Sonntag, 20. Juni 2021

"Flammensturm" von Tanja Rast

 

Eine dunkle Bedrohung zieht am Horizont auf …

Zeriac glaubt eigentlich, dass es seine Bestimmung ist, gegen die verhassten menschlichen Eindringlinge zu kämpfen, die versuchen die Elfen und Zwerge unterjochen. Doch dann fühlt er sich ausgerechnet zu einem Menschen hingezogen, einem Soldaten, einem Feind. Sind seine Gefühle echt, oder entspringen sie nur der magischen Verbindung, die er angeblich mit Curan teilt?

Wie auch immer, die Welt braucht gerade dringend zwei „Seelengefährten“, nur diese können den alten Legenden nach die die Albtraumkönigin und ihre Armeen besiegen, die Frost und Tod über das Land bringen.

Eigentlich liebe ich die Bücher von Tanja Rast, weil sie mich in fremde Welten entführen, mich Raum und Zeit vergessen lassen, bis ich die letzte Seite umblättere und zwischen Zufriedenheit und Trauer schwanke, weil die Helden ihr verdientes HE gefunden haben … ich mich aber leider auch von ihnen verabschieden muss.

Bei „Flammensturm“ war mir schon nach einer Weile klar, dass hier der Fokus eher auf der Aktion, als auf der Beziehung liegt. Das Buch ist toll geschrieben und handwerklich sind die unterschiedlichen Zeit- und Erzählebenen perfekt miteinander verbunden. Fantasy-Fans, die nach Spannung in einer interessanten Welt suchen, sind hier richtig gut aufgehoben.

Leser, die sich eher in der „Romantasy“ zuhause fühlen …

Nun ja, die Beziehung zwischen Curan und Zeriac ist schon intensiv und anrührend, aber … sie sind halt Seelengefährten und finden sich angesichts der drohenden Gefahr sehr, sehr schnell in ihre neue Situation hinein. Bei der Konstellation – zwei Männer aus einander feindlich gesinnten Armeen – hatte ich auf der Gefühlsebene mit viel mehr Komplikationen gerechnet.

Fazit: Tanja Rast kann nichts dafür, wenn ich mit einem anderen Schwerpunkt gerechnet habe. Das Buch ist wirklich gut geschrieben, aber es war halt nicht „meins“. Deshalb gibt es von mir hier 4 Sterne und eine Leseempfehlung für Aktion-Fans.

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 Hier kann man das Buch von Tanja Rast kaufen kaufen:
- "Flammensturm"

Das Buch stammt aus der Serie "Seelengefährten", in der unterschiedliche Autoren das Thema neu interpretieren. Die Bücher hängen weder zusammen, noch bauen sie irgendwie aufeinander auf. 

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# Die Rezension enthält Werbelinks.

Sonntag, 25. April 2021

"Tin Star (Texas Ranches 1)" von J. L. Langley


Cowboy-Romanze … leider fast ohne Cowboy-Feeling

Jamie outet sich – und verliert damit auf den ersten Blick alles: Seinen Job, seine Familie und seinen gesamten Besitz. Doch zum Glück kann er beim besten Freund seines großen Bruders unterschlüpfen. Von da an lacht ihm das Glück!

Hm. J. L. Langley präsentiert mit „Tin Star“ den ersten Band der Serie „Texas Ranches“. Der Titel und das wirklich wunderschöne Cover lassen auf ganz viel Ranch-Romantik und Cowboy-Feeling hoffen. (Mal ehrlich: Der Typ auf dem Bild ist doch Sex auf zwei Beinen, oder?) Man erhält dann auch wirklich eine Story, die in Texas spielt. Es kommen Ranches, Pferde und Hunde vor, ebenso wie Cowboys, Vorarbeiter und Schurken mit Waffen.

Was fehlt … ist das Gefühl, wirklich auf einer Ranch zu sein, man schmeckt nicht den Staub in der Luft, man riecht nicht den Schweiß und den herben Duft der Pferde. Die Beschreibung des kleptomanischen Gaul ist echt witzig. 

Trotzdem hatte ich beim Lesen das Gefühl, J.P. Langley kennt das Setting "Ranch" nur aus dem Fernseher und benutzt es wie eine bunte Leinwand im Hintergrund. Fast alle wichtigen Szenen könnten „irgendwo“ spielen – und viele spielen halt im Schlafzimmer, das an jedem beliebigen Ort auf der Welt sein könnte. Sie haben mit dem Alltagsleben auf einer Ranch kaum etwas zu tun.

Es ist vielleicht ein wenig ungerecht, aber lange hatte ich das Gefühl, die Jungs saufen entweder mit Jamies Bruder (der ebenfalls überraschende Seiten enthüllt), oder reißen sich die Kleider vom Leib und treiben Dinge miteinander, die dann in epischer Breite beschrieben werden, ohne wirklich heiß zu sein.

All diese Dinge könnte man … sagen wir mal in New York so gut machen, wie auf einer Ranch in Texas. Das habe ich nicht erwartet und das wollte ich auch nicht lesen. Ich hatte Lust auf eine richtige Cowboy-Romanze mit ganz viel (Wild-)West-Feeling.

Fazit: Irgendwie ziemlich Null-acht-fünfzehn. Das Buch ist eigentlich gar nicht schlecht, aber es weckt mit Titel und Cover Erwartungen, die es nicht mal im Ansatz erfüllt. Dafür gibt es von mir maximal 3 Punkte. Kann man lesen, muss man aber nicht.

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 Trotzdem hier kann man das Buch von J.l. Langley kaufen: 

- „Tin Star“ (Texas Ranches 1, Jamie & Ethan)

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# Die Rezension enthält Werbelinks.


Montag, 19. April 2021

"Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte" von T.J. Klune

 

So bittersüß und berührend …

Normalerweise beginne ich eine Rezi mit einer Inhaltsangabe. Die wäre bei T.J. Klunes „Mr. Parnassus‘ Heim für magisch Begabte“ schnell gemacht: Beamter überprüft Waisenhaus und lernt dabei endlich zu leben.

Aber das ist viel zu kurz gegriffen. Also vielleicht so: Linus Baker mag zwar ein Beamter sein, der sich buchstabengetreu an die Vorschriften hält, aber das Wohl der Waisenkinder liegt im trotzdem sehr am Herzen. Was also soll er machen, wenn das Beste für die Kinder so gar nicht von seinen „Vorgaben und Verordnungen“ abgedeckt ist? Was, wenn er bemerkt, dass seine Berichte eigentlich nur Vorurteile bestätigen sollen, er aber schnell herausfindet, dass die Persönlichkeiten hinter den Akten vielschichtig und liebenswert, statt eindimensional und schrecklich sind?

Ja, vielleicht kommt das ein wenig näher an den Kern dieses wunderbaren, ungewöhnlichen Buches heran. Aber es trifft immer noch nicht die Magie, die sich in den Seiten versteckt, die unmerklich ihre Fühler ausstreckt und den Leser sanft bindet, bis er das Buch keine Sekunde mehr aus der Hand legen kann. „Mr. Parnassus‘ Heim für magisch Begabte“ berührt, trifft mitten in Herz, bringt zum Lachen und zum Weinen. Manchmal muss man schlucken, wenn man über das Gelesene auf den letzten Seiten nachdenkt, dann wieder raubt einem ein Nebensatz den Atem, weil er so treffend und gut formuliert ist.

Ok, man weiß, dass hinter der Story ein wenig ein erhobener Zeigefinger steckt – aber das ist egal. Wie die Kinder in dem wunderbaren, magischen Heim auf der geheimen Insel weiß man als Leser genau, wann man einen … sanften Hinweis auf Fehlverhalten verdient hat. T.J. Klune legt nicht den Finger in die Wunde, sondern öffnet die Augen.

Die Geschichte könnte traurig stimmen, aber das macht sie nicht. Sie ist wunderschön und steckt voller Hoffnung. Sie zeigt, wie sehr es auf den Einzelnen ankommt und das es nie zu spät ist, seine Träume zu leben.

Ich liebe, liebe, liebe dieses Buch. Es hat mich tief berührt.

Fazit: Alle Sterne, Blumen und bunte Funken diese Welt. 5 sind lange nicht genug. Diese Buch sollte man nicht nur lesen (gerne mehrmals), sondern auch weiterempfehlen … besser gesagt: Jedem ans Herz legen! Unbedingt lesen, weitergeben, verschenken …

Mr. Parnassus‘ Heim für magisch Begabte“ sollte wirklich jeder lesen. Das Buch ist meiner Meinung nach auch für jedes Alter geeignet. Jeder wird in der vielschichtigen Erzählung Dinge finden, die ihn besonderes berühren oder (Anti-)Helden, mit denen er sich identifizieren kann.

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 Hier kann man das Buchvon TJ Klune kaufen: 

Leider bisher nur auf Englisch gibt es eine der interessantesten Wandler-Serien, die ich je gelesen habe:
- "Wolfsong" (Green Creek Book 1)
"Ravensong" (Green Creek Book 2)
- "Heartsong(Green Creek Book 3)
- "Brothersong" (Green Creek Book 4)

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# Die Rezension enthält Werbelinks.


Mittwoch, 14. April 2021

"Unser Glück auf deiner Haut (Irons and Works 3)" von E.M. Lindsey

 

Ruhig erzählte Geschichte

 Sage wirkt nach außen unheimlich stark - aber seine Vergangenheit hat unsichtbare Narben auf seiner Seele hinterlassen. Immer wieder zweifelt er an sich selbst. Vielleicht könnte er mit Will endlich wieder sein Glück finden, denn der versucht wirklich sein Bestes. Doch niemand ist perfekt und Will macht einen fatalen Fehler. Danach brauchen die beiden brauchen ihre Zeit, um wieder zueinander zu finden.

"Unser Glück auf deiner Haut" ist der 3. Band aus der "Irons and Works" Serie von E.M. Lindesy und führt die Story der großen Wahl-Familie um den Tattoo-Shop „Irons and Works“ fort. Es macht wirklich Spaß, die bunt gemischte Truppe zu begleiten, während jeder der Männer sein verdientes Glück findet. Da die Handlungsstränge teilweise parallel laufen, konnte man schon in den anderen Bänden einen Blick auf Sage erhaschen, während er Will "heimlich" anschmachtet, aber es ist natürlich interessante hier endlich die komplette Story zu lesen.

Sage – dessen Bruder Derek schon sein verdientes Glück gefunden hat – scheint seine Kindheit deutlich besser verkraftet zu haben. Er hat früher den Absprung geschafft, trägt aber deswegen so einige Schuldgefühle mit sich herum und traut sich nicht mehr, die Hoffnung auf ein eigenes Happy End zu hegen.

Da geht es Will ähnlich, wenn auch aus ganz anderen Gründen. Vielleicht passen die beiden auf den ersten Blick sehr unterschiedlichen Männer deshalb so gut zusammen.

Dann gibt es da natürlich noch Wills kleine Schwester Molly, die … einfach niedlich ist. E.M. Lindsey macht aber nicht den Fehler, sich zu sehr auf das Kind zu konzentrieren. Natürlich beeinflusst die kleine die Beziehung der beiden Männer, aber im Kern geht es wirklich darum, wie sie an ihren Problemen wachsen und zueinander finden.

Fazit: Gute, ruhig erzählte Geschichte. Dafür gibt es solide 4 Punkte und eine Leseempfehlung.

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 Hier kann man die Bücher von E.M. Lindsey kaufen:

- "Unsere Liebe auf deiner Haut" (Derek & Basil)

- "Unsere Zukunft auf deiner Haut" (Sam & Niko)

- "Unser Glück auf deiner Haut" (Sage & Will)

P.S.: Ich habe die Serie bereits auf Englisch verschlungen und hoffe, das der Cursed Verlag auch die nächsten Bände möglichst rasch übersetzt. Die komplette Serie ist absolut lesenswert!

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# Die Rezension enthält Werbelinks.

Dienstag, 6. April 2021

"Liebe gesucht, Kuss gefunden" von Poppy J. Anderson

Yeah! Die Titans sind back!!!

Yeah???

Ähm ...

Normalerweise mag ich die Serie total, aber "Kuss gesucht, Liebe gefunden" hat mich nicht vom Hocker gerissen. Lexie und Owen sind zwar richtig nett, aber man sehr, sehr lange nicht, dass Funken fliegen, die über eine Schwärmerei hinaus gehen, während die beiden sich in ihrem eigenen Täuschungsmanöver verfangen.
Dazu kommt noch, dass Poppy J. Anderson oft virtuos mit Klischees spielt, hier aber gnadenlos übertreibt. Besonders die Familie von Lexie und die Großeltern der Zwillinge wirken wie Karikaturen, die eher mit der groben Feder gezeichnet, als liebevoll gemalt sind.

Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht.

P.S.: Die meistens anderen Storys rund um die Titans sind richtig, richtig klasse!


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 Hier kann man die Bücher von Poppy J. Anderson kaufen: 
"Kuss gesucht, Liebe gefunden"

Übersicht über die "Titans-Reihe":
Man kann zwar jeden Band für sich lesen, da sich die Geschicht sehr auf die jeweiligen Paare konzentrieren. Mehr Spaß macht es aber, wenn man die Storys in der richtigen Reihenfolge genießt, weil die Rahmenhandlung um das Team natürlich weiterläuft.

- Band 1: "Verliebt in der Nachspielzeit" (John und Hanna)
- Band 2: "Touchdown fürs Glück" (Julian und Liv)
- Band 3: "Make Love und spiel Football" (Brian und Teddy)
- Band 4: "Verbotene Küsse in der Halbzeit" (Tom und Erin)
- Band 4a: "New York Titans Weihnachtsbäckerei" (Kleine Storys mit Weihnachtsrezepten)
- Band 4b: - "Küsschen vom Osterhasen" (aus der Sicht von Zoey erzählt, mit Rezepten)
- Band 5: "Knallharte Schale - zuckersüßer Kerl" (Dupree und Sarah)
- Band 6: "Kein Mann für die Ersatzbank" (Jack und Bobby)
- Band 7: "Unverhofft verliebt" (Grant und Claire)
- Band 8: "Auszeit für die Liebe“ (Quinn und Bryce)
- Band 9: "Hände weg vom Quarterback" (Mitch und Avery)
- Band 10: "Küss mich, du Vollidiot" (Blake und Madison)
- Band 10a: Liebe, Krise, Footballspiele“ (Sidestory, Duprees und Sarahs Hochzeit)
- Band 11: "Cheerleader küsst man nicht" (Ian und Taylor)
- Band 12: "Spiel ins Herz" (Eddy und Ava)
- Band 13: "Gleich und gleich küsst sich gern" (Matt und Willow)
- Band 14: "Wer will schon einen Footballspieler?" (Kelly und Skyler)
- Band 15: "Verlieben auf eigene Gefahr" (Hunter und Riley)
- Band 16: "Kuss gesucht, Liebe gefunden" (Owen und Lexie)

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# Die Rezension enthält Werbelinks.

Dienstag, 9. Februar 2021

"Liebe in den Augen des Wolfs" von Iris W. Maron

Der Wolf ist da! Und nun?

Seine Entscheidung, einen Hund zu adoptieren, erweist sich als echter Glücksfall für Lukas. Er hat nicht nur Spaß ohne Ende mit seinem neuen Kumpel, sondern lernt – wie erhofft – auch endlich neue Leute kennen. Aus einigen der Bekannten werden schnell Freunde, aus anderen … Lukas wünscht sich „mehr“ von Chris, aber der sendet sehr widersprüchliche Signale aus.

Auf „Liebe in den Augen des Wolfes“ habe ich mich gefreut, seit das Buch von Iris W. Maron angekündigt wurde. Zum Glück bin ich nicht enttäuscht worden, auch wenn das Buch ganz anders war, als ich es mir vorgestellt hatte.

Iris W. Maron nimmt ein sehr aktuelles Thema – nämlich die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland – und verpackt es geschickt in eine wunderbar erzählte Liebesgeschichte. Mir gefällt besonders, dass sie dabei überraschend unparteiisch bleibt. Überraschend deswegen, weil „der Wolf“ emotional berührt. Es scheint bei dem Thema keine Neutralität zu geben, entweder man ist für den Wolf – oder halt dagegen. Die Autorin schafft es aber, Fakten und Emotionen glaubhaft darzustellen und so Verständnis für „beide Seiten“ zu wecken. Ganz unmerklich, weil man sich auf die Story konzentriert, in der sich hinreißende Szenen mit Lukas und seinem Hund „Sputnik“, sinnliche aus seinem Liebesleben und richtig spannende aus seinem Arbeitsalltag gekonnt abwechseln.

Gegen Ende gibt es sogar noch eine Art Krimi-Plot, der aber gut zu der Geschichte passt, und alle scheinbar losen Fäden wieder zusammenführt.

Wenn man jemanden, der so viele Wandler-Bücher gelesen hat wie ich, noch überraschen und begeistern kann, ist für mich klar, dass „Liebein den Augen des Wolfs“ etwas ganz Besonderes ist. Ich bin sehr gespannt auf weitere Bücher aus der Serie, hoffe, dass so klasse geschrieben sind, wie das erste und kann es jetzt schon kaum erwarten, weiter zu lesen.

Fazit: Toll recherchiert. Toll geschrieben. Dafür gibt es von mir 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

P.S.: Aus beruflichen Gründen muss ich mich immer wieder „in echt“ mit dem Thema „Wolf“ auseinandersetzen. Mir hat – vielleicht gerade wegen dieses Hintergrundwissens – die Umsetzung des Themas unheimlich gut gefallen.

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Freitag, 5. Februar 2021

"Taste of Love: 1. Gang" von Andrew Grey


Süße Geschichte – leider schlecht erzählt

Darryl ist zufrieden mit seinem Leben – aber nicht glücklich. Das ändert sich langsam, als er den jungen Billy einstellt. Denn plötzlich findet er nicht nur endlich die Liebe seines Lebens, sondern auch eine Familie. Leider droht die Idylle zu zerbrechen, kaum das sie begonnen hat …

Um es vorweg zu schicken: Ich liebe die Geschichten von Andrew Grey. Sie erzählen von normalen Menschen, die die Liebe suchen und finden. Die sich anstrengen, ihr nicht immer einfaches Schicksal zu meistern und denen man ein Happy End von Herzen gönnt. Die Dramen in Andrew Greys Romanen wirken nie aufgesetzt, man fiebert mit und freut sich, wenn die Helden schließlich alle Probleme überwunden haben.

Deshalb fällt mir die Bewertung von „Taste of Love: 1. Gang“ auch so schwer. Die Geschichte und ihre Charaktere sind toll. Aber … sie ist einfach schlecht erzählt. Ich bin fast versucht, mir das Buch auch noch auf Englisch zu Gemüte zu führen, um herauszufinden, ob es am Autor oder am Übersetzer liegt. Allerdings muss ich einräumen: Englisch ist nicht meine Muttersprache. Dort achte ich viel mehr auf die Story und weniger auf die Art und Weise, wie sie geschrieben ist.

Im Deutschen nervt es einfach, wenn gefühlt drei Viertel der Sätze mit „Er“ anfangen, gefolgt davon was „er“ gerade macht. Das ist einfach nicht schön zu lesen. Dazu kommt noch, dass die Wortwahl in dieser Story mehr als bescheiden ist. Damit meine ich nicht „schlecht“ sondern „knapp“. Wortwiederholungen sind an der Tagesordnung, aber auch bei Handlungen wird das Potential, dass unsere Sprache nun mal hat, nicht mal im Ansatz ausgeschöpft. Nur als Beispiel: Ständig „geht“ jemand irgendwo hin. Mag ja stimmen. Aber kann man das nicht auch mal anders beschreiben??? Erstens gibt es jede Menge Verben, die unterscheiden, wie das Gehen gerade aussieht (von „schleichen“ über „hüpfen“ bis „rennen“ ist die Auswahl riesig), zweitens – Überraschung? – denkt der Leser mit. Wenn Darryl sich „plötzlich“ im Badezimmer die Zähne putzt, kann ich mir schon vorstellen, dass er nicht dort hin geflogen ist. Oder gebeamt wurde. Ganz ehrlich. Da brauche ich die Bemerkung: „Er ging ins Badezimmer …“ nicht wirklich. (Das ist natürlich nur ein Beispiel. Spontan fallen mir ein Dutzend ähnlicher Stellen ein.)

Teilweise liest sich die Story mehr wie ein Bericht und weniger wie eine romantische Geschichte. Das ist richtig, richtig schade.

Fazit: Süße Story – leider nicht schön erzählt. Ich kenne nur die deutsche Variante. Die erhält vom mir leider nur 3 Sterne, wobei die der Sprache geschuldet sind, nicht dem Inhalt.

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 Hier kann man die Bücher von Andrew Grey kaufen:

- "Taste of Love: 1. Gang" (Darrly & Billy)

Die Geschichten um Darryls Restaurant "Café Belgie" gehen noch weiter:

- "Taste of Love: 2. Gang" (Sebastian & Robert)

- "Taste of Love: 3. Gang" (Peter & Russ)

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# Die Rezension enthält Werbelinks.