Dienstag, 29. März 2016

"Ein Callboy kommt selten allein" von Ann Westphal

Kopfkino versus Realität

Bei Marc springt sofort das Kopfkino an, als er Sophie zum ersten Mal sieht. Leider ist er grade beruflich mit einer anderen Frau unterwegs und sie will mit Sicherheit nicht wissen, wozu er seine Fantasie benutzt …
Sophie hütet ihr Herz wie einen Schatz. Nach einer großen Enttäuschung glaubt sie nicht mehr wirklich an die Liebe und die Männer scheinen in ihr immer nur eine nette Affäre zu sehen. Wieso nur fühlt sie sich ausgerechnet von Marc angezogen, der in ihren Augen oberflächlicher nicht sein könnte. Seinen anrüchigen Nebenjob hat er anscheinend nur, weil er die Finger nicht von seinen teuren Hobbys lassen kann. Und von den Frauen. Zumindest dienstlich nicht …

Ein Callboy kommt selten allein“ ist – mal abgesehen von der eindeutig zweideutigen Anspielung – der zweite Teil der Callboy-Serie von Ann Westphal. Marc und Sophie lernt man schon im ersten Teil „Little ... einmal nur“ kennen und hier wird ihre Geschichte erzählt.
In der Realität scheint Marc ein Lebemann zu sein, der mehr Geld ausgibt, als er mit seinem regulären Job verdienen kann. Es wirkt schon fast berechnend, dass er als Callboy arbeitet, statt Affären zu haben. So genießt er gutes Essen, interessante Veranstaltungen und Sex in teuren Hotelzimmern. Statt dafür zu bezahlen, verdient er noch Geld damit.

Sophie ist, wenn auch ein wenig gezwungenermaßen, deutlich bescheidener. Sie hat einmal nach den Sternen gegriffen und ist tief gefallen. Daran hat sie immer noch zu knabbern, nicht nur finanziell. Ihr Verständnis für Extravaganzen ist mehr als begrenzt.

Erst ein Schicksalsschlag bringt Sophie und Marc näher zusammen und die beiden lernen sich nun unter völlig anderen Voraussetzungen neu kennen. Dieser Teil der Geschichte ist hauptsächlich aus Sophies Sicht erzählt, so dass man als Leser mit ihr zusammen nach und nach hinter Marcs Geheimnisse kommt.

Für mich hat – auch bedingt durch Marcs Unfall – der zweite Teil der Serie nicht ganz die wunderbare Leichtigkeit, den die anderen Bücher aufweisen. Marc und Sophie müssen sich mit einer gehörigen Portion Dramatik und mit einigen Missverständnissen herumschlagen, bevor sie – hoffentlich – ihr gemeinsames Glück finden. Dass die Geschichte ein wenig ernster ist, heißt aber nicht, dass sie schlechter ist. Man kann und will das Buch nicht aus der Hand legen, bevor man weiß ob und wie Sophie und Marc es schaffen, sich zusammenzuraufen.

Interessanterweise schafft es Ann Westphal, dass neben ihren sexy Helden auch immer sympathische Heldinnen stehen. Während ich beim Lesen der Serie sonst immer vergnügt den Noch- oder Ex-Callboy (und im letzten Teil den „Engel“) anschmachte, habe ich eine Weile gebraucht, um mit Marc warm zu werden. Sophie dagegen ist mir schon in den ersten Seiten ans Herz gewachsen und ich musste unbedingt wissen, ob Marc sie überhaupt „verdient“ hat.

Fazit: Gelungener zweiter Teil einer erstklassigen Serie! Marc und Sophie erhalten von mir solide 5 Punkte und eine Leseempfehlung, die übrigens für alle Teile der Callboy-Reihe gilt.

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 "Ein Callboy kommt selten allein"

Übersicht über die Reihe:
Band 1: "Little ... einmal nur" (Tom und Caro)
Band 2: "Ein Callboy kommt selten allein" (Marc und Sophie)

Band 3: 
"Leo – Auftragslover küsst man nicht" (Leo und Jo)
Band 4: "Callboy gesucht - Engel gefunden" (Gabriel und Mona alias M)

Bildquelle: amazon

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