, ihre Freundin Carly findet in „Tausend falsche Schritte“ zu sich selbst … und zu ihrem Glück.

Fazit: Die Story ist gewohnt schön geschrieben und hat mir gut gefallen. Das offene Ende … ärgert mich allerdings ein wenig. Deshalb gibt es von mir 4 Punkte und die Hoffnung auf eine Fortsetzung.


Edit: Passiert selten, ist aber hier gerechtfertigt: Nachträglich erhöhe ich die Punktzahl auf 5, weil erstens neuerdings aus dem Klappentext ganz klar hervorgeht, dass diese Story nicht in sich abgeschlossen ist. Außerdem kann man jetzt erkennen, wie sie sich in die Reihe "Rock'nRalley' einfügt.

Eigentlich möchte ich aber auch mehr Punkte geben, weil die Story einen "Haben-wollen" Reflex ausgelöst hat. Ich kenne nun die komplette Serie, die wirklich klasse ist und richtig taffe Frauen präsentiert, die ihren ganz eigenen Weg gehen. Davon kann man gar nicht genug lesen!


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Mittwoch, 25. September 2019

#IndieAuthorDayDE – 25. September

                                      Beitragsbild © Juliana (Farbenmelodie / creativum-universum)
Durch einen Hinweis im "Laberladen" bin ich auf eine tolle Aktion aufmerksam geworden, die ich gerne unterstützen möchte. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, auf all die tollen Geschichten zu verzichten, die ich den vielen Selfpublishern zu verdanken habe.
Der IndieAuthorDayDE findet zum zweiten Mal statt. Er wurde letztes Jahr auf "KeJas Blogbuch" ins Leben gerufen und soll SPlern zu mehr Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit verhelfen. Der Blog bietet eine interessante Übersicht von SP-Autor*innen, die allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt und den Neigungen der Bloggerinnen folgend nicht sooo viele Autor*innen von Romanzen auflistet. Die Liste findet ihr hier: *klick*
Dort läuft auch gerade ein "#SPbuch – Eine Challenge", bei der man unter anderem einen e-book-Reader gewinnen kann. 
Die Liste der Blogs, die zum  #IndieAuthorDayDE schon Beiträge verfasst haben, ist ... geklaut. Naja, kopiert. Danke an Gaby! ;) 

Hier alle SP-Bücher aufzulisten, die ich im letzten Jahr gelesen habe, würde den Rahmen sprengen.
Deshalb möchte ich auf ein paar SP-Autor*innen aufmerksam machen, die tolle Romanzen schreiben, egal ob zeitgenössisch, historisch, im Fantasy oder Urban Fantasy Genre angeordnet. Wer meinen Blog kennt weiß: Liebe ist universell. Es gibt sowohl homo- als auf heteroerotische Bücher in der Liste. 
Der Klick auf den Namen der SPler führt zur Homepage (wenn es eine gibt), dahinter) gibt es einen Link zu einem aktuellen oder aber von mir besonders geliebten SP-Buch. Als Hinweis: Der führt zu amazon.




Dienstag, 24. September 2019

"Heathens Ink: Mein Retter" von K,M. Neuhold

Nicht so simpel, wie man zunächst glaubt ...

Thane und Madden mögen sich auf den ersten Blick, als sie sich in einem Club treffen und sind gerade dabei, ein Date für eine heiße Nacht klar zu machen, als eine Verrückter wild um sich schießt. Madden wird schwer verletzt, aber Thane – ein Ex-Marine und Feuerwehrmann – behält die Nerven und rettet ihm das Leben. Trotzdem steht Madden vor den Trümmern seiner Existenz: Er kommt mit seinen Verletzungen vorerst nicht mehr in seine Wohnung und ob und wann er wieder als Tätowierer arbeiten kann, steht in den Sternen. Erneut bietet sich Thane als „Retter“ an …

Heathens Ink: Mein Retter“ von K.M. Neuhold scheint auf den ersten Blick eine Geschichte zu sein, in der Madden – fast wie die berühmte Jungfrau vor dem Drachen – mit Thane ein strahlender Ritter / Retter in goldener Rüstung begegnet.
Ganz so einfach ist es aber dann doch nicht. Zum Glück, sonst wäre die Story auch irgendwie langweilig …
Madden macht mit Sicherheit die größere Entwicklung in der Story durch. Er muss allerdings auch den weiteren Weg gehen, weil das Schicksal ihm ziemlich schlechte Karten ausgeteilt hat. Intellektuell ist sich Madden – genau wie der Leser – bewusst, wo die Probleme liegen. In der Geschichte allerdings versteht er allmählich auch, was er machen muss, um die Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Ja, er braucht für den ersten Schritt Thanes helfende Hand, aber den Weg geht Madden alleine und gewinnt so echte Stärke.
Thane scheint auf den ersten Blick sehr gefestigt zu sein, tatsächlich hat er aber vor dem dramatischen Zwischenfall einen wichtigen Teil seines Ichs vor seiner Familie, seinen Freunden und Kollegen verschwiegen. Die Entscheidung für sein Outing wird ihm abgenommen, trotzdem muss er damit klarkommen. Seine unerschütterliche Liebe zu Madden hilft ihm dabei.
Ich mag Bücher, in denen sich die Partner auf Augenhöhe begegnen. Das scheint hier lange nicht der Fall zu sein. Mehr und mehr stellt sich aber heraus, dass beide Männer Kämpfer sind, die nur bisher an sehr unterschiedlichen Fronten gestanden haben. Madden, der sich aufgrund seiner Geschichte für benachteiligte Jugendliche stark macht, bezeichnet Thane, der Marine war und nun Feuerwehrmann ist, sinngemäß als „Berufshelden“. Wieviel Mut und Engagement beide Männer haben, spürt man als Leser, K.M. Neuhold muss das nicht extra ausführen.

Fazit:Heathens Ink: Mein Retter“ hat mich mehr und mehr in seinen Bann gezogen. Ich bin neugierig auf die Geschichten, die hinter den interessanten Nebencharakteren stecken und hoffe, dass es noch weiter Bücher rund um das Tattoo-Studio und die interessante Truppe gibt, die dort arbeitet. Deshalb gibt es von mir 4,5, aufgerundet 5 Punkte und eine Leseempfehlung.

Haben wollen? 
 Hier kann man das Buch von K.M. Neuhold kaufen: 

- "Heathens Ink: Mein Retter“

Bildquelle: Cursed Verlag