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Mittwoch, 2. September 2020

"Der Hufschmied und sein Dandy" von Rose Lee Wayne

 

Lebe lieber ungewöhnlich …

 Auf den ersten Blick haben Bennet, mit seinem Interesse an Stil und schöner Kleidung, und William, der gezwungen ist, für seinen Lebensunterhalt hart zu arbeiten, wenig gemeinsam. Aber beide lieben Pferde und beide sind dem eigenen Geschlecht nicht abgeneigt – etwas, dass sie vor der Allgemeinheit verbergen müssen. Es dauert nicht lange und die zwei müssen sich eingestehen, dass die Funken zwischen ihnen fliegen.

 Rose Lee Wayne entführt den Leser mit „Der Hufschmied undsein Dandy“ ins Zeitalter des Regency. Das Setting erlaubt einige interessante und amüsante Verwicklungen, die zwar so heute eigentlich keine Rolle mehr spielen sollten, aber durchaus auch modern interpretiert werden können. Hochmut und Standesdünkel wird wohl (leider) immer aktuell bleiben und leider muss man auch nach 200 Jahren noch feststellen, dass lange nicht jeder so leben darf, wie er gerne möchte. Was im Regency engstirnige Gesetze waren, macht heute vielleicht der Druck in den sozialen Medien.

Mit Bennet und William stoßen zwei sehr unterschiedliche Charaktere aufeinander, die aus ganz unterschiedlichen Gründen nicht so leben können oder wollen, wie die Gesellschaft es erwartet. Dabei ist Bennet noch recht jung und sucht gerade nach seinem Platz im Leben. Eigentlich weiß er zwar, was er will, aber es fehlt ihm noch der Mut, gegen bestehende Konventionen aufzubegehren.

William dagegen ist schon etwas älter. Er schert sich nicht mehr darum, was die Leute von ihm denken oder was sie über ihn sagen. Die Entwicklung seiner Einstellung war allerdings sicher nicht ganz freiwillig: Finanzielle Not hat ihn durch eine harte Schule gehen und erkennen lassen, was wirklich wichtig ist.

Die beiden sind ein typisches – und glaubhaftes – Beispiel von „Gegensätze ziehen sich an“ und es macht wirklich Spaß zu erleben, wie sie um einander herumschleichen, weil sie sich der ungebetenen Anziehung nicht entziehen können. Die beiden leben ihr Interesse an einander aus, soviel sei gesagt. Und das ist manchmal ganz schön heiß, dann wieder aber auch überraschend zärtlich. So gestehen sich die beiden ohne große Worte (oder ausschweifende und völlig unglaubwürdige Dialoge) ihre Gefühle. Fand ich richtig, richtig klasse.

 Mir persönlich haben außerdem die vielen interessanten Nebencharaktere gut gefallen, die viel mehr sind als bloße Stichwortgeber. Die Jungs (und Mädels) machen wirklich neugierig und ich hoffe, dass es noch das ein oder andere Buch geben wird, in dem man mehr von ihnen lesen kann.

Fazit: Amüsant, spannend und überraschend aktuell. Gefällt mir sehr! Deshalb gibt es 5 begeisterte Sterne und eine Leseempfehlung.

 P.S.: Besonders positiv ist mir in dieser „Gay“-Story aufgefallen, dass keine völlig klischeehaften weiblichen Charaktere gibt. Sonst tauchen ja gerne die „totale Zicke“ oder die „allerbeste Freundin“ auf. Oder aber es wird einfach sozusagen verschwiegen, dass es auch Frauen auf der Welt gibt …


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- "Der Hufschmied und sein Dandy"

Bildquelle: amazon

# Die Rezension enthält Werbelinks.


Mittwoch, 27. Juni 2018

"Die neun Leben des Löwen" von Rose Lee Wayne

Viel mehr als nur körperliches Begehren?

Eigentlich ist Ryan „nur“ ein Tätowierkünstler, aber ein verdammt guter. Als er Ruslan kennenlernt, denkt er zuerst nur an eine unverbindliche Affäre und genieß das offene Begehren im Blick des anderen Mannes. Allerdings merkt Ryan schnell, dass man nicht mit der Mafia, bzw. einem ihrer Bosse ins Bett steigen kann, ohne dass dies Konsequenzen hat. Zuerst kostet es ihn die Freundchaft zu Ken und Jasmin, dann muss er sich mit Ruslans dunkler Seite auseinandersetzen. Und dann ist da ja auch noch Maggy, die ihm zwar eigentlich mehr als sympathisch ist, aber ihn mit einem ganz miesen Trick in eine Ehe hineinzwingt, die Ryan nie gewollt hat.
Zorn und verletzter Stolz lodern hoch. Ryan kann sein Verlangen nach Ruslan unterdrücken, aber was ist mit seinen Gefühlen?

Die (Unter-)Welt ist klein, denkt man unwillkürlich, wenn man „Die neun Leben des Löwen“ von Rose Lee Wayne liest und mit einem Grinsen feststellt, dass die Herren Gangsterbosse zumindest einige Interessen jenseits ihrer halbseidenen Geschäfte teilen.
Dabei verschweigt die Autorin nicht, dass sie knallhart sind und ihre Gegner nicht mit Samthandschuhen anfassen. Auch die wirklich miesen Seiten werden zumindest angedeutet. Ruslan ist alles andere als ein strahlender Held mit weißer Weste. Er steckt bis über beide Ohren in illegalen Aktivitäten. Hier geht es aber auch gar nicht darum, einen russischen Mafiaboss in einen Saubermann zu verwandeln, sondern viel mehr darum, ob er es schafft sein privates Glück zu finden. Ruslan begehrt Ryan, aber er kann sich auf für ihn nicht seines alten Lebens entledigen. Ryan muss für sich herausfinden, ob und wie er mit den dunklen Seiten seines Liebhabers umgehen kann.

Mir hat die Geschichte der drei (Ryan, Ruslan und Maggy) unheimlich gut gefallen. Man spürt wie die beiden Männer darum ringen einen gemeinsamen Weg zu finden, ohne sich selbst zu verleugnen. Besonders zu Herzen geht dabei Ruslan, der sich kaum eingesteht, ein wenig Glück verdient zu haben. Er ist ein Überlebenskünstler, der es nie einfach hatte und die Narben an seinem Körper wie die in seinem Herzen bezeugen dies. Eigentlich hat er die Hoffnung längst aufgegeben, jemanden zu finden, mit dem er sein Leben teilen kann. Es sagt viel über ihn aus, dass er den Menschen, die er wirklich mag ein besseres Schicksal wünscht, als an seiner Seite zu stehen.
Dabei zeigt Ruslan Ryan sein Verlangen ganz offen. Doch dass er mehr will, muss er sich erst einmal selbst eingestehen. Die Szenen zwischen den Männern sind kochend heiß. Hier spürt man das erotische Knistern auch als Leser ganz deutlich. Ihr Sex ist knallhart und explosiv, trotzdem gibt es auch Momente die atemberaubend zärtlich sind.
Wie Maggy zu den beiden passt, ist eine ganz eigene Geschichte. Für sie ist – trotz ihrer forschen Art – körperliche Liebe ein schwieriges Thema. Zum Glück kann ihr Ryan geben, was sie braucht. Die drei müssen ihre ganz eigene Form der Liebe und des Zusammenlebens finden.

Die Geschichte wäre – vielleicht Ruslans russischer Seele geschuldet – manchmal fast schon schwermütig, wenn die Autorin sie nicht immer wieder mit trockenem Humor, manchmal fast schon Sarkasmus würzen würde.
Abgerundet wird die Story von lebendigen und interessanten Nebencharakteren, die viel mehr als bloße Stichwortgeber sind und die Hoffnung darauf wecken, dass sie irgendwann ihre eigenen Geschichten bekommen.

Fazit: Klasse! Kein Mainstream. Wenn man einmal angefangen hat, kann man das Buch nicht zur Seite legen, bis man weiß ob und wie die Jungs und Maggy eine Lösung für ihr kompliziertes Liebesleben finden. Von mir gibt es 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Bitte mehr davon!!!

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 Hier kann man das Buch von Rose Lee Wayne kaufen:
- "Der Weg des Fuchses" (Ken, Jasmine und Ryan)
- "Die neun Leben des Löwen" (Ryan, Ruslan und Maggie)

Bildquelle: amazon

# Die Rezension enthält Werbelinks.


Montag, 15. Januar 2018

"Der Weg des Fuchses" von Rose Lee Wayne

Kinky ...

Ken Takura kann sich eigentlich alles leisten, was er möchte, auch wenn er sein Geld nicht immer auf legalem Weg verdient hat. Die amerikanische Staatsbürgerschaft kann man allerdings nicht so leicht kaufen, deshalb kommt er auf die Idee mit einer Amerikanerin eine Scheinehe auf Zeit einzugehen. Der Spieler Richard Jordan hat Schulden bei Ken und eine hübsche, junge Tochter …
Jasmine ist zunächst stinksauer auf ihren Vater und den eiskalten Yakusa-Boss, die sie vor eine unmögliche Wahl stellen. Allerdings ist sie realistisch genug, zu begreifen, dass es ein gutes Geschäft ist, wenn zwei Jahre Ehe ihren Vater von seinen Schulden befreien und sie mit einer mehr als großzügigen Abfindung zurücklassen. Entschlossen, aus der Situation das Beste zu machen, muss sich Jasmine bald fragen, ob sie tatsächlich nur ein Vertrag an Ken bindet, oder ob doch Gefühle im Spiel sind. Wird er sie kampflos wieder gehen lassen und – viel wichtiger – will sie das überhaupt?

Mit „Der Weg des Fuchses“ schlägt eine bekannte Autorin unter dem neuen Pseudonym Rose Lee Wayne einen etwas anderen Weg ein. Die Story ist nicht unbedingt Mainstream, dafür punktet sie mit eigenwilligen und interessanten Charakteren, die ihren ganz eigenen Weg gehen. Jasmine ist kein verhuschtes Mäuschen, sondern eine kluge, selbstbewusste junge Frau. Ken ist davon manchmal amüsiert, manchmal irritiert und zunehmend fasziniert. Mehr und mehr erkennt er in Jasmine die starke und kluge Partnerin, die er sich immer gewünscht hat.
Ziemlich heiß wird es, als sich die beiden ihren jeweiligen Kink gestehen. Was der coole Tätowierer Ryan damit zu tun hat, sollte jeder für sich selbst herausfinden.

Der Weg des Fuchses“ spart nicht mit expliziten Szenen, denen es aber nie an Sinnlichkeit fehlt. Ken und Jasmine haben mal harten und leidenschaftlichen Sex miteinander, mal zärtlichen. Die M/F/M-Szene ist überraschend anders und dabei ziemlich heiß.
Besonders gefällt mir, dass alle drei sich nicht um Konventionen scheren. Sie stehen offen zu ihren Neigungen und machen, was für sie selbst das Richtige ist.

Fazit: Macht definitiv Lust auf mehr. Deshalb 5 Punkte und eine Leseempfehlung.


P.S.: Wer sich am Ende des Buchs das kleine Give-Away sichert, dem erschließt sich auch, unter welchem Namen die Autorin sonst noch veröffentlicht. ;)

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 Hier kann man das Buch von Rose Lee Wayne kaufen:
- "Der Weg des Fuchses(Ken, Jasmine und Ryan)
- "Die neun Leben des Löwen(Ryan, Ruslan und Maggie)

Übrigens hat "Der Weg des Fuchses" ein neues Cover, das mir sehr gut gefällt und außerdem perfekt zu dem des zweiten Bandes der Serie passt.


Bildquelle: amazon

# Die Rezension enthält Werbelinks.