Mittwoch, 4. März 2015

"Back and Beyond" von Clannon Miller


Drunter und drüber?

Eigentlich heißt „Back and Beyond“ nach meinem Verständnis „Zurück und darüber hinaus“. Die Übersetzung von „in the back of beyond“ … passt. Die darf ich in einer Rezi bei amazon nicht schreiben. Hier schon: Es heißt "am Arsch der Welt". ;D

Anna ist Archäologin, Spezialgebiet Mittelalter. Sie beschäftigt sich mehr mit Dingen, die schon vor Jahrhunderten passiert sind, als mit dem aktuellen Tagesgeschehen. Das schließt so profane Dinge wie Haushalt und Freundschaften mit ein. Als ihr Prof, der gleichzeitig auch ihr Lover ist, die berufliche und private Zweisamkeit aufkündigt, steht sie vor dem Nichts und flieht zurück zu ihrem Vater aufs platte Land. Stellen für promovierte Archäologen sind selten, also beantwortete sie voller Frust und mit leicht geschwindelten Angaben auf eine Anzeige in „Landwirtschaftlichen Wochenblatt“.

Das ist der Anfang eines unglaublichen Abenteuers, dass Anna um die halbe Welt ins australische Outback führt (Halt an den "Arsch der Welt".) Was sie dort findet, verändert nicht nur ihr Leben für immer. Robert „Bob“ Bendrich ist Macho, Rinderzüchter, Unternehmer und Vater. Was es aber damit auf sich hat, ist für Anna nicht so ganz einfach zu verstehen. Irgendetwas verschweigt Bob ihr und trotz eines spontanen Heiratsantrags spricht er nie von Liebe. Dumm, dass Anna ihr Herz längst in den Weiten der australischen Steppe verloren hat und sich ein Leben ohne Robert und seine wilden Kinder nicht mehr vorstellen kann.

Mit  „Back and Beyond legt Clannon Miller ihren mittlerweile 4. Roman vor. Wie immer findet man interessante Charaktere, die nicht ganz dem Mainstream entsprechen. Anna als verpeilte Wissenschaftlerin, die unversehens vier Kinder und einen Haushalt versorgen muss, sorgt für so manchen Lacher. Für die wirklich heißen Szenen kommt dann Obermacho Bob auf den Plan, Annas absoluter Traummann.

Man kann und darf die Geschichte nicht allzu ernst nehmen. Darum geht es aber auch nicht. Es macht einfach Spaß mitzuerleben, wie Anna in Australien ankommt und zuerst einmal alles drunter und drüber geht. Nach und nach wächst sie aber über sich hinaus und steht schließlich mit beiden Beinen im Leben. Manchmal erinnert die Geschichte ein wenig an den alten Film: „Ein Goldfisch fällt ins Wasser“ in dem Kurt Russel Goldie Hawn davon überzeugt, seine ungebärdigen Söhne zu versorgen. Aber Anna hat keine Amnesie, sondern weiß genau wer sie ist. In Australien lernt sie außerdem zu sich zu stehen und findet heraus, wer sie in Zukunft sein möchte.

Auch Robert macht eine Entwicklung durch. Vom kalten Mann, der Angst vor der Liebe hat, geht er einen steinigen Weg. Er muss lernen, dass er nicht immer mit dem Kopf durch die Wand kann und dass „Mann“ hin und wieder einen Ratschlag annehmen sollte, wenn man sein Glück nichts aufs Spiel setzen will.

Gut gefallen hat mir außerdem die Beschreibung des australischen Outbacks und der Menschen die darin leben. Das Buch spielt übrigens 1989. Für die Jüngeren ist es wahrscheinlich kaum vorstellbar, wochenlang ohne Telefon und internet zu leben, also weder den ständigen Kontakt mit Freunden pflegen zu können, noch mal eben schnell etwas googeln zu können. Wie sich auch ohne dieses Medium Klatsch unfassbar schnell verbreitet, kann jeder nachvollziehen, der einmal eine Weile wirklich auf dem Land gelebt hat, egal ob in Australien oder in Deutschland.

Fazit: Witzig-spannende Romanze vor großartiger Kulisse. Von mir gibt es für  „Back and Beyond 5 Punkte und eine Leseempfehlung.

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 „Back and Beyond von Clannon Miller

Bildquelle: amazon

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