Sonntag, 19. Juni 2016

"Was würdest du tun ...?" oder was ich an Klappentexten wirklich hasse




"Was würdest du tun …?"

Wenn ich eines wirklich abgrundtief hasse, dann ein Klappentext, der mit den Worten “Was würdest du tun …?” anfängt.

Was ich gerade in diesem Moment eigentlich GERNE tun würde, weiß ich genau: Ich habe einen interessanten Buchtitel entdeckt, möchte nun eine spannende und / oder sinnliche Geschichte lesen und eine Weile Urlaub vom Alltag machen. Ich will gerade NICHT darüber nachdenken, was ICH machen würde / sollte / müsste. Ich möchte in eine fremde Welt versinken und erleben / erlesen wie jemand ANDERES sein Schicksal meistert.

Ich persönlich wähle meinen Lesestoff hauptsächlich nach dem Klappentext aus.

Eine nahezu totsichere Methode mich vom Lesen einer Geschichte abzuhalten, ist die Buchvorstellung mit „Was würdest du tun …?“ zu starten. *bäääähhhh* Danach höre ich in 99 von 100 Fällen sofort auf zu lesen und switche zum nächsten Buch.

Zum Weiterlesen und zum Schmökern in der Leseprobe (das mache ich grundsätzlich, bevor ich zuschlage) animiert mich ein kurzer, knackiger Klappentext. Der stellt mir im Idealfall die beiden Hauptprotas (schließlich lese ich in der Regel Romanzen) vor, vermittelt mir eine ungefähre Ahnung in welcher Zeit bzw. welchen Setting die Story spielt und deutet außerdem an, was das Kernproblem der Geschichte ist. Der Klappentext darf gerne mit einer Frage oder offen enden, schließlich soll er mich ja neugierig machen.

Für mich ist der Klappentext enorm wichtig. Eigentlich muss schon der erste Satz zünden. Ich ärgere mich, wenn er an eine völlig belanglose Frage verschwendet wird.

Kann sein, dass mir mit dieser strikten Einstellung einige richtig tolle Geschichten entgehen.

Aber mal ehrlich: Wieso sollte ich mich auf eine Story einlassen, deren Verfasser mir seine Protas nicht voller Stolz vorstellt und darauf vertraut, das sie mich verzaubern werden?


Ich will und werde auch in Zukunft glücklich in fremde Welten eintauchen, zufrieden in Büchern versinken und voller Freunde erkunden, was DIE HELDEN darin erleben.

Bei einem guten Buch vergesse ich völlig, was ich an ihrer Stelle tun würde ...


P.S.: Bin ich zu streng? Wie sehr ihr das?


Bildquelle: pixaby

Kommentare:

  1. Langsam - Klappentexte werden in der Regel gar nicht vom Verfasser erstellt, sondern von einem Verlagsmitarbeiter. Und es ist nicht immer gewährleistet, dass der das Buch auch gelesen hat.

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    1. Hallo Codex Regius!
      Ganz ehrlich: Ich habe bisher diesen "ersten Satz" bei Verlagsbüchern sehr selten gelesen. Ich weiß, dass es eine Jugendbuchreihe gibt, die damit anfängt, der Name fällt mir aber gerade nicht ein.
      :) Habe sie nicht gelesen ...
      Ich finde den Satz aber sehr oft bei Selfpublishern, Bei denen ist es doppelt schade, weil der Klappentext in meinen Augen immer noch die beste Werbung für ein Buch ist. Und bevor jetzt alle losschreien: Mindestens die Hälfte, wenn nicht mehr, der Bücher die ich lese und bespreche sind von SPlern.
      GLG Ulla

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  2. Nee, du bist nicht zu streng. Du bist einfach ehrlich und sagst, was dir gefällt. *g* Und bei dem von dir genannten Beispiel laufe ich auch in 9 von 10 Fällen davon.

    Ein Klappentext muss mich anhüpfen und zwar am besten schon mit dem ersten Satz bzw. Absatz. Er darf durchaus gern länger sein, manchmal gibt es einfach mehr zu sagen, da stören mich auch zwei oder drei Absätze nicht. ;-)

    Ganz furchtbar finde ich persönlich Klappentexte, bei denen einfach eine Szene aus dem Buch genommen wird, weil der Autor offenbar keine Lust hatte, sich hinzusetzen und eine vernünftige Inhaltsangabe zu verfassen. Wenn ich so etwas lese, bin ich zu 100% weg.

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    1. hi Matty!
      *lach* Stimmt!!!
      Das mag ich auch nicht.
      GLG Ulla

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