Montag, 13. Januar 2020

"Black Dagger 33: Der Erlöser" von J.R. Ward

Unheimlich spannend und wahnsinnig ... zärtlich!

In der Geschichte der Bruderschaft der Black Dagger wurden nur sehr wenige der eingeschworenen Brüder ausgeschlossen. Murhder ist einer davon – weil er völlig wahnsinnig zu sein scheint. Allerdings gibt es nun gute Gründe für Murhder sein Exil zu verlassen und nach Cadwell zurück zu kehren. Er will endlich ein altes Versprechen einlösen. Dabei erhält er völlig unerwartet Hilfe. Außerdem trifft er auf
Sarah, eine menschliche Frau, die ihn – im Gegensatz zu seinen alten Brüdern - nicht für einen Irren hält, sondern für einen echten Helden hält. Murhder ist sich sicher, dass sie damit Unrecht hat. Aber er verliebt sich in ihren Mut und ihre Klugheit, bevor er auch nur ahnt, wie sie unterhalb ihres Kinns aussieht.
John wusste immer, dass seine geliebte Xhex in der Vergangenheit eine Beziehung zu Murhder hatte. Trotzdem trifft ihn die heiße Woge der Eifersucht, als er die beiden zum ersten Mal zusammen sieht völlig unerwartet. Er würde Murhder gerne hassen, aber irgendwie mag er den angeblich Verrückten. Außerdem kämpft er gerade mit einem ernsthaften Problem, dass ihn alles in einem völlig neuen Licht sehn lässt …

Eigentlich hat mich die Geschichte von Murhder nie wirklich interessiert. Keine der Erwähnungen in den anderen Büchern von J.R. Ward hat mich neugierig auf seine Geschichte gemacht. Um so mehr hat mich überrascht, wie sehr mich „Der Erlöser“ fesseln konnte. Besonderen Spaß hatte ich daran, dass die Beziehung von John und Xhex genauer beleuchtet wird.
Dabei braucht die Story ein wenig, um in Gang zu kommen. Der Anfang passt für mich nicht richtig zum restlichen Buch. Man erhält zwar einen kleinen Einblick in Murhders Leben in den Jahren seines Exils, dieses scheint aber in der aktuellen Story gar keine Rolle zu spielen. Es scheint eher so, als würde Murhder ziemlich nahtlos an sein altes Leben anknüpfen.
Ab dem zweiten Kapitel kann und will man die Geschichte aber keine Sekunde mehr zur Seite legen, weil der Funke überspringt und man mit den Helden leidet, mit ihnen hofft und bangt, ob sie ihre Ziele überhaupt erreichen können. Man fiebert mit Sarah und Murhder, für deren Liebe es keine Hoffnung zu geben scheint, obwohl die beiden ganz offensichtlich für einander bestimmt sind. Umso kostbarer ist jede Sekunde, die sie mit einander verbringen, um so leidenschaftlicher jede Berührung, die sie teilen.

Xhex und John sind eigentlich ein eingeschworenes Team. Sie begegnen sich auf Augenhöhe, schätzen die Stärke und Unabhängigkeit des jeweils anderen. Beide überrascht ein wenig, wie heftig John auf Murhder reagiert, bis ein dramatischer Zwischenfall ihre gesamte Zukunft in Frage stellt. Plötzlich sieht John viele Dinge in einem ganz anderen Licht, überlegt neu, wo seine Prioritäten sind. Vielleicht ist das Ganze ein wenig plakativ, aber so berührend und zärtlich erzählt, dass man sich dem nicht entziehen kann oder auch nur möchte.

Ich bin echt dankbar, dass der Verlag diesen Roman nicht geteilt hat, wie die anderen Bücher der Serie. Es wäre absolut furchtbar, nicht in einem Rutsch lesen zu dürfen, ob und wie die Helden überhaupt das verdiente HE erreichen können, wo doch wirklich alles dagegen zu sprechen scheint.

Dieses Buch genial. Unheimlich spannend. Wahnsinnig zärtlich. Nervenzerfetzend. Herzzerreißend. Dabei ist die Story nicht nur wahnsinnig berührend, sondern auch total sexy und voller knallharter Action und kommt damit locker an die ersten Bände der Serie heran. Ich liebe es wirklich ...

Mein Fazit: Mehr als 5 Sterne und eine Leseempfehlung für alle Fans und solche die es noch werden wollen. Was sonst soll ich noch zu einem Buch sagen, von dem ich schon zugegeben habe, wie sehr ich es liebe?


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Für Neueinsteiger hier der Link zu den ersten "Doppelbänden":
- "Black Dagger - Wrath & Beth" (Band 1)
- "Black Dagder - Rhage & Mary" (Band 2)
- "Black Dagger - Zadist & Bella" (Band 3)

Bildquelle: amazon




"Kussbilanz 3" von Kooky Rooster

Einblicke in das Leben jungfräulicher Schattenrebellen …

… bringen den Leser von Kooky Roosters „Kussbilanz 3“ zum Schmunzeln, zum Lachen und … treffen mitten in Herz. Die wunderbaren Geschichten sind nur kleine Momentaufnahmen, aber sie so sind wunderbar und treffend erzählt, dass man sich ihrem Charme nicht entziehen kann. Kookys Helden sind wie du und ich: Oft voller Selbstzweifel, manchmal leicht chaotisch und einfach liebenswert. Dabei lacht man immer mit den Jungs, nie über sie. Es macht Spaß mit ihnen die ersten Schritte aus dem Schatten ins Licht zu machen, mitzuerleben, wie sie vom ersten Anschmachten zum ersten Kuss (oder ein wenig weiter gehen).

Doch Vorsicht! Die Geschichten sind alles andere als seicht! Gut versteckte Anspielungen und kleine Spitzen machen klar, dass die Welt nur dann rosarot ist, wenn man den Mut hat, zu sich selbst zu stehen und das Dasein eines Schattenrebellen gegen das „echte Leben“ zu tauschen.

*grins* Eine Story fällt dabei ein wenig aus dem Rahmen: „Danm“ ist so herrlich ironisch und frech, dass man aus dem Lachen gar nicht mehr herauskommt.

Fazit: Gefällt mir! Mindestens 10 von 5 Sternen. Absolute Leseempfehlung!!!


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- "Kussbilanz 3"

Bildquelle: amazon

Mittwoch, 25. Dezember 2019

"Willkommen in Lake Beautown" von Norma Banzi

Wo die Liebe hinfällt …
   - Achtung: Die Storys sind nicht neu, wurden aber leicht überarbeitet -
Auf den ersten Blick ist "Lake Beautown" eine ganz gewöhnliche, kleine Stadt mitten im ländlichen Virginia. Allerdings erlaubt Norma Banzi dem geneigten Leser einen kleinen und ziemlich erotischen Blick hinter die Kulissen …

Da ist zum einen Steve, der dringend eine Auszeit von seinem stressigen Leben in New York braucht und ausgerechnet in der Kleinstadt auf den Mann seiner Träume trifft. Sheriff Grant ist ein echter Bär von einem Mann, schon mit so einigen silbernen Strähnen im Bart. Und er ist so gar nicht abgeneigt, dem Städter als Weihnachtsmann zu zeigen, wo es lang geht …
In der Story geht es ziemlich direkt richtig zur Sache. Aber sie lässt sich nicht auf Sex reduzieren. Dazu sind die beiden Kerle zu lebendig und echt. Man spürt förmlich, wie aus dem ONS langsam mehr wird und die beiden sich auf einer Ebene zueinander hingezogen fühlen, die über das körperliche weit hinaus geht.

Auf jeden Winter folgt ein Sommer und in dem erwischt der Sheriff einen der sogenannten „Moonshiner“, einen Schwarzbrenner also, in seinem eigenen Wald! Jeff ist noch ziemlich jung, arbeitslos und verzweifelt, also lässt Grant Gnade vor Recht ergehen, allerdings muss Jeff dafür ein wenig schuften. Dabei fällt er Ken auf, der auch keine ganz weiße Weste hat. Während alle anderen Jeff für einen fetten Looser halten, gefällt Ken, was er sieht. In seiner Kultur sind Dicke angesehen und gelten als sexy. Jeff kann das erst nicht glauben und verdirbt sich dabei fast die Chancen auf die große Liebe …
Ein erotischer Roman mit einem deutlich adipösen Helden? Kann das funktionieren? Oh, ja! Es macht richtig Spaß, mitzuerleben, wie Jeff langsam lernt, zu sich und seinem Körper zu stehen. Ja, er nimmt auch etwas ab, aber das ist nicht der Kern. Durch Ken versteht er, dass es viele verschiedene „Schönheits“-Ideale gibt und vor allem eines wichtig ist: Zu sich selbst zu stehen und sich im eigenen Körper wohl zu fühlen. Das Buch ist zwar nicht neu, passt aber wunderbar zur aktuellen (und wichtigen!) NoBodyShame-Diskussion.

Jeffs Eltern scheinen geradezu typisch für die weiße Unterschicht in amerikanischen Kleinstädten zu sein. Fran hat ihr erstes Kind schon mit 16 bekommen, sie arbeiten hart und kämpfen trotzdem heute noch um jeden Dollar. Die beiden erweisen sich allerdings als sehr tolerant gegenüber Jeffs Interesse an Männern. Kein Wunder, denn Fran und ihr Mann James haben ein Geheimnis: Zuhause ist sie seine Königin, der er treu ergeben jeden Wunsch von den Augen abliest. Auf seinen Touren als Trucker quer durch die Staaten befriedigt er – mit ihrem Wissen – seinen Appetit auf Männer. Das Gefüge kommt in Bewegung, als James Freund Andrew dringend Hilfe benötigt. Fran ist zuerst nicht begeistert, aber sie sieht plötzlich überraschende Möglichkeiten …

Fazit: Die drei Storys machen Spaß. Jede hat einen anderen Tenor und doch ergibt sich ein gemeinsames Bild: Steh zu deinen Wünschen, wenn du wirklich glücklich werden willst! Das passt nicht nur zu Weihnachten, sondern gilt das ganze Jahr. Dafür gibt es von mir zufrieden 5 Punkte und eine Leseempfehlung!

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- "Willkommen in Lake Beautown"

Link zur Homepage: Norma Banzi 

Bildquelle: amazon

Dienstag, 17. Dezember 2019

"Santa's Little Helper" von Melanie Hinz

Sexy und witzig!

- Kurzrezi-

Eigentlich behauptet sich Lilli ganz gut gegen ihre ausschließlich männlichen Kollegen. Dann allerdings kommt zuerst ihr Chef mit Dackelblick, einem eigentlich viel zu knappen Wichtelkostüm für Lilli und einer kleinen Bestechung, der sie nicht widerstehen kann. Bei der Weihnachtsfeier zeigen sich nicht nur ihre Kollegen interessiert, sondern auch Ben, der eigentlich in London wohnt. Versuchungen sollte man nachgeben, oder?
Mit "Santa's Little Helper" versüßt Melanie Hinz ihren Fans das Warten aufs Christkind in gewohnt sinnlicher und offenherziger Weise. Mir gefällt, wie gut man auf wenigen Seiten ein Bild von der selbstbewussten und schlagfertigen Lilli bekommt, die genau weiß, was sie will und es sich auch nimmt. Dabei wirkt sie aber kein bisschen egoistisch. Man spürt nämlich auch, dass sie ein richtig gutes Herz hat. Die Story kommt ganz ohne Kitsch aus. Sie punktet dafür mit einer richtig heißen Szene.
Fazit: "Santa's Little Helper" ist in sich abgeschlossen ... und macht doch Lust auf mehr. Ich bin richtig begeistert! Dafür gibt es 5 Weihnachtssterne und eine Leseempfehlung!

P.S.: Ich hoffe, dass ich irgendwann einmal lesen werde, wie es mit Lilli und Ben weitergeht!

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- "Santa's Little Helper

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Samstag, 14. Dezember 2019

"Das Beste aller Zeiten" von Mathilda Grace

Weihnachten mit der Familie
- Kurzrezi-

Mit "Das Beste alle Zeiten" hat Mathilda Grace allen Fans der "Ostküsten-Reihe" ein wunderschönes Wiedersehen mit all den liebgewonnenen Charakteren der Serie beschert und schilder gleichzeitig ein Weihnachtsfest, wie es sein sollte: Voller Liebe, voller Menschen mit denen man lachen kann, mit denen man Zeit verbringen möchte und mit denen man auch über ernste Dinge redet, die einen wirklich beschäftigen.
Mir persönlich hat am besteng gefallen, wie selbstverständlich hier wird, das "Familie" die Menschen sind, mit denen man gerne und aus freiem Willen Zeit verbringt. Das können Blutsverwandte sein, aber oft wächst Nähe aus ganz anderen Dingen.
Auch nach 10 Jahren berühren mich die Jungs rund um Adrian und seinen geliebten "Trey" noch genauso, wie beim ersten Kennenlernen. Diese Story macht Lust, die alten Bücher wieder einmal hervorzuholen und gemütlich einen Re-Read hinzulegen.
Dabei gibt es in der Story auch durchaus noch neue und sehr emotionale Momente. Ausgerechnet Eric sagt zum ersten Mal ...
Neee! Das wäre ein echter Spoiler!!! Schön selbst lesen!!!

Fazit: Ein "Must read" für Fans, deshalb 5 leuchtende Weihnachtssterne.
Neueinsteiger werden mit der Vielzahl der Charaktere ihre Schwierigkeiten haben. Die haben allerdings dafür die Chance, alle 17 Teile in einem Rutsch zu lesen ...


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- "Das Beste aller Zeiten"

Die Story von Adrian und Trey finde man in "Endstation Liebe", die von Nick und Tristan in "Blind ist der, der nicht lieben will". 
Aber am besten liest man die Serie einfach in der richtigen Reihenfolge und fängt mit "Liebe ist jenseits von Gut und Böse". 

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Sonntag, 24. November 2019

"Heathens Ink: Meine Verführer" von K.M. Neuhold

Überraschung, Überraschung ...
Royal und Nash lieben einander und stehen sich näher, als viele Brüder. Für Nash scheint das ok zu sein, aber Royal wünscht sich eigentlich mehr. Als der sexy Ex-Marine Zade auftaucht, kommt Bewegung in die eingefahrene Beziehung. Royal verliebt sich in den Mann, aber an seinen Gefühlen für Nash ändert das nichts. Der entdeckt plötzlich wie heiß ein muskulöser Körper sein kann und fragt sich, ob diese Erkenntnis nicht zu spät kommt. Ist zwischen den beiden alten Freunden überhaupt Platz für Zade? Oder wird der am Ende alleine da stehen?

In „Heathens Ink: Meine Verführer“ von K.M. Neuhold erlebt der Leser zusammen mit den drei Männern eine Menge Überraschungen. Ziemlich heiße Überraschungen!
Die Story könnte ein Drama sein, vor allem als noch eine vierte Person auftaucht, die Royals Schutz braucht, aber … Überraschung … das ist sie nicht. Keine Ahnung, wie K.M. Neuhold es hinbekommen hat, die Story ist heiß, zuckersüß und macht absolut gute Laune. Sie wälzt sich nicht in den negativen Aspekten, sondern betont die positiven. Damit macht es einfach nur Spaß, sie zu lesen. Egal ob man über die Verrücktheiten von Royal und Zade grinsen muss, die Sinnlichkeit der expliziten Szenen genießt oder einfach seine Freude daran hat, wie sehr die Männer für einander einstehen, am Ende schließt man das Buch und hat ein richtig gutes Gefühl.
Besonders gut hat mir die Offenheit gefallen, mit der ganz verschiedene Lebensentwürfe und Neigungen geschildert werden. Sinngemäß fällt der Satz: „Wenn er oder sie dich mit Respekt behandeln und ihr euch gut fühlt, dann ist es ok.“ Besser kann man es nicht ausdrücken!

Fazit: Deshalb bekommt die Story – keine Überraschung – mehr als 5 regenbogenfarbene Sterne und eine von Herzen kommende Leseempfehlung.

Man muss übrigens „Heathens Ink: Mein Retter“, den ersten Band der Serie um das gleichnamige Tattoo-Studio nicht kennen, um diese Geschichte hier zu verstehen und zu mögen.

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"Heathens Ink: Mein Retter“ (Thane & Madden)
- "Heathens Ink: Meine Verführer" (Royal, Nash & Zade)

Bildquelle: Cursed Verlag

Mittwoch, 20. November 2019

"Ein Bodyguard zu Weihnachten" von T.C. Daniels

#MeToo? Nie gehört?

Parker ist der neugewählte Gouverneur von Massachusetts. Nach dem anstrengenden Wahlkampf braucht er ein paar Tage Urlaub, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Warum er ausgerechnet seinen super-heißen Bodyguard Grant mitnimmt, bleibt ein Geheimnis, denn der Mann bringt nicht nur seine Libido, sondern auch sein Herz in Gefahr.

Ein Bodyguard zu Weihnachten“ von T.C. Daniels könnte eine echt niedliche Geschichte über zwei Männer sein, die sich heimlich anschmachten, bis sie sich endlich einander offenbaren. Trotzdem hat mir die Story leider gar keinen Spaß gemacht, weil sie mir zu Beginn immer wieder richtig sauer aufgestoßen ist. Sie schildert völlig unreflektiert ein Verhalten, dass seit der #MeToo-Diskussion zu Recht angeprangert wird.

Fazit: Deshalb erhält die Story von mir nur ganz knappe 3 Punkte und keine Leseempfehlung.

Der Fairness halber: Beim großen A scheinen viele Leute anderer Meinung zu sein und bewerten die Geschichte erheblich positiver, als ich das aus den folgenden Gründen gemacht habe.

Achtung! Die Begründung enthält SPOILER!

Der Leser hat gegenüber Parker einen Wissensvorsprung: Man weiß nämlich von Anfang an, dass Grant seinen Boss heiß findet. Das ahnt Parker aber lange nicht, während er seinen Angestellten völlig ungeniert und unangebracht anbaggert, also genau die Verhaltensweisen an den Tag legt, die sich immer noch viele Frauen und Männer von ihren Vorgesetzten gefallen lassen müssen, weil sie Angst um ihre Jobs haben.

So was ist doch nicht romantisch! In welchem Jahrhundert leben wir denn bitte?

Schon ganz zu Beginn nervt Parker seinen Angestellten (!) Grant, ihm Gesellschaft zu leisten, obwohl der ausdrücklich betont, dass er endlich Feierabend machen und nach Hause fahren möchte.
In einer anderen Szene trickst der saubere Herr Gouverneur seinen Angestellten (!) aus. Statt ihn endlich in sein eigenes Hotelzimmer zu entlassen, überredet er Grant zu einem gemeinsamen Abendessen. Das findet aber mitnichten politisch korrekt in einem Restaurant statt, sondern in Parkers Unterkunft, wo der praktisch nackt vor Grant (seinem Angestellten !) herumtanzt.
Schließlich überlistet Parker seinen Angestellten (!), um Grant zu sich in die Hütte zu locken, in der sie am eingeschneit werden.

An der Stelle hatte ich genug von dem übergriffigen Verhalten des Politikers und keine Lust mehr darauf, dass wieder einmal jemand tief in die Klischee-Kiste greift, in der anscheinend immer noch liegt: „Jedes Nein ist nur ein verstecktes Ja.“
Nee, so was will ich einfach nicht mehr lesen! Wenn ein Mann nicht dazu in der Lage ist, seinem Love-Interest anders als mit billigen Tricks a la Harvey W. näherzukommen, dann verliert er meinen Respekt. Ein Angestellter (deshalb habe ich das oben immer so betont) ist erst mal gegenüber seinem Chef in einer schwächeren Position. Hier wird die Anmache zunehmend offensiver, obwohl Grant sich zunächst eher ablehnend verhält. Parker weiß zu Anfang einfach nicht genug über Grant, um beurteilen zu können, ob seine Annäherung erwünscht ist, oder der Bodyguard sich ihr nur nicht entziehen kann, weil er auf den Job angewiesen ist. Das ist und bleibt einfach sch***.

Ich will aber nicht die ganze Schuld Parker zu schieben. Grant verhält sich im Grunde genauso doof wie sein Chef, indem er sich nicht klar äußert, sondern den Maulfaulen spielt.

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- "Ein Bodyguard zu Weihnachten

Bildquelle: amazon