Mittwoch, 10. April 2019

"The Savior - Black Dagger 17" (engl.) von J.R. Ward


Unheimlich spannend und wahnsinnig … zärtlich 

Als einer der wenigen Brüder in der Geschichte wurde Murhder aus der Black Dagger Brotherhood ausgeschlossen, weil er völlig wahnsinnig ist. Allerdings gibt es nun Gründe für Murhder sein Exil zu verlassen und nach Cadwell zurück zu kehren. Vielleicht hilft es ihm, ein altes Versprechen endlich einzulösen. Oder kommt er wieder einmal zu spät? Doch auf seine Mission findet er nicht nur unerwartete Hilfe, sondern auch die größte Überraschung seines Lebens: Sarah, eine menschliche Frau, die ihn nicht anschaut, als wäre er ein Irrer, sondern als wäre er ein echter Held. Murhder weiß, dass sie Unrecht hat, dabei verliebt er sich in ihren Mut und ihre Klugheit, bevor er überhaupt weiß, wie sie unterhalb ihres Kinns aussieht.
John wusste immer, dass seine geliebte Xhex in der Vergangenheit eine Beziehung zu Murhder hatte. Trotzdem trifft ihn die heiße Woge der Eifersucht, als er die beiden zum ersten Mal zusammen sieht völlig unerwartet. Er würde Murhder gerne hassen, aber irgendwie mag er den angeblich Irren. Außerdem kämpft er gerade mit einem ernsthaften Problem, dass ihn alles in einem völlig neuen Licht sehn lässt …

Um ehrlich zu sein, bin ich ohne große Erwartungen an „The Savior“ von J.R. Ward herangegangen. Natürlich kannte ich Murhder aus Erwähnungen in den vorangegangen Bänden, aber irgendwie hat mich nie wirklich interessiert, was hinter seinem Exil steckt. Mit Sarah wird ein komplett neuer Charakter eingeführt und irgendwie hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm, dass es in der Geschichte auch um John und Xhex gehen würde, die ich sowohl einzeln als auch als Paar unheimlich gerne mag.
Um es vorweg zu schicken: Die Story hat für mich zwei Schwachpunkte: Zum ersten passt der Anfang eigentlich überhaupt nicht zum restlichen Buch, wenn man davon absieht, dass man einen winzigen Einblick in Murhders Leben fernab von Cadwell erhält. Zum zweiten gibt es ein paar … nennen wir es mal „zufällige Zufälle“, die mir nicht wahrscheinlich vorkommen.
Trotzdem ist dieses Buch genial. Unheimlich spannend. Wahnsinnig zärtlich. Nervenzerfetzend. Herzzerreißend.
Ab dem zweiten Kapitel kann und will man die Geschichte nicht eine Sekunde zur Seite legen, weil der Funke überspringt und man mit den Helden leidet, mit ihnen hofft und bangt, ob sie ihre Ziele überhaupt erreichen können. Für die Liebe zwischen Sarah und Murhder scheint es keine Hoffnung zu geben, obwohl die beiden ganz sicher für einander bestimmt sind. Um so kostbarer ist jede Sekunde, die sie mit einander verbringen, um so leidenschaftlicher jede Berührung, die sie teilen.
Xhex und John dagegen sind ein eingeschworenes Team. Sie begegnen sich auf Augenhöhe, schätzen die Stärke und Unabhängigkeit des jeweils anderen. Beide überrascht ein wenig, wie heftig John auf Murhder reagiert, bis ein dramatischer Zwischenfall ihre gesamte Zukunft in Frage stellt. Plötzlich sieht John viele Dinge in einem ganz anderen Licht, überlegt neu, wo seine Prioritäten sind. Vielleicht ist das Ganze ein wenig plakativ, aber so berührend und zärtlich erzählt, dass man sich dem nicht entziehen kann oder auch nur möchte.
Auch wenn man als Leser ahnt, dass die Story ein HE haben wird, so webt sie doch ein so dichtes Netz, dass man mit den Helden leidet, kaum zu hoffen wagt und jede einzelne Sekunde mit ihnen genießt, in der sie zusammen sein dürfen.

Ich liebe diese Geschichte. Ich liebe es, dass die Helden nicht an sich und ihren Gefühlen zweifeln, obwohl alles gegen sie zu sein scheint.
Außerdem liebe ich im Speziellen, dass die Story in vielen Punkten wieder zu den Anfängen der Geschichten um die Bruderschaft der Black Dagger zurückkehrt. Dabei vergisst J.R. Ward aber nie, wie weit die Jungs um den blinden König inzwischen gegangen sind und wie sehr sich die Gesellschaft der Vampire – inklusive ihrer Feinde - geändert hat. Die gesamte Story ist nicht nur wahnsinnig berührend, sondern auch total sexy und voller knallharter Action.
Am liebsten würde ich mich stundenlang und / oder seitenweise über all die kleinen Details auslassen, die aus einer guten Idee ein so großartiges Buch machen, aber leider sprengt das jeden Rahmen, birgt die Gefahr von massiven Spoilern und nimmt potentiellen Lesern das Vergnügen, diese wundervolle Geschichte für sich selbst zu entdecken.

The Savior“ ist der mittlerweile 17te Band um die Black Dagger Brotherhood und … er macht Lust auf mehr.

Mein Fazit: Mehr als 5 Sterne und eine Leseempfehlung für alle Fans und solche die es noch werden wollen. Was sonst soll ich noch zu einem Buch sagen, von dem ich schon zugegeben habe, wie sehr ich es liebe?


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 Hier kann man die Bücher von J.R. Ward kaufen: 

- "The Savior

P.S.: Auch diese Buch gibt es wieder zeitgleich von zwei Verlagen. Verlinkt habe ich die preiswertere der beiden Kindle-Ausgaben. Das Taschenbuch ist etwas günstiger.
Auf Deutsch erscheint der erste Teil von "The Savior" unter dem Titel "Der Erlöser" am 09.12.2019

Bildquelle: amazon


Mittwoch, 27. März 2019

"Unerwartet berührt" von Jessica Martin

Unerwartet … verliebt

Paul und Freddy kennen sich schon lange und sind gute Freunde, nicht mehr. Schließlich stehen beide auf Frauen. Oder ist da etwas mehr zwischen ihnen? Was als platonische Verabredung beginnt, mit der sie gegen ihre Schlaflosigkeit vorgehen wollen, wird irgendwie … mehr. Trotzdem dauert es eine Weile, bis die beiden ihre Gefühle gegenüber sich selbst und einander eingestehen, ihre Freunde und schließlich ihre Familien einweihen.

Unerwartet berührt“ von Jessica Martin hat mir eigentlich vor allem aufgrund der Idee mit den „platonischen Schlafdates“ fasziniert. Doch ich war der Geschichte und ihren sympathischen Charakteren sehr schnell verfallen. Ruhig, ohne künstliche Dramen wird erzählt, wie sich Paul und Freddy näher kommen. Dabei muss man manchmal über ihre liebenswerten Macken und kleinen Unvollkommenheiten schmunzeln, hat aber nie das Gefühl, auf Kosten der beiden zu lachen, sondern ehre mit ihnen. Die Story wird mit einer wunderbaren Leichtigkeit erzählt, die beinahe darüber hinwegtäuscht, dass sie durchaus ernste Themen behandelt. Inneres und äußeres Outing sind nicht leicht, wie auch Paul und Freddy feststellen müssen. Jessica Martin verschweigt nicht, welche Schwierigkeiten und negativen Reaktionen kommen. Aber sie setzt ihren Fokus auf die positiven Erfahrungen und macht so ganz nebenher Mut, ehrlich zu sich selbst zu stehen.

Der feine Humor in dem Buch sorgt auch dafür, dass die expliziten Szenen einfach Spaß machen. Paul und Freddy sind heiß zusammen, aber sie nehmen sich nicht zu ernst und wenn mal etwas schief zu laufen droht … machen sie halt das Beste draus. Guter S** ist eben nicht immer bierernst und die beiden machen es genau richtig: Sie wollen einander glücklich machen und lernen zusammen, was dem jeweils anderen gefällt.

Ein wenig überraschend, aber nicht weniger gut ist, wie sich Paul und Freddy im zweiten Teil der Geschichte gegenüber den Eltern outen und dabei … erwachsen werden. Ihr Blickwinkel auf traumatische Ereignisse in der Kindheit ändert sich, nicht einmal sofort oder gar dramatisch, aber genau dieser Schritt verändert auch die Beziehung zu ihren Eltern.

Fazit: Mich hat „Unerwartet berührt“ … unerwartet tief berührt und zwar auf mehr als einer Ebene.
Dies war mein erstes Buch von Jessica Martin, wird aber sicher nicht mein letztes sein. Dafür gibt es gut gelaunte 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

P.S.: "Unerwartet berührt" ist Teil zwei der "Berührt"-Serie. Man kann es problemlos als Stand Alone lesen, es macht aber neugierig auf den ersten Band, in dem es um Theo und Marc geht.
Das Buch wollte ich nie lesen, weil mich die "Stiefbrüder"-Thematik in der Regel eher langweilt. Nun bin ich aber ... ja, ja hab ich gerade eben schon gesagt ... ziemlich neugierig auf die Geschichte der beiden. 

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 Hier kann man die Bücher von Jessica Martin kaufen: 
- "Unverhofft berührt" (Theo & Marc)
- "Unerwartet berührt" (Paul & Freddy)

Bildquelle: Cursed Verlag

Dienstag, 26. März 2019

"Warrior Lover: Xadist" von Inka Loreen Minden

Mann oder Monster?

Sun misstraut Männern nicht ohne Grund: Ihre Vergangenheit ist mehr als dunkel. Trotzdem hat sie es geschafft, sich ein neues Leben aufzubauen und arbeitet sogar als Therapeutin. Zu gerne möchte sie auch dem Warrior Fox alias Xadist zeigen, dass er mehr ist als das Monster in seinen Genen. Doch Gene lassen sich nicht austricksen oder überzeugen: Ausgerechnet Fox, der als Xadist schreckliche Verbrechen begangen hat, erweist sich als ihr Gefährte. Kann Sun die Berührung eines Mannes überhaupt wieder zulassen?
Auch Fox ist gefangen zwischen Begehren und Entsetzen. Seine Gefühle für Sun sind so stark, dass befürchtet die mühsam errungene Kontrolle über sein inneres Biest zu verlieren. Noch einmal kann und will Fox das auf keinen Fall ertragen! Gibt es eine Chance auf Glück für die beiden gequälten Seelen?

Mit „Xadist“ gehen die Warrior Lover von Inka Loreen Minden schon in die 14te Runde (und hoffentlich noch lange nicht zu Ende!). Diesmal treffen zwei Charaktere aufeinander, die selbst für Warrior und Huntress ein schweres Schicksal hinter sich haben. Sun wurde auf jede erdenkliche Art missbraucht, Fox unter Drogen dazu gezwungen unmenschliche Dinge zu tun. Trotz ihrer gegenseitigen Anziehung fürchten sie einander, müssen erst lernen, mit ihren Erinnerungen umzugehen, um eine gemeinsame Zukunft gestalten zu können.

Auch wenn man das erotische Knistern zwischen den beiden von Anfang an spürt, dauert es eine Weile, bis sie der Spannung nachgeben können, ohne dass sich negative Emotionen zwischen sie stellen. Es ist unheimlich berührend zu lesen, wie sehr Sun und Fox darum kämpfen, ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen. Normalität ist für beide ein großer Fortschritt, die Hoffnung auf Liebe haben sie sich bisher komplett untersagt.

Trotzdem ist das Buch auch voller überraschender Glücksmomente. Vielleicht entschädigt das Schicksal ja doch am Ende diejenigen, die am meisten gelitten haben? Fox und Sun finden ihren Weg, auch wenn er manchmal steinig ist und sie hin und wieder ein wenig stolpern.
Richtig gut gefallen hat mir außerdem, wie geschickt die Schicksale der einzelnen Paare miteinander verknüpft werden. Auch in „Xadist“ trifft man immer wieder kurz auf liebgewonnene Helden (und Heldinnen) aus den vorangegangenen Büchern und erfährt so, was aus ihnen geworden ist.

P.S.: Es gibt am Ende des Buches zwei Bonus-Kapitel, die mich unheimlich Spaß gemacht und mich sehr berührt haben. Alleine dafür hat es sich schon gelohnt, die Story zu lesen!
Fazit: Hat mir mal wieder so gut gefallen, dass ich die Story in einem Rutsch verschlungen habe und am liebsten gleich mit der nächsten weitermachen würde. Weil das nicht möglich ist, werde ich auf jeden Fall mit ein paar Re-Reads vergnügen! Also 5 Punkte und eine Leseempfehlung, die für die gesamte Serie gilt.

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 Hier kann man die Bücher von Inka Loreen Minden kaufen:

Teil 1: Jax 
Teil 2: Crome
Teil 3: Ice 
Teil 4: Storm
Teil 5: Nitro 
Teil 6: Andrew und Emma
Teil 7: Steel 

Teil 8: Fury
Teil 9: Tay
Teil 10: Shadow
Teil 11: Flame
Teil 12: Verox 
Teil 13: Slayer
Teil 13: Xadist

Warrior Lover Snacks (spielen zeitlich zwischen Verox und Slayer):
Snack 1: Chaz & Anka
Snack 2: Onyx & Maia

Die Storys sind alle in sich abgeschlossen, gehören aber in einen übergreifenden Handlungsbogen. Wie oben schon erwähnt, macht es Spaß, die in der richtigen Reihenfolge zu lesen, und hin und wieder zu erfahren, wie es mit den Helden so weitergegangen ist.

Bildquelle: amazon

Sonntag, 24. März 2019

"Fremder Alpha – Teil1: Vertraute des Vargs" von Alessandra Storm

Wenn der Fels in der Brandung plötzlich bröckelt …

Connor und Bekka sind seit fast 20 Jahren ein Paar und haben sich immer ein Kind gewünscht. Als der Traum plötzlich in greifbare Nähe rückt, weil Bekka schwanger ist, reagiert Conner ganz anders als erwartet. Hat er all die Jahre etwas vor Bekka verborgen? Oder gibt es sogar Dinge, die er sich nicht einmal selbst eingestehen wollte?

Fremder Alpha – Teil 1“ ist der vierte Teil der großartigen „Vertraute des Vargs“ Serie von Alessandra Storm. In den vorhergehenden Geschichten erschienen Bekka und Connor immer sehr gefestigt. Gemeinsam bildeten sie den Fels in der Brandung, wenn es wieder einmal hoch her ging.
Während sich die vorhergehenden Bände – neben der Lovestory – im Kern meist um Vertrauen zu und Akzeptanz für den Partner drehten, geht es hier um etwas anderes. Connor scheint nicht mit sich selbst im Reinen zu sein und verbirgt das nicht nur vor seiner Familie, sondern auch vor Bekka, seiner Frau, Geliebten und besten Freundin. Hier zu erklären, was ihn so fertig macht, wäre ein echter Spoiler, weil sich das erst im Laufe der Story erschließt.
Die ist leider nicht ganz so spannend und flüssig zu lesen wie die Vorgänger. Das liegt zum einen an der etwas komplizierten Erzählstruktur, die mit mehreren Zeitebenen arbeitet, zum anderen daran, dass man als Leser lange überhaupt nicht versteht, was Connor und Bekka antreibt. Ärgerlich, wenn auch nicht unerwartet (schließlich ist dies hier ausdrücklich „Teil 1“) endet die Story mit einem (gemeinen!!!) Cliffhanger. Noch ärgerlicher für mich persönlich ist, dass der zweite Teil, obwohl schon für Ende Februar angekündigt, bis heute noch nicht erschienen ist.

Die Bewertung fällt mir diesmal richtig, richtig schwer. Ich liebe die Geschichten vom Alessandra Storm um die Vargs und ihre taffen Gefährtinnen wirklich, bin aber mit „Fremder Alpha“ nicht so ganz glücklich. Wie bewerte ich ein Buch, in dem ich die Story und die Ideen super fand, die Umsetzung eher mittelmäßig … bei dem ich aber trotzdem jetzt schon weiß, dass ich auch den nächsten Band unbedingt lesen will? Der „Haben-wollen-Reflex für weiter Bücher bedeutet normalerweise automatisch 5 Sterne. Hier kann ich mich dazu nicht durchringen und selbst die 4 Sterne gibt es nur, weil ich ein echter Fan bin.

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 Hier kann man die Bücher von Alessandra Storm kaufen: 

- Band 1: „Schwarzes Fell“ (Seth und Mia)
- Band 2: „Wilder Instinkt“ (Fergus und Rosa)
- Band 3: „Süße Begierde“ (Nick und April)
- Band 4: Fremder Alpha – Teil 1“ (Connor und Bekka)

Meine Besprechung der ersten drei Bände findet man hier: *klick*

Bildquelle: amazon

Samstag, 23. März 2019

„Ehrlich verliebt“ von Nora Wolff

Wo die Liebe hinfällt …

Johann ist nicht der Typ für One-Night-Stands. Aber was soll er bloß machen, als er sich auf den ersten Blick in den Lover seines besten Freundes verliebt … und mit der Zeit feststellt, dass ihn mit Benji deutlich mehr verbindet als körperliche Anziehung. Die Situation bringt ihn fast um den Verstand und bald weiß er nicht mehr, wo ihm vor lauter Lügen, Halbwahrheiten und Geheimnissen der Kopf steht. Nur sein Herz ist sicher, wo es hin will!

Nora Wolff schreibt wunderbare Geschichten über Beziehungen, die nicht ganz einfach sind … und doch jeden Tag so passieren können. Auch „Ehrlich verliebt“ überzeugt mir realistischen Problemen und sympathischen Charakteren, deren Schicksal man mit Spannung verfolgt. Keine Sekunde lang hat man das Gefühl, hier wird eine Situation präsentiert, die so ohnehin nie passieren würde, oder eine Lösung geboten, die an den Haaren herbeigezogen zu sein scheint. Johann und Benji treffen sich, alles passt … außer dem Zeitpunkt! Wie sollen die beiden nun damit umgehen? Kann man Liebeskummer haben, bevor man mit jemandem zusammen ist? Die Situation für Johann und Benji ist nicht einfach, weil sie nicht nur an sich selbst, sondern auch noch an Mario denken müssen, mit dem sie ja beide nicht grundlos befreundet sind. (Ok, er ist ein kleines bisschen narzisstisch veranlagt …). Nora Wolff schafft es, die beiden nicht so ganz glücklich Verliebten mit genügend Ecken und Kanten zu versehen, um sie echt wirken zu lassen. Johann und Benji sind richtig nett, aber sie haben beide auch ihre Schwächen, die sie überwinden müssen, wenn sie wirklich zueinander finden wollen.

Ein Kernthema ist dabei die Ehrlichkeit. Geheimnisse werden schnell zu Halbwahrheiten und die im Nullkommanix zu einer Lüge. Aber wieviel Ehrlichkeit verträgt eine Beziehung? Muss man wirklich jeden Gedanken mit dem Partner teilen, vor allem wenn noch nicht so richtig klar ist, wie genau man zueinander steht? Und wann offenbart man eine unangenehme Wahrheit am besten?

Mich hat die Story gefesselt. Sie bietet keine einfachen oder offensichtlichen Lösungen an, sondern macht deutlich, dass es manchmal mehrere Antworten auf eine Frage gibt. „Ehrlich verliebt“ oder anders ausgedrückt: Verliebt und dabei immer ehrlich zu sein, ist oft ganz schon schwierig!

Fazit: Ich habe mit den Jungs gelitten und ihnen die Daumen gedrückt, dass sie endlich die Kurve bekommen. Dafür gibt es zufriedene 4,5, aufgerundet 5 Punkte und eine Leseempfehlung.


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 Hier kann man die Bücher von Nora Wolff kaufen: 
- "Ehrlich verliebt"

Richtig toll finde ich auch diese Story von Nora Wolff. Die habe ich schon mehrmals gelesen:  "Mehr als eine Affäre"

Link zur Homepage der Autorin:  snownora.wordpress.com
Bildquelle: Cursed Verlag


Donnerstag, 21. März 2019

"Glück kann man nicht kaufen" vom Adrew Grey


Das Aschenputtel-Experiment

Als Brian nach dem Tod seines Großvaters feststellen muss, dass nicht nur seine Konten eingefroren sind, sondern man ihm auch den Zutritt zu seiner Luxus-Wohnung und den Autoschlüssel abnimmt, sind all seine reichen Freunde plötzlich unheimlich beschäftigt. Niemand ist bereit ihm zu helfen – außer Cade, einem mittellosen Kellner, dem er vor einigen Tagen eher zufällig einen Gefallen erwiesen hat.
Zwischen den beiden unterschiedlichen Männern entwickelt sich so etwas wie eine Freundschaft, aus der viel mehr werden könnte. Aber beide sind vorsichtig. Brian weiß gerade nicht so recht, wer er eigentlich ist und vor allem, wer er sein möchte und Cade glaubt keine Sekunde daran, dass der reiche Sunny-Boy mit ihm ernste Absichten hat. Irgendwann wird Brian in die Welt der Reichen und Schönen zurückkehren und Cade möchte dann nicht mit leeren Händen und einem wunden Herzen dastehen.

Glück kann man nicht kaufen“ von Andrew Grey ist zuckersüß und total kitschig. Die Geschichte lässt kein einziges Klischee aus und ist eigentlich absehbar.
Und trotzdem ... kann man sie nicht eine Sekunde aus der Hand legen. Cade und Brian haben gerade genug Ecken und Kanten, um lebendig und sympathisch zu wirken. Die Botschaft ist natürlich von Anfang an klar: Geld ist nicht alles und für sich allein genommen macht es den Menschen weder glücklich noch kann es wahre Freunde kaufen. Aber genau wie in einem Märchen (Wer von uns kennt nicht ein Dutzend oder mehr Variationen von Aschenputtel / Cinderella) kann man sich der Faszination der gut erzählten Geschichte nicht entziehen und folgt ihr gespannt durch die Irrungen und Wirrungen, die sich nun mal ergeben, wenn ein stinkreicher, junger Mann plötzlich ohne Kohle dasteht.

Wieso sowohl Cade als auch Brian teilweise Cinder und teilweise Prinz sind, sollte dann jeder für sich selbst entdecken.

Glück kann man nicht kaufen“ ist trotz des ernsten Themas kein Drama, sondern wunderbare Wohlfühl-Lektüre, der man sogar den erhobenen Zeigefinger verzeiht, weil sie einfach richtig gut geschrieben ist und sich am Ende alles noch besser fügt, als man sich das als Leser erhofft hatte.
Fazit: Von mir erhält die Story gut gelaunte 5 Sterne und eine kleine Beruhigung: Der Zuckerschock vom Lesen schlägt sich garantiert nicht auf den Hüften nieder.😉

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- "Glück kann man nicht kaufen


Eine weitere Meinung zu dem Buch findet man auf "GayLesen": *klick*

Bildquelle: Cursed Verlag

Montag, 18. März 2019

"Cattle Valley: Eine letzte Blume" von Carol Lynne

Wenn die Wahrheit endlich ans Licht kommt … 

Tyler glaubt, bei Hearn keine Chance zu haben, weil der immer noch an seinem toten Geliebten hängt. Als er sich endlich aufrafft, wenigstens seinen Freunden zu gestehen, wie sehr er in Hearn verliebt ist, löst er damit eine überraschende Reaktion aus …
Rio, Ryan und Nate sind längst ein eingeschworenes Team. Doch Nate hütet ein Geheimnis. Er muss sich entscheiden, ob es nicht an der Zeit ist, es zu enthüllen und … hinter sich zu lassen.

Cattle Valley: Eine letzte Blume“ von Carol Lynne ist der zehnte Band der Serie, aber das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe. Es hat mich in dreifacher Hinsicht überrascht.

Erstens hatte ich eigentlich mit einer etwas traurigeren Story, dafür mit … mehr Tiefgang gerechnet. Die Geschichte von Hearn und Tyler ist aber alles andere als schwermütig, sie ist fast schon zuckersüß. Die Probleme der beiden lösen sich recht schnell und es macht Spaß, mitzuerleben, wie sie einander richtig kennenlernen und den Grundstein für eine gemeinsame Zukunft legen. Mir gefällt gut, dass sie über die körperliche Anziehungskraft hinaus schnell weitere Gemeinsamkeiten entdecken. Winzig kleiner Spoiler: Es gibt darin jemanden mit einem hohen „Niedlichkeitsfaktor“. 😉

Zweitens „teilen“ sich Hearn und Tyler ihr Buch mit Rio, Ryan und Nate, den Helden aus der ersten Cattle Valley Geschichte. Ich muss gestehen, dass die drei mich fasziniert haben, und ich es außerordentlich interessant fand, wie sie mit einander und ihren Problemen umgehen.

Ein wenig überraschend war außerdem, wieviel Sex in der sonst er leicht und locker geschriebenen Story vorkommt. Rio, Ryan und Nate – die ja schön länger zusammen sind – genießen die körperlichen Vorzüge ihrer Partner recht häufig und auch Hearn und Tyler kommen recht schnell zu Sache. Carol Lynne nimmt in den erotischen Szenen kein Blatt vor den, sie bleiben aber geschmackvoll.

Fazit: Die Story ist eher ein leichter Lesehappen für zwischendurch, vielleicht um einen regnerischen Nachmittag zu versüßen. Für mich persönlich könnte sie ein wenig mehr Tiefe haben. Dafür gibt es von mir (knappe) 4 Punkte.



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- "Cattle Valley: Eine letzte Blume" (Cattle Valley 10, Tyler & Hearn sowie Rio, Ryan & Nate)

Bei Interesse:
- "Cattle Valley: Liebe ist das halbe Leben" (Cattle Valley 1, Rio, Ryan & Nate)

Bildquelle: amazon