Sonntag, 23. Juli 2017

"Beautiful Monsters" von Jex Lane

Immer noch keine Rezi ...

Zu meinen absoluten Lieblingsbüchern zählen die bisher drei Bände der "Beautiful Monsters"- Serie von Jex Lane.
Dabei - so ehrlich bin ich - ist der zweite Band in meinen Augen etwas schwächer, bevor die Geschichte im dritten wieder so spannend wird, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann und danach in dunkle Verzweiflung verfällt, weil es nicht weiter geht. 
Also: Am besten alles noch einmal von vorne lesen. 
Oder zweimal. 

Ich habe die Bücher, seit ich sie für mich eindeckt habe, bereits unzählige Male verschlungen und kann die für 2018 angekündigte Fortsetzung kaum erwarten.

Warum es trotzdem noch keine Rezis von mir dazu gibt?
Jedes Mal, wenn ich anfange, gerade ich ins Schwärmen, möchte am liebsten alles erzählen und über jedes kleine Detail diskutieren ...
Das geht so natürlich nicht.

Soviel sei aber verraten: Die Story ist ganz weit weg vom Mainstream. Unheimlich erotisch. Brutal. Mitreißend. Schrecklich. Schön. 
*sfz* Merkt ihr was? Ich kann echt nicht drüber reden / schreiben, ohne damit anzufangen, wie ein durchgeknalltes Fan-Girl zu wirken ...

Obwohl ich es in der Regel hasse, wenn ein Buch nicht in sich abgeschlossen ist, war mir das hier völlig gleichgültig. Hauptsache es gibt MEHR von Matthew, Tarrick und aus der dunkel-erotischen Welt der "Beautiful Monsters"!

Warum ich das ausgerechnet heute poste?
Den ersten Band gibt es im Moment "for free". Wenn man die Chance verpasst, ist das ... schade. Aber dieses Buch ist jeden einzelnen Cent wert, egal was es kostet!

Haben wollen? 

 Hier kann man die Bücher von Jex Lane kaufen: 
- "Beautiful Monsters 1: Captive"
- "Beautiful Monsters 2: Sire"
- "Beautiful Monsters 3: Broken"
- "Beautiful Monsters 4: ???" (Soll 2018 erscheinen)

Außerdem ist für Herbst 2017 ein SpinOff mit dem Namen "Ashwood Red" angekündigt.

Bildquelle: amazon



Freitag, 21. Juli 2017

"Vertrauen finden (Finding 2)" von Sloane Kennedy

Vertrauen ist ein wertvolles Geschenk

Der Witwer Dane Winters sucht in der Kleinstadt Dare einen ruhigen Platz für sich und seine kleine Tochter. Ausgerechnet während einer wilden Schießerei lernt er den mysteriösen Jaxon Reid kennen und … semmelt ihm erst mal eine rein. Niemand bringt ungestraft sein geliebtes Baby Emma in Gefahr!
Ex-Agent Jaxon ist völlig unvorbereitet, auf einen attraktiven Tierarzt, der seine Gefühle völlig durcheinander bringt und ihn für einen brutalen, unsensiblen Knallkopf hält, der gedankenlos das Leben eines kleinen Kindes riskiert. Als jedoch deutlich wird, dass Dane und Emma bedroht werden, muss Jax eine Entscheidung treffen: Ist er breit, für die Sicherheit der beiden sein Herz in Gefahr zu bringen?

Mit „Vertrauen finden“ schließt der zweite Teil der „Finding" - Serie von Sloane Kennedy direkt an „
Ein Zuhause finden“ an. Tatsächlich spielen Dane und Jax im ersten Band um Finn, Rhys und Callan bereits eine wichtige Nebenrolle. Hier bekommen sie nun Raum, ihre eigene Geschichte zu erzählen.

Wie schon im ersten Teil der Serie schafft es Sloane Kennedy, dem Leser ihre Charaktere ganz nah zu bringen. Man spürt die wachsende Anziehung zwischen den ungleichen Männern, ihre Sehnsucht, aber auch ihre Zweifel und Ängste. Besonders toll beschrieben wird Jax, der zwar nicht unbedingt gut mit Worten umgehen kann, aber ohne zu zögern handelt, wenn es erforderlich ist.

Etwas schwieriger ist es mit Dane. Der wirkt im ersten Teil der Serie unheimlich sympathisch. Er zeigt dort seine tiefe Integrität und steht unverrückbar zu seinen Freunden. In seiner eigenen Geschichte überrascht er ein wenig damit, dass er innerlich eher unsicher zu sein scheint und lange braucht, um wirklich Vertrauen zu entwickeln. Manchmal wirkt sein Handeln deshalb sehr unerwartet und sprunghaft.

Trotzdem kann man die Story nicht aus der Hand legen, weil man unbedingt wissen will, ob und wie Dane und Jax zueinander finden. Werden sie es schaffen, einander das Vertrauen zu schenken, dass sie beide so dringend benötigen?

Für den nötigen Zuckerguss, den man bei all dem Drama in der Story braucht, sorgt natürlich die niedliche Emma, der man als Leser genausowenig wie Jax widerstehen kann. Auch die Szenen mit den Tieren, die Dane behandelt sind einfach toll.

„Vertrauen finden“ ist und bleibt aber in erster Linie ein erotischer Roman. Die Geschichte funktioniert, der Funke springt über und die expliziten Szenen zwischen Jax und Dane sind kochend heiß. Sie werden in aller Ausführlichkeit geschildert, sind dabei geschmackvoll und schaffen es mühelos, die Gefühle hinter dem Sex zu transportieren.

Fazit: Insgesamt gibt es von mir für „Finding Trust“ 5 Punkte und eine Leseempfehlung, die für die gesamte Reihe gilt. In der Übersetzung hat mir das Buch noch besser gefallen, als im Original. Dabei liegt nach dem wirklich tollen Serieneinstieg um die drei heißen Cowboys in "
Ein Zuhause finden" die Messlatte sehr, sehr hoch!

Haben wollen?
 Hier kann man die Bücher von Sloane Kennedy kaufen: 
- "Ein Zuhause finden“ (meine Rezi dazu *klick*)
- "Vertrauen finden"

Hier eine Übersicht über die Serie im Orginal:
- "Finding Home" (Finding 1) (Rhys, Finn und Callan)
- "Finding Trust" (Finding 2) (Dane und Jax)
- "Finding Peace" (Finding 3) (Gray und Luke)
- "Finding Forgiveness" (Finding 4) (Hunter und Roman)
- "Finding Hope" (Finding 5) (Beck, Quinn und Brody)

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Montag, 17. Juli 2017

"For Real - das echte Leben" von Alexis Hall

Überraschend anders, lebendig und … einfach toll!!!
Laurence „Laurie“ Daziel steht mitten im Leben, ist erfolgreich im Job und doch … fehlt etwas. Erst der junge, unerschrockene Toby entfacht den Funken der Leidenschaft in Laurie wieder. Aber kann sich ein gestandener Mann einem halben Teenager unterwerfen? Haben die beiden trotz Lauries Zweifel und Tobys Unerfahrenheit eine Chance? Und was genau verbindet sie eigentlich?

Alexis Hall hat mit „For real – das echte Leben“ ein mehr als ungewöhnliches Buch geschaffen. Die Geschichte von Laurie und Toby ist ungewöhnlich, überraschend und unheimlich berührend. BDSM –Romane gibt es viele am Markt, solche in denen ein erfahrener Dom eine(n) junge(n) Sub erzieht, sind recht häufig.
In „For real“ ist alles anders: Hier trifft ein desillusionierter Mann, der Erfüllung eigentlich nur in Unterwerfung findet, auf einen jungen Mann, der noch nicht wirklich weiß, wie man Dominanz lebt. Es gibt keine Regeln, keine Erfahrungen für diese Situation. Laurie und Toby müssen zusammen erkunden, was sie mögen und was nicht. Alexis Hall schafft es dabei, nicht nur die erotischen Szenen unter die Haut gehen zu lassen, sondern auch die emotionalen. Laurie traut sich und seinen Gefühlen nicht mehr, versucht Toby auf Distanz zu halten. Der aber sehnt sich nach Liebe.

Ich bin immer noch begeistert von der Intensität der Gefühle, die in jeder Szene auf den Leser überspringen. Lauries Traurigkeit und Tobys wilder Zorn sind so präsent wie ihre Zärtlichkeit. Richtig toll ist auch, wie ganz nebenher deutlich wird, dass es kein „Muss“ in einer und keine „Regeln“ für eine Beziehung geben kann. Laurie und Toby versuchen herauszufinden, was für sie richtig ist. Was andere denken ist Toby egal. Laurie … muss diese „Gleichgültigkeit“ erst noch lernen. Auf den ersten Blick scheinen die Männer keine gleichstarken Partner zu sein. Aber jeder hat etwas, was der andere mehr als alles andere auf der Welt begehrt. Sie müssen für sich ihre ganz eigenen Regeln finden, wenn ihre Beziehung funktionieren und sie eine gemeinsame Zukunft haben soll.

Alexis Hall hat zwei Charaktere geschaffen, die weit, weit weg vom Mainstream sind. Aber sie sind echt und glaubwürdig. Es wirkt nicht lächerlich, wenn Laurie von seinem jungen Liebhaber als einem „wilden, zornigen Prinzen“ denkt, dem er dienen will. Und es wirkt wie ein intimes Privileg. dabei zu sein, wenn Toby seine geheimen Fantasien gesteht. Fantasien, von denen er manchmal zuerst gar nicht weiß, wie er sie in die Realität umsetzen soll.
Bei aller Emotionalität nimmt Alexis Hall kein Blatt vor den Mund: Der Sex wird deutlich und ausführlich geschildert. Aber er in der Geschichte kein Selbstzweck. Er drückt etwas aus, egal ob er wild und schmutzig oder sanft und zärtlich ist.

Fazit: „For real“ ist ein Buch, dass man nicht vergisst, eines das berührt und das sich mühelos aus der breiten Masse abhebt. Dafür gibt es von mir 10 von 5 Punkten und eine wirklich begeisterte Leseempfehlung.

Haben wollen? 

 Hier kann man das Buch von Alexis Hall kaufen: 
- "For real – das echte Leben“ 

Bildquelle: amazon

Samstag, 15. Juli 2017

"Crash" von Leann Porter

Alles grün!

In einer postapokalyptischen Welt versucht der junge Crash sich selbst und seinen kranken Bruder Jamie mit den Gewinnen aus illegalen „Benziner“-Rennen über Wasser zu halten, statt für die Privilegierten zu schuften. Die Geschwindigkeit vermittelt ihm wenigstens die Illusion von Freiheit. Leider verliert Crash in letzter Zeit immer gegen einen geheimnisvollen Mann, der stets einen Helm trägt und sich „Mechaniker“ nennt. Ausgerechnet von dem kommt plötzlich ein überraschendes Angebot.
Ehe sich Crash versieht, steckt er bis zum Hals in einer tödlichen Intrige und muss auch noch feststellen, dass er etwas Wichtiges verloren hat. Sein Herz …

Crash“ ist – soweit ich weiß – der erste Ausflug von Leann Porter ins Genre Dystopie. Die Story von Crash und „seinem“ Mechaniker ist aber genauso spannend, berührend, fantasievoll und in sich logisch geschrieben wie die großartigen Fantasy-Romane der Autorin. Um eines gleich vorweg zu schicken: Auch wenn „Crash“ in sich abgeschlossen ist, so macht doch die Welt, in der seine Geschichte spielt Lust auf mehr. Schon nach wenigen Seiten ist man ganz eingetaucht zwischen den Ruinen der City in der Outer Sphere, spürt die fiebrige Verzweiflung der Menschen dort und kann nachempfinden, warum sie sich in die Sicherheit der Inner Sphere sehnen.

Der Kern der Story um einen Underdog ist nicht neu, wird aber in „Crash“ so frisch und interessant erzählt, dass man sie nicht eine Sekunde aus der Hand legen möchte. Dabei entwickelt sich nicht nur die Rahmenhandlung voran. Auch die Menschen machen eine nachvollziehbare Entwicklung durch. Aus totalem Misstrauen wird vorsichtige Anerkennung, aus Respekt langsam viel mehr. Toll beschrieben wird, wie viel einfacher es manchmal ist, sich körperliche Anziehung einzugestehen und wie schwer, zuzugeben, dass man sein Herz verloren hat.

Es gibt auch einen Thriller-Anteil in der Geschichte, der allerdings gegenüber der Love-Story etwas zurücktritt. Die Mischung stimmt. „Alles grün!“ würden die Bewohner der Sphere sagen.

Besonders nahe kommt einem natürlich Crash, aus dessen Sicht die Story erzählt wird, aber auch der Mechaniker (dessen Name erst später verraten wird und den ich hier nicht spoilern will) und die Nebenfiguren entwickeln ihr eigenes Profil. Besonders interessant ist dabei der zwielichtige Noah, der auf einem schmalen Grad zwischen gut und böse wandelt und sich am Ende …
;) Ich hoffe wirklich auf eine Fortsetzung!!!

Mein Fazit: Erstklassige Unterhaltung! Von mir gibt es 5 Sterne. Unbedingt lesen!!!

Übrigens geht es in dem Buch zwar um Autorennen und es ist eine Dystopie, aber Leann Porter schafft es, die technischen Details nicht in den Vordergrund zu rücken, sondern mit ihnen der Geschichte den passenden, leicht düsteren Hintergrund zu geben, den sie braucht. Auch Leser, die sonst nichts für SF übrig haben, können sich problemlos in die Story einfinden und Crash an dem Wendepunkt seines Lebens begleiten.

Haben wollen? 
 Hier kann man die tolle Dystopie von Leann Porter kaufen:
- "Crash"


Fantasy-Romane:

- "Die Fährter der Wandler"
- "Die Sturmfalken von Olbian"
- "Die Rache des Sidhe"

Zeitgenössische Geschichten:
- "Cooler als Caipirinha"
- "Ein Strandhaus für zwei"
Fleckenteufel und Drachentöter

Eine Mischung aus Fantasy und zeitgenössischer Lovestory gibt es in
"Das Auge des Fotografen", in dem man übrigens Val besser kennen-
lernt, dem das "Strandhaus für zwei" gehört und der von dort aus
ständig angerufen wird.

Bildquelle: amazon


Mittwoch, 5. Juli 2017

"Timing 1 - Vom richtigen Zeitpunkt" von Mary Calmes

Hübsche Jungs und heiße Cowboys

Stefan würde für seine beste Freundin alles tun, auch die “Ehrenjunfer” an ihrer Hochzeit geben. Leider bedeutete dies aber, dass er wieder auf ihren immer schlecht gelaunten und unfreundlichen Bruder Rand trifft, mit dem er jedes Mal aneinander gerät. Wenn Rand nur nicht so verdammt gut aussehen würde …
Diesmal ist Rand irgendwie anders. Stef traut seiner Freundlichkeit zunächst nicht, doch er kann Rand auch nicht widerstehen. Zu lange schon träumt er von dem gutaussehenden Cowboy. Und diese Träume sind weder Alpträume noch jugendfrei!

Mary Calmes hat mit „Timing – Vom richtigen Zeitpunkt“ eine schon fast aberwitzige Mischung aus Romanze und Coming Out-Story geschaffen, die mich ein wenig an eine der alten Screwball-Komödien erinnert. Stefan und Rand könnten nicht unterschiedlicher sein und fühlen sich vielleicht gerade deswegen so zu einander hingezogen.

Dabei ist Stefan der Liebenswerte, Kommunikative, der allerdings sehr genau weiß was er will und es sich auch nimmt. Sein gutes Aussehen nutzt er übrigen geradezu schamlos aus. Stefan musste sehr früh auf eigenen Beinen stehen und hatte wirklich niemanden - auch keine Familie - an seiner Seite, bis er in Charlotte eine Seelenverwandte gefunden hat. Stef muss man einfach mögen, weil er bedingungslos für seine Freunde da ist und obendrein immer versucht, allen in seiner Umgebung eine gute Zeit zu verschaffen. Eines allerdings hält er zurück: Sein Herz er mehr als sorgfältig, weil er tief drinnen immer Angst hat, verlassen zu werden. Rand gegenüber ist Stef allerdings wehrlos …

Auch Rand musste sehr früh erwachsen werden: Seit dem plötzlichen Tod seines Vaters lastet die Verantwortung für die Ranch der Familie auf seinen Schultern. Dazu kommt ein hoher Erwartungsdruck. Er erfüllt seine Pflichten, schafft es, die Ranch wieder rentabel zu machen, ist fest in seiner Heimat, auf seinem Land verwurzelt, aber eines ist er nicht: glücklich.

Rand braucht sehr lange, um sich einzugestehen, dass er auch ein Anrecht auf privates Glück hat und dies nur zusammen mit Stef finden wird, den er schon lange heimlich liebt.

Die Hochzeit von Charlotte holt beide Männer aus ihrem Alltagstrott und zwingt sie dazu, sich in einer ungewohnten Situation zu treffen und sich irgendwie miteinander zu arrangieren. Wahrscheinlich ahnt nicht einmal „Char“ selbst, mit welchem Ergebnis …

Der Leser darf sich jedenfalls auf heiße Wortgefechte und noch heißere … Spielchen freuen. Mary Calmes nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn sie schildert, was Stef und Rand sich wünschen. Und sie scheut sich auch nicht, genau zu erzählen, wie die Jungs ihre Wünsche in die Tat umsetzen. Die Spielchen zwischen den beiden sind wirklich explosiv und der Funke springt auch auf den Leser über.

Trotzdem bin ich ein wenig zwiegespalten, was „Timing“ angeht. Einerseits liebe ich Storys, die auf dem Land spielen. Wenn dann noch ein sexy Cowboy vorkommt … Immer her damit!!! Das TamTam um die Hochzeit kann ich dagegen nur schwer bis gar nicht nachvollziehen. (Eine Hochzeitsprobe und ein Probeessen mit über einhundert Personen? Echt jetzt???) Am Ende geht es mir wie Stef: Ich bin froh, als das Fest endlich vorbei ist.

Stefan lernt man übrigens sehr gut kennen, weil die Story aus seiner Sicht erzählt wird. Rand dagegen bleibt ein wenig undurchschaubar. Ich hatte den Eindruck, Stef ist zu glücklich, um zu hinterfragen, warum Rand nach zehn Jahren endlich seine wahren Gefühle für ihn zulässt, statt ihn weiterhin zu ärgern. Rand ist der „Ganz-oder-Gar-nicht“-Typ, das wird in der Story sehr deutlich. Weshalb er an Charlottes Hochzeit mit Stef von 0 auf 100 geht, ist mir nicht ganz klar geworden. Das Ergebnis ist allerdings eine temporeiche und witzige Story, die sogar noch einen kleinen Krimi-Plot enthält. Der kommt einem fast ein wenig überflüssig vor, bereitet aber sozusagen den Boden für die Ereignisse in den folgenden Bänden der Reihe …

Mein Fazit: Da ich 
Timing – Vom richtigen Zeitpunkt trotz meiner Hochzeitsphobie nicht aus der Hand legen konnte, sondern in einem Zug durchgelesen und mich dabei gut amüsiert habe, muss ich wohl gestehen, dass es mir sehr gut gefallen hat. Dafür gibt es 5 Punkte und eine Leseempfehlung.

Weiter geht es mit Rand und Stef in „Timing – Nach Sonnenuntergang“. Dort werden von Stef einige alte Familiengeheimnisse der Holloways aufgedeckt. In den nächsten Wochen erscheint dann „Wenn der Staub sich legt“. Das Buch erzählt die Geschichte von Rands Cousin Glenn.

 

Haben wollen? 

 Hier kann man die Timing-Serie von Mary Calmes kaufen: 

- Timing – Vom richtigen Zeitpunkt“ (Band 1, Rand & Stef)
- Timing – Nach Sonnenuntergang“ (Band 2, Rand & Stef)
Wenn der Staub sich legt“ (Band 3, Glenn & Mac, erscheint am 24.07.2017)

Bildquelle: Dreamspinner


Dienstag, 4. Juli 2017

"Schlamassel inbegriffen" von Mary Calmes

Tausendmal berührt …
… haben sich Miro Jones und sein Partner Ian Doyle. Als Kollegen, als Partner, als Freunde. Aber nie – und darauf achtet Miro mehr als sorgfältig – hat er Ian spüren lassen, wie sehr er ihn begehrt. Schließlich ist sein bester Freund ein hitzköpfiger Hetero …

Schlamassel inbegriffen“ von Mary Calmes ist … einfach atemberaubend!!!
Und das gleich in mehr als einer Hinsicht: Zum einen spürt man von der ersten Seite an die sinnliche Spannung zwischen den beiden Männern, auch schon, als die es sich gegenseitig noch lange nicht eingestehen. Das mag daran liegen, dass sie allerbeste Freunde sind. Als Leser ahnt man schnell, wie blind Miro, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, aber auch Ian für die wahren Gefühle des jeweils anderen sind. Dabei verfolgt man atemlos ob und wie sie zueinander finden. Manche der Szenen sind geradezu herzzerreißend.

Den absoluten Gegenpol dazu bildet der actiongeladene Alltag der beiden. Als US-Marshalls scheinen sie Schwierigkeiten geradezu magnetisch anzuziehen. Wilde Verfolgungsjagden und wechseln sich mit lebensbedrohlichen Schusswechseln ab und als Leser hält man mehr als einmal die Luft an, wenn Ian und Miro mal wieder eines ihrer Abenteuer erleben. Ein wenig erinnern manche der Szenen an den alten Aktion-Klassiker „Lethal Weapon“ und genau wie dort runden coole Sprüche und ein trockener Humor die Szenen ab. Ganz großes Kino also, das man einfach genießen und bei dem man mitfiebern kann. Bierernst muss man das Buch in den Actionszenen sicherlich nicht nehmen.

Die Mischung stimmt: Ohne die Action wäre die Romanze zwischen den beiden „verliebten Partnern“ wahrscheinlich zu melodramatisch, so ist liebt, leidet und fiebert man bis zu letzten Seite mit den Jungs mit und … erlebt dabei noch einige überraschende Offenbarungen, die richtig Lust auf mehr machen.

Fazit: Absolut Klasse! Der actiongeladene und doch gefühlvolle Serieneinstieg erhält von mir mehr als 5 Punkte und eine begeistere Leseempfehlung.
Der lebhafte Stil und die lebendigen, ungewöhnlichen Charaktere von Mary Calmes gefallen mir unheimlich gut und ich weiß jetzt schon, dass ich in naher Zukunft mehr von ihr lesen werde. Besonders freue ich mich darauf, dass es von Miro und Ian auf Englisch (bisher) noch zwei weitere Geschichten gibt und hoffe, dass diese möglichst bald übersetzt werden.

Haben wollen? 

 Hier kann man das Buch von Mary Calmes kaufen: 
- "Schlamassel inbegriffen“ 

Hier eine Übersicht der auf Englisch bereits erschienenen Bände der Serie. In allen geht es um Miro und Ian, gelesen habe ich Band 2 und 3 aber bisher noch nicht.

- "All Kinds of Tied Down" (Marshals Book 1)
- "Fit to Be Tied" (Marshals Book 2)
- "Tied Up in Knots" (Marshals Book 3)

Mehr von Miros Boss Sam Kage kann man übrigens in der Serie "A Matter of Time" erfahren.

Bildquelle: Dreamspinner

Montag, 3. Juli 2017

"Die zweite Ernte" von Eli Easton

Leise Töne, starke Geschichte

Christie lebt in New York ein Leben auf der Überholspur. Partys, anonymer Sex und Drogen gehören dazu. Als er nur durch Zufall einer Überdosis entgeht, an der sein bester Freund fast stirbt, weiß er, dass es Zeit ist, über eine Veränderung nachzudenken. Das Erbe seiner Tante, ein kleines Haus auf dem Land bietet ihm einen willkommenen Rückzugsort. So lernt er den Witwer David kennen, der die Farm nebenan bewirtschaftet.
Beide Männer sind allein. Einsam. Überrascht stellen sie fest, dass sie gerne Zeit miteinander verbringen. Die gemeinsamen Abendessen, die als „geschäftliches“ Arrangement beginnen, erweisen sich als Basis einer ungewöhnlichen Freundschaft, die sich mehr und mehr vertieft. Von ihrer Umgebung mit Misstrauen beobachtet, entdecken Christie und David, wie tief ihre Gefühle gehen und dass jede Berührung die Sehnsucht aufeinander nicht stillt, sondern weiter anfacht.

Die zweite Ernte“ von Eli Easton ist eines der schönsten Bücher, das ich in letzter Zeit gelesen habe. Die sinnliche Atmosphäre ist von Anfang an spürbar, lange bevor die erotische Spannung zwischen den beiden Männern sich aufbaut. Eli Easton erzählt die Geschichte langsam und mit eher leisen Worten, aber die rufen ein so kraftvolles Echo hervor, dass man sich dem nicht entziehen kann. Egal ob Alltagszenen von der Farm, Christies Kochexperimente oder die Gespräche zwischen ihm und David geschildert werden, alles fügt sich nahtlos zu einem einzigen, starken Gesamtbild zusammen.

Obwohl Christie eigentlich derjenige ist, der auf dem Land zu sich selbst finden will, macht David den weiteren Weg. Es ist unheimlich anrührend zu lesen, wie der stille Mann, der nie etwas für sich selbst verlangt hat und dessen Leben immer nur aus Pflichterfüllung bestand, langsam das Bewusstsein entwickelt, dass es in Ordnung ist, eigene Wünsche zu haben. Wie er sich endlich traut, sich und dann auch anderen diese Wünsche einzugestehen.
Davids ganzes Leben bestand bisher aus seiner Arbeit auf der Farm und Eli Easton schafft es wunderbar, seine Entwicklung nicht nur mit Worten zu schildern, sondern mit passenden Bildern aus seinem Alltag und seiner Umgebung zu untermalen. Die Liebe und Zärtlichkeit zwischen David und Christie spürt man in jedem Wort, in jeder Szene. Den Druck der auf David lastet, wird allerdings ebenfalls greifbar und so bleibt das Buch bis zur allerletzten Seite unglaublich spannend.
Ein wenig bittersüß bleibt dabei außerdem das Wissen um die Jahre, in denen David seine Gefühle unterdrücken musste und mehr funktioniert als gelebt hat. Umso mehr hofft man, dass er nun endlich sein Glück mit Christie finden wird …

Von mir gibt es begeistert und berührt deutlich mehr als 5 Punkte und auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

Haben wollen? 

 Hier kann man das Buch von Eli Easton kaufen: 
- "Die zweite Ernte"

Zu meinen Lieblingsbüchern zählt übrigens auch eine weitere Geschichte von Eli Easton:
- "Der Löwe und die Krähe" 

Bildquelle: amazon

Mittwoch, 31. Mai 2017

"Black Hawk Tattoo" von Aundrea Singer

„Mir geht’s gut“, sagte Jake …

Das ist natürlich eine glatte Lüge, aber Gabe, bei dem Jake ein großflächiges Tattoo in Auftrag gibt, glaubt sie nur zu gerne. Gabe hat sich auf den ersten Blick in den gutaussehenden Ex-Soldaten verguckt und freut sich, dass seine Gefühle erwidert werden. Die leisen Zweifel würgt Gabe brutal ab. Bestimmt wird Jake ihm eines Tages erzählen, warum er es hasst über sich selbst zu sprechen.

Black Hawk Tattoo“ von Aundrea Singer ist eine überraschend tiefgründige und gut erzählte Geschichte, in der es vordergründig um einen Kriegsheimkehrer und seine Probleme geht. Man kann das aber auch gut verallgemeinern: Nur zu gerne werden in viele Familien und / oder Beziehungen unangenehme Wahrheiten totgeschwiegen.
Jake schweigt, weil er sich mit den schrecklichen Erinnerungen nicht auseinandersetzen kann, ohne daran zu zerbrechen. Gabe schweigt … aus falsch verstandenem Mitgefühl.

Insgesamt schafft es Aundrea Singer auch mit einfachen Worten ihre Charaktere und die Atmosphäre unheimlich gut zu zeichnen. Das gilt natürlich besonders für Jake und Gabe, aber auch für alle Nebencharaktere, wie die freche Hype, Gabes ruhigen Boss Rob und Jakes Familie. Die schwüle Hitze im sommerlichen Toronto spürt man förmlich auf der Haut, man hört das Rattern der U-Bahn und riecht fast die verbrauchte Luft in den Wagen.

Die Geschichte nimmt den Leser sofort gefangen. Selbst wenn man die Jungs manchmal schütteln will, weil ihr Umgang mit Jakes Trauma so offensichtlich falsch ist, so leidet man doch mit ihnen. Mit beiden.
Natürlich verrate ich nicht, wie die Story ausgeht, schließlich bleibt spannend bis zu allerletzten Seite …

Allerdings gibt es auch ein kleines Manko: „Black Hawk Tattoo“ lebt von den Dialogen, die zwar manchmal banal sind, aber absolut lebensecht. Wenn Jake zu gefühlten 1000sten Mal „Mir geht’s gut sagt!“, weiß jeder, was dahinter steckt. Extrem gestört hat mich dabei der inflationäre Gebrauch der Worte „sagte“ und „fragte“. Hey, wenn das nach fast jeder wörtlichen Rede kommt, ist es einfach schlechter Stil! Die Anführungsstriche verraten mir, dass da einer was gesagt hat und wenn er eine Frage stellt, ergibt sich das auch meistens aus dem Zusammenhang!

Fazit: Weil die Jungs so sympathisch und die Story so interessant gewesen ist, bekommt „Black Hawk Tattoo“ trotzdem vier Punkte und eine Leseempfehlung. Mit ein paar „sagte Jake / sagte Gabe“ weniger wären es satte 5 gewesen.

Haben wollen?
 Hier kann man die Bücher von Aundrea Singer kaufen:
- "Black Hawk Tattoo"

Bildquelle: DreamspinnerPress 

Dienstag, 23. Mai 2017

"Diese Kleinigkeit namens Liebe" von Mathilda Grace

Manchmal fehlt die Kleinigkeit, die das Leben perfekt macht ...

Mathilda Grace schreibt mal humorvolle, mal eher dramatische Geschichten, die eines gemeinsam haben: Mann liebt Mann. Ich war auf die Sammlung von Shortys in "Diese Kleinigkeit namens Liebe", die zu keiner der aktuellen Reihen gehören, ziemlich gespannt und habe jede einzelne sehr genossen. Besonders interessant fand ich dabei, dass die Helden bereits graue Schläfen und die ein oder andere Narbe an Körper und Seele haben. Mathilda Grace schafft es bei aller Kürze, den Storys Würze und ihren Helden Tiefe und Charakter zu verleihen. Jede der Storys ist zwar in sich abgeschlossen, alle aber machen Lust auf mehr. Übrigens wird bei jeder einzelnen sehr deutlich, dass ohne die „Kleinigkeit namens Liebe“ im Leben etwas ganz entscheidendes fehlt, genau wie bei einem Puzzle, bei dem man zwar ohne das letzte Teil das Gesamtbild zwar erkennen kann, dass man aber niemals perfekt nennen wird, bevor es eingefügt wird. Genau diesem magischen Moment lässt Mathilda Grace ihre Helden erleben und teilt ihn mit den geneigten Lesern.
Fazit: Dafür gibt es von mir zufriedene 5 Punkte und eine Leseempfehlung.

Hier für Neugierige noch ein paar Infos zu jeder einzelnen Story:
1. Explosionsgefahr
Seit einem dramatischen Zwischenfall lässt man Bombenentschärfer John nicht mehr an aktiven Einsätzen teilnehmen. Stattdessen soll er den Nachwuchs ausbilden. Der Zyniker macht es den Jungs nicht leicht, allerdings prallt Johns schlechte Laune an David ab. Der scheint einen Plan zu haben …
*grins* Ja, ja, das Wortspiel ist abgegriffen, aber die „hochexplosive“ Stimmung zwischen den beiden Sprengstoffexperten spürt man von der ersten Seite an. Gespannt fiebert man mit, ob John dem heißen werben nachgeben wird. Gefallen hat mir, dass die beiden Männer sehr authentisch wirken.

2. Noch mal von vorn
Der Schmetterlingsexperte Alex benutzt seine Forschungsreisen im Grunde, um vor seinen Gefühlen davonzulaufen. Zum Glück zwingt das Wetter ihn zu einer Pause, denn nicht nur ein Mann, sondern auch zwei junge Frauen brauchen ihn …
Obwohl ich auch diese Story voller Spannung verschlungen habe, muss ich gestehen, dass sie für mich nicht das Highlight der Sammlung war. Warum? Alex steckt bei Problemen den Kopf in den Sand oder rennt davon, statt sich wie ein Erwachsener damit auseinander zu setzen. Das ist Kristof gegenüber unfair. Aber der ist erwachsen und kann sich behaupten. Das ist bei anderen Personen in der Story nicht der Fall, deshalb mochte ich Alex stellenweise nicht sehr.
Übrigens: Gibt es irgendwo mehr von Stefano und Gregor zu lesen? Sollte ich die kennen? Wenn nicht, möchte ich sie auf jeden Fall kennenlernen …

3. Schuldig im Sinne der Anklage
Auch Patrick vergräbt sich in seiner Arbeit. Dass er dabei plötzlich an einem Sozialprojekt für ehemalige Straftäter teilnehmen soll, passt dem Einzelgänger zunächst überhaupt nicht. Allerdings ist Danilo ganz anderes, als er gedacht hat und zum ersten Mal seit langer Zeit würde Patrick gerne über seinen Schatten, bzw. über die aus seiner Vergangenheit springen.
Die Story präsentiert zwei Tortured Heroes, die einander begehren, aber nicht so genau wissen, wie eine gemeinsame Zukunft aussehen könnte. Es ist richtig klasse mitzuerleben, wie sie sich langsam näher kommen. Die „Auflösung“ hat mich ein wenig überrascht und ab da ging es leider sehr schnell. „Leider“ weil dies eine meiner Lieblingsgeschichten in der Sammlung ist und ich Patrick und Danilo richtig gerne noch eine Weile länger begleitet hätte. Insgesamt ist die Story nämlich top!

4. Hab Vertrauen
Carver wollte eigentlich nur das Dach seines neuen Hauses inspizieren und der erste Blick ins nachbarliche Schlafzimmer war reiner Zufall. Was er dabei zu sehen bekommt, treibt seine Libido zu neuen Höchstleistungen an. Bloß ansprechen will er die Jungs dann lieber doch nicht, dazu ist er zu schüchtern …
„Hab Vertrauen“ würde auch problemlos in die erfolgreiche „Nachbar fürs Herz“-Serie von Mathilda Grace passen, nicht nur wegen des Settings, sondern auch wegen des trockenen Humors, mit dem die Geschichte erzählt wird. Ich grinse jedenfalls immer noch, wenn ich an Craver, Dimitrios und Vitali denke. Übrigens: Die Jungs sind so heiß, dass man den Feuerwehrmann aus der nächsten Story eigentlich schon hier bräuchte. Zum Löschen.

5. Flamme deines Herzens
Als Flynn Marcus kennenlernt, rührt sich sein Herz nach zwei Jahren der Trauer zum ersten Mal wieder. Aber als er erfährt, dass auch Marcus – wie sein toter Ehemann – bei der Feuerwehr arbeitet, schreckt er zurück.
Ich habe diese Geschichte als die romantischste empfunden. Die Gefühle von Flynn und Markus spürt man auch als Leser deutlich. Es ist außerdem sofort klar, dass die Anziehung weit über das körperliche hinausgeht. Genau deshalb ist es so unglaublich spannend und berührend zu lesen, ob Flynn es schaffen wird, über die Wunden, die der Tod seines geliebten Mannes hinterlassen hat, hinwegkommt.

Ganz zum Schluss:

Die Antho enthält noch zwei XL-Leseproben von bisher unveröffentlichten Büchern. Beide machen Lust auf mehr.

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 Hier kann man die Bücher von Mathilda Grace kaufen: 

- "Diese Kleinigkeit namens Liebe"

Neuigkeiten von Mathilda Grace findet man hier: mathilda-grace.blogspot.de

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Freitag, 19. Mai 2017

"Will hier jemand Haggis?: Lauwarme Schottenromanze" von Jona Dreyer

Humor ist, wenn man trotzdem lacht!
Schottland ist heiß! Die Schotten in ihren Kilts sowieso, aber das ahnt der Texaner Adrien noch nicht wirklich, als er einen Urlaub dort bucht. Und so kommt er gleich nach seiner Ankunft mächtig ins Schwitzen, zuerst weil seine Klamotten nicht zu den sommerlichen Temperaturen passen und dann, weil seine Libido sich beim Anblick eines echten Highlanders förmlich überschlägt. Das Leben kann ja so hart für einen Mann sein!!!

Jona Dreyer kann Geschichten auf eine unvergleichlich lebhafte und humorvolle Art erzählen, wie sie schon in mehreren ihrer zeitgenössischen Storys bewiesen hat. Mit „Will hier jemand Haggis?“ legt sie allerdings noch einmal eine Schippe drauf. Beim Lesen der Urlaubserlebnisse von Adrien bleibt wirklich kein Auge trocken. Man sollte das Buch nur in Gesellschaft genießen, wenn man sich nicht an irritierten Blicken stört. Lautes Auflachen ist nämlich unvermeidlich!
Nicht nur Schottland-Fans kommen bei der Geschichte voll auf ihre Kosten, hier ist für jeden etwas dabei. Klischees werden genussvoll hervorgezerrt und vergnügt wieder demontiert. Das wirklich Tolle an der Story ist aber die Herzenswärme, die sie bei allem Humor ausstrahlt. Man lacht nie über die Menschen, sondern man lacht mit ihnen. Und man wird oft lachen, versprochen!

Besonders Adrien, aus dessen Sicht die Story erzählt wird, wirkt so sympathisch weil er seinen Humor auch dann nicht verliert, wenn ihm die absurdesten Dinge passieren. Die „erzählt“ er dem Leser ganz frei von der Leber weg und ohne sich Gedanken darum zu machen, ob er dabei eine gute Figur macht. Zusätzlich ist es ein pures Vergnügen, zusammen mit ihm den sexy schottischen Reiseführer anzuschmachten. *grins* Wenn man selbst einmal in Schottland war, hört man förmlich Lachlans dunkle Stimme mit dem typisch rollenden R, das so angenehm … ;) Ne, das gehört hier wirklich nicht hin.

Ich könnte noch seitenweise von Adrien, Lachlan und ihren (ersten gemeinsamen) schottischen Abenteuern schwärmen. Mache ich aber nicht.
Stattdessen gebe ich rasch 10 von 5 Punkten, eine begeisterte Leseempfehlung und den dringenden Rat, zumindest in die Leseprobe zu schauen. Die Story sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Mit Gute-Laune-Garantie!!!

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- "Will hier jemand Haggis?
- "Sex, Drugs & Handicap"
- "Herzweh & Zahnklopfen"

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Donnerstag, 18. Mai 2017

"Warrior Lover: Shadow" von Inka Loreen Minden

Shadow hat es weit gebracht, seit die Warrior das Unrechtsregime unter der Kuppeln gestürzt haben: Als Minister kämpft er nun dafür, das Leben aller zu verbessern. Seine Warrior-Instinkte allerdings verlangen nach körperlicher „Action“: Die lebt er maskiert und unerkannt bei nicht wirklich legalen Käfigkämpfen aus. Sein Geheimnis ist in Gefahr, als er zwei ebenso faszinierende wie kluge Frauen kennenlernt. Oder ist es am Ende doch nur eine?
Kathryn setzt sich für die Outsider ein, die zwar nach den politischen Umwälzungen Zutritt zu den Kuppelstädten haben, aber nach wie vor am Rande der Gesellschaft leben. Außerdem hat sie dich Hoffnung noch nicht aufgegeben, ihren seit Jahren vermissten Bruder Nolan wiederzufinden. Einer der Käfigkämpfer scheint ihm verdächtig ähnlich zu sehen. Ablenkung kann sie gerade gar nicht brauchen. Hilfe schon …

WOW! WOW! WOW! Ich bin immer noch geflasht von den neuesten Entwicklungen in der harten Welt der „Warrior Lover“! Inka Loreen Minden präsentiert mit „Shadow“ den mittlerweile zehnten Band und die Story wird immer spannender und komplexer. Man kann für meinen Geschmack zwar jedes Buch auch als Stand Alone lesen, die Serie macht aber süchtig. Es lohnt sich deshalb auf jeden Fall mit „Jax“ anzufangen und dem Verlauf der Geschichte zu folgen. Das birgt außerdem dies das Vergnügen, liebgewonnene Helden (und Heldinnen) in kleinen Gastauftritten wiederzutreffen …
Jedes der Bücher hat für mich neben der großartigen und – typisch Inka Loreen Minden – leidenschaftlich und offenherzig erzählten Love-Story einen ganz eigenen Tenor.

Die Geschichte von Shadow und Cat beschäftigt sich mit der Verantwortung, die Macht nach sich zieht. Shadow kennen die meisten Menschen nur als Minister. Er ist ein Politiker, wie man ihn sich wünscht; einer der nicht um der Macht willen nach dem Amt gegriffen hat, sondern um etwas für andere zu verbessern. Shadow / Clint kümmert sich um die Anliegen der Menschen und Warrior, die er als Minister vertritt und als er ein einziges Mal sein Amt missbraucht, macht er das tatsächlich nur um jemand anderem zu helfen. Warum auch immer er den Namen „Shadow“ einmal erhalten hat, er passt immer noch: Statt sich ins Rampenlicht zu drängen, bleibt Clint im Hintergrund und arbeitet entschlossen und tatkräftig an seinen Zielen. Zielen übrigens, die nicht ein bisschen eigennützig sind, sondern dem Wohl der Allgemeinheit dienen.
Das Kathryn ihm in jeder Sekunde mehr verfällt, kann man nicht nur verstehen, man fühlt richtig mit ihr. Welche Frau kann schon einem Mann widerstehen, der göttlich aussieht und so … ehrenhaft (Ja, ja, das wirkt pathetisch, aber es gibt kein besseres Wort dafür!) ist?
Ein wenig gleicht Clint Stevenson irgendwie Clark Kent, allerdings hat er es nicht nötig, sich in einen hautengen Anzug mit Cape zu zwängen, um unerhört sexy zu wirkten. *grins* Seine tollen Muskeln genießt frau sowieso lieber … ganz ohne Anzug halt und zum Fliegen bringt er seine Lady anscheinend auch völlig problemlos.

Obwohl Clint eine Art "Supermann" ist, berührt die Story um Pyro und Acid fast noch mehr. Die zwei sind echte Tortured Heros, die wirklich alles verloren haben und nur noch im Schatten existieren. (Damit passt der Titel „Shadow“ auch perfekt zu den beiden). Sowohl Pyro, als auch Acid leben eigentlich nur für ihre Rache – ein Motiv, das ich normalerweise überhaupt nicht mag. Aber mitzuerleben, ob und wie die beiden zueinander finden, ob und wie sie ihre Rache hinter sich lassen und für sich einen neuen Mittelpunkt entdecken können, ist einfach nur großartig. Dabei zu sein, wie die zwei Männer einander mal zärtlich und mal leidenschaftlich zeigen, wie schön das Leben sein kann, ist genauso berührend wie heiß. Davon kann man einfach nicht genug bekommen.

Pyro ist übrigens etwas ganz Besonderes und einzigartig. Denkt er zumindest, bis er feststellt, dass es wahrscheinlich noch mindestens einen weiteren Mann gibt, der ähnliche „Eigenschaften“ hat. Ich will nicht spoilern, deshalb gehe ich hier nicht auf Details ein, nur soviel: Für die Serie „Warrior Lover“ öffnet sich mit diesem Band eine weitere Dimension, die weitere spannende und ungewöhnliche Geschichten verspricht. Ich bin jetzt schon mehr als neugierig auf die Story von Flame, den man in diesem Buch ganz kurz kennengelernt hat.
Es bleibt heiß!!! Das ist zumindest sicher!!!

Shadow“ zeigt ganz deutlich, dass Schatten und Licht manchmal dichter beieinander liegen, als man denkt und dass man mit Mut aus dem Schatten ins Licht treten kann. Mitzuerleben, wie die Warrior und ihre Frauen (oder Männer) den Schritt wagen, ist mitreißend, spannend und sexy.

Fazit: Toll! Richtig, richtig toll! Die Mischung aus packender Dystopie und erotischer Romanze stimmt einfach und macht auch nach dem 10.ten Band Lust auf mehr. Deshalb gibt es von mir restlos begeisterte 5 Punkte und die Hoffnung, dass es mit der Serie möglichst schnell weiter geht.
P.S. und ohne Einfluß auf die Wertung: Ich liebe das Cover!

Haben wollen?
 Hier kann man die Bücher von Inka Loreen Minden kaufen:

Teil 1: Jax 
Teil 2: Crome
Teil 3: Ice 
Teil 4: Storm
Teil 5: Nitro 
Teil 6: Andrew und Emma
Teil 7: Steel 

Teil 8: Fury
Teil 9: Tay
Teil 10: Shadow
Die Storys sind alle in sich abgeschlossen, gehören aber in einen übergreifenden Handlungsbogen. Zur meiner Übersicht über die Serie geht es hier *klick*.

Übrigens: Einen kurzen Überblick zu allen Büchern der Serie findet man hier gerade auf der Fantasy-Seite von xtme. Wer den Newsletter abonniert erhält außerdem als (kostenloses) Zückerchen  einen Einblick in die (Vor-)Geschichte von June und Flame. 

Autorenseite: Inka Loreen Minden

Bildquelle: amazon, xtme

Dienstag, 11. April 2017

"Mercy Thompson 10: Silence Fallen" von Patricia Briggs (engl.)

Das große Schweigen …
Nach den dramatischen Ereignissen in den Tri Cities, die den Marrok dazu gebracht haben, sich offiziell von Adams Rudel loszusagen, ist langsam wieder so etwas wie Ruhe eingekehrt. Mercy hätte ahnen sollen, dass es nur die Ruhe vor einem neuen Sturm ist, der sie bis ins ferne Italien … nun nicht „weht“, weil sie vor ihrer eigenen Haustür niedergeschlagen und entführt wird. Getrennt von ihren Liebsten muss sie sich alleine gegen die Meister von Mailand, den angeblich mächtigsten Vampir der Welt durchsetzen, der partout nicht verstehen will, was alle an Mercy finden und es auf sehr eigenartige Weise herauszufinden versucht. Zum Glück unterschätzt Bonarata, wozu eine Kojotin fähig ist. Mercy zeigt sich wie immer entschlossen, rasend schnell, gut darin zu überleben und darin, ihren Feinden eine Menge Ärger zu machen.
Ohne das Ende vorwegzunehmen: Wir alle können froh sein, dass Europa noch steht …

Ich liebe die Geschichten rund um die gewitzte VW-Mechanikerin Mercy Thompson und ihr Rudel und bin auch nach zehn Bänden und so einigen Kurzgeschichten noch süchtig nach „mehr“. Mit „Silence Fallen“ entführt Patricia Briggs nicht nur die Kojoten-Wandlerin, sondern auch den Leser der Serie auf ungewohntes Terrain. Mercy, die sonst eigentlich „nur“ und meist ungewollt Nord-Amerika in Aufruhr versetzt, verschlägt es zuerst nach Mailand und dann nach Prag. Allein, ohne Geld, Papiere und der Sprache(n) nicht mächtig, muss sie sich durchschlagen, bis Adam und ihre Freunde sie erreichen können. Sie wäre aber nicht sie selbst, wenn ihr dabei nicht ein paar der legendären übernatürlichen Gestalten über den Weg laufen würde, die in diesen Städten ihre Heimat gefunden haben.

Um es vorweg zuschicken: Mir hat das Buch gut gefallen und entsprechend werde ich es bewerten. Aber im Vergleich zu den anderen Bänden der Serie hat es jedoch ein „Problem“, dass dem Kern der Story und dem Setting geschuldet ist: „Silence Fallen“ ist eine Art Leitmotiv. Mercy verbringt viel Zeit in ihrer Kojotenform und das Gefährtenband ist allein durch die Entfernung nicht so „kommunikativ“ wie es sein könnte. Adam bringt natürlich nicht sein gesamtes Rudel mit nach Europa, dazu ist die Situation daheim zu prekär. Das alles führt dazu, dass mir der Teil der Serie, den ich sonst am meisten genieße, schmerzlich gefehlt hat: Die schnellen, mit trockenem Humor angefüllten Dialoge, die gerade in den letzten Büchern mehr als genial waren. Ich liebe dabei besonders die Szenen zwischen Adam und Mercy. Die gibt es hier nur am Anfang und am Schluss, nichtsdestotrotz sind sie für mich die Highlights der Geschichte. Ansonsten herrscht leider ziemlich oft das große Schweigen …

Auch wenn die Story nicht ganz an die letzten Bücher heranreicht (Die Messlatte lag auch sehr, sehr hoch!), ist sie immer noch richtig klasse. Es hat richtig Spaß gemacht, endlich den legendären Herrn der Nacht kennenzulernen, der scheinbar mühelos zahllose finstere Pläne parallel schmiedet und so dafür sorgt, dass er immer am Ende als Gewinner dasteht. Sehr gern hätte ich mehr von Kocourek, dem alten und neuen Meister von Prag erfahren, der für einen Vampir sehr ungewöhnlich ist.
Außerdem gibt es noch eine wirkliche Überraschung. Ok. Im Nachhinein ist es vielleicht keine Überraschung, aber mehr sage ich dazu sicher nicht. Schön selbst entdecken!!! ;)

Mir gefällt außerdem, dass keine Nebenfigur vergessen wird und auch Rudelmitglieder, die weiter unten in der Rangfolge stehen, es nach und nach schaffen, ein eigenes Profil zu entwickeln.

Fazit: Auch wenn mir persönlich „Silence Fallen“ im Vergleich zu den anderen Mercy Thompson Romanen sehr „still“ vorkam, so ist das hier doch großartige und spannende Urban Fantasy vom Feinsten. Die Story ist temporeich und punktet mit dem augenzwinkernden Witz, der für die Serie so typisch ist. Deshalb gibt es diesmal solide 4,5, aufgerundet 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Wie bei allen richtig guten Büchern kann man es – nachdem man die letzte Seite gelesen hat – kaum erwarten, wie es weitergehen wird.

Übrigens: Neueinsteiger können diese Story zwar lesen und verstehen, sie macht aber mindestens dreimal soviel Spaß, wenn man die Bücher in der richtigen Reihenfolge genießt.


Haben wollen? 

 Hier kann man die Bücher von Patricia Briggs kaufen: 
- "Silence Fallen“ (Band 10, engl.)

Mercy Thompson auf Deutsch:
- "Ruf des Mondes" (Band 1)
- "Bann des Blutes" (Band 2)
- "Spur der Nacht" (Band3)
- "Zeit der Jäger" (Band 4)
- "Zeichen des Silbers" (Band 5)
- "Siegel der Nacht" (Band 6)
"Tanz der Wölfe" (Band 7)
- "Gefährtin der Dunklheit(Band 8)
- "Spur des Feuers(Band 9, erscheint am 13. Juni 2017)

"Alpha & Omega" ("Partnerserie"):
- "Schatten des Wolfes(Band 1)
- "Spiel der Wölfe(Band 2)
- "Fluch der Wolfes(Band 3)
- "Im Bann der Wölfe(Band 4)

*Bildquelle: amazon

Montag, 10. April 2017

"The Chosen" von J.R. Ward (engl.)

Auserwählte und Entscheidungen

Die Auserwählte Layla ist nun Mutter von Zwillingen und könnte eigentlich glücklicher nicht sein. Ihre Kinder haben gegen jede Chance die dramatische Frühgeburt überlebt und nicht nur Qhuinn, der leibliche Vater der Beiden, sondern auch sein Mann Blay kümmern sich rührend um die kleine Familie. Leider sehnt sich Layla immer noch verzweifelt nach Xcor, den die Bruderschaft der Black Dagger gefangen hält. Eigentlich wollen sie ihn befragen – und dabei alles andere als zimperlich vorgehen – aber der Mann liegt seit Wochen im Koma. Gerade als er daraus erwacht, überschlagen sich die Ereignisse und nicht nur Layla muss sich entscheiden, welche Prioritäten sie in Zukunft setzten will.

Ich kann „The Chosen“ von J.R. Ward nicht besprechen, ohne zu spoilern, deshalb die Bewertung vorab: Vom mir gibt es solide 4 Punkte und eine Leseempfehlung für Fans. Das Buch gehört in die Reihe und ist ganz sicher nicht schlecht. Allerdings hat es mich nicht so begeistert, wie die letzten Bände.

Wer ein paar Details lesen möchte findet die weiter unten. Ich habe mich wirklich bemüht nicht alles zu verraten, aber „ganz ohne“ ging es diesmal eben nicht.

Ab hier SPOILER möglich:

Damit am Ende das Positive, was ja auch überwiegt, in Erinnerung bleibt, hier zuerst einmal die Kritikpunkte:
Wie immer erzählt J.R. Ward auch in „The Chosen“ nicht nur eine einzige Geschichte, sondern spinnt auch die der anderen Brüder weiter. Normalerweise liebe ich das und es ist für mich nervenzerfetzend, wenn mal wieder mitten in einer spannenden Szene der Fokus verschoben wird. Die Bücher werden damit zum echten Page-Turner. Hier habe ich es manchmal fast mit einem Schulterzucken zur Kenntnis genommen, weil … einige Dinge einfach so übertrieben pathetisch dargestellt wurden, dass ich mir nicht mal hypothetisch vorstellen konnte, dass dies nun nicht nur eine Verwicklung auf dem Weg zum HE ist. Und wieso sollte man sich aufregen, wenn`s doch eh am Ende anders kommt …

Wenn man die Serie kennt, wird eigentlich schon im Prolog klar, dass einige alte Feindschaften sich im Laufe der Story wahrscheinlich sowieso in Luft auflösen werden. Wo der Lösungsansatz für die Brüderschaft und die Bastards liegt, ist eigentlich auch offensichtlich.

Wirklich klasse sind die Szenen mit Xcor und Layla, von denen ich mir allerdings viel mehr gewünscht hätte. Xcor ist ein Tortured Hero, wie er im Buche steht, und es ist toll ihn auf den letzten Metern eines Weges zu begleiten, der sich schon in den letzten Büchern abzeichnete. Richtig gut gefallen hat mir auch, wie sich seine Beziehung zu seinen Anhängern und zu Wrath entwickelt. Damit kommen endlich einige neue und sehr interessante Figuren in den Fokus, aus die ich schon länger gespannt war und die Stoff für weitere Geschichten liefern können.

Layla ist – nach Payne – erst die zweite Frau, die die Titelfigur eines der Bücher ist und die erste „Nicht-Kämpferin“, die so in den Mittelpunkt rückt. Phury hat die Auserwählten zwar „befreit“, was sie nun mit ihrer Zukunft machen, müssen sie aber selbst entscheiden. Das ist ein Prozess, den man bei Layla wunderbar mitverfolgen kann. Sie bemerkt nach und nach, dass die Freiheit zu wählen, auch die Gefahr mit sich bringt, Verluste zu erleiden. Sie hasst den Gedanken, dass sie gezwungen ist, sich zwischen ihren Kindern und der Liebe ihres Lebens zu entscheiden. Der bloße Gedanke, Xcor nie wieder sehen zu dürfen, zerreißt sie förmlich. Gibt es wirklich keinen Ausweg aus diesem Dilemma?

Weniger gut hat mir gefallen, was sich Qhuinn leistet, dessen tragische Geschichte man über den ganzen Verlauf der Serie verfolgen konnte und dem man sein Happy End mit Blay wirklich von Herzen gönnt. Die Kinder sind eigentlich das Tüpfelchen auf dem i. Qhuinn scheint sich aber nicht bewusst zu sein, wie zerbrechlich Glück ist. Er hat ohnehin nicht immer die klügsten Entscheidungen getroffen, einer seiner Aussetzer in diesem Buch ist allerdings ein absolutes No-Go und er kommt damit – in meinen Augen – noch viel zu gut davon. Fast bleibt das Gefühl übrig, dass mit dem Gips und der Farbe, die die Folgen seiner kopflosen und hasserfüllten Aktion übertünchen, auch schon wieder alles vergessen ist. Das Layla, die mit ihren eigenen Schuldgefühlen kämpft, ihm verzeiht, ist verständlich. Die anderen Frauen (und Männern) im Haushalt, besonders die mit eigenen Kindern, haben diese Ausrede nicht und gehen doch recht schnell wieder zur Tagesordnung über. Das kann und will ich mir so eigentlich nicht vorstellen.

Am Anfang gibt es außerdem einige Szenen mit Thor, der auch gegen Ende noch einmal eine wichtige Rolle spielt. (Warum? Wie gesagt, wer die Serie kennt, kommt schnell dahinter …) Die Art und Weise, wie er sich mit dem Verlust von Wellsie auseinandergesetzt hat, mag man, oder man mag sie eben nicht. Natürlich heilt auch eine neue Liebe diese alte Wunden und seine Trauer nicht, allerdings dachte ich eigentlich nicht, dass Thor immer noch auf einem so schmalen Grad wandert.

Throe dagegen ist ja immer noch auf der Flucht vor den Black Daggern, lässt es sich dabei aber vergleichsweise gut gehen. Zumindest bis er ein geheimnisvolles Artefakt findet, dass eine sehr, sehr merkwürdige Auswirkung auf ihn hat. Anscheinend wird er gerade als der neue „Böse“ aufgebaut. So richtig ernst nehmen kann ich ihn aber irgendwie (noch) nicht. Dazu fehlt ihm das Charisma, das man bei seinem ehemaliger „Boss“ Xcor von der ersten Sekunde an spürte.

Die anderen Handlungsfäden werden diesmal eher knapp angerissen.
Assasil kämpft weiterhin mit den Dämonen, die die Folgen seiner Sucht sind. Trez erlebt eine riesige Überraschung. Und Vishous …
Hm. Was der gerade so denkt, hat mich wirklich überrascht. Trotzdem war es klasse, mal wieder ein wenig mehr von dem absolut coolsten der Brüder zu lesen.
Während die anderen Jungs recht kurz kommen, haben die Mädels diesmal einen starken Auftritt und machen sogar vor Wrath keinen Rückzieher mit ihren Forderungen.

Zum Abschluss: Ich hätte in dem Buch gerne mehr von Layla und Xcor als Paar gelesen, weil sie beiden eine unheimlich interessante Beziehung haben, in der ein überraschendes Kräftegleichgewicht herrscht. Außerdem kommen mir die anderen „Bastards“ ein wenig zu kurz.

Zwei weiter interessante Stränge aus den letzten Büchern werden gar nicht oder so gut wie gar nicht aufgegriffen: Was ist denn nun aus dem geretteten Blutsklaven geworden? Und wann erfährt man mehr über Jo?

Ansonsten ist dies eine solide und spannende Geschichte aus dem mittlerweile riesigen „Black Dagger – Universum“, die wirklich zu empfehlen ist, auch wenn sie nicht unbedingt das Highlight der großartigen Serie darstellt. Aber schließlich liegt die Latte auch ziemlich hoch, oder?

Wie allen Bücher bisher macht auch „The Chosen“ auf jeden Fall Lust darauf, nicht nur eine, sondern eine ganze Menge weiterer Geschichten rund um die Bruderschaft der Black Dagger und den Blinden König zu lesen.


Haben wollen? 

 Hier kann man die Bücher von J.R. Ward kaufen: 

- "The Chosen“ 

Als letztes auf Deutsch erschienen sind:
- "Krieger im Schatten" (Band 27)
- "Ewig geliebt" (Band 28)

P.S.: Es gibt das Buch aktuell in zwei Ausgaben. Die verlinkte ist preiswerter, darunter stehen aber einige Rezis, die gar nicht zu dem Buch, sondern zu dem Kompendium gehören, das J.R. Ward vor ein paar Jahren herausgegeben hat. Also nicht irritieren lassen ...

Bildquelle: amazon