Mittwoch, 24. Juni 2020

"Kiss me, Doc!" von Clannon Miller

Spannend, lustig, erotisch ... Unbeding lesen!

Ein Feuer hat alles zerstört, was Willows ohnehin nicht perfektes Leben ausmachte. Doch als sie sich zu einer Verzweiflungstat hinreißen lässt und den als eiskalt geltenden Wissenschaftler James Maxwell bestiehlt, trudelt sie damit noch weiter in den Abgrund hinein. Der feine Herr Professor erwischt sie nämlich auf frischer Tat und ist sich nicht zu schade, sie schamlos auszunutzen. Naja, eigentlich macht er ihr ein unmoralisches Angebot. Dass fällt überraschend großzügig aus und wenn James sie nicht gerade anschreit, ist er eigentlich ziemlich nett. Zumindest für einen genialen Erfinder, der die meisten Menschen verachtet und jedes Gefühl mit ein paar hochtrabenden Worten auf die Ausschüttung von ein paar Hormonen reduziert.
Willow wird nicht so recht schlau aus James, aber gegen ihren Willen verliert sie ihr Herz jeden Tag ein wenig mehr an ihn. Leider glaubt James so gar nicht an die Liebe …

Yeah! Clannon Miller hat es wieder geschafft!!! „
Kiss me, Doc!“ ist ein Romantic Thriller, den man nicht mehr aus der Hand legen kann (oder möchte), wenn man einmal angefangen hat. Geschickt werden eine ebenso witzige wie romantische Love-Story und eine spannende Intrige miteinander verflochten. Natürlich würde James sich mit Händen und Füssen – oder wahrscheinlich noch eher mit einem herablassenden Kommentar – gegen die Unterstellung „romantisch“ zu sein wehren. 😊 Aber der gute Mann hat einfach keine Ahnung von Gefühlen und gibt das auch offen zu. Er braucht seine Zeit, um zu verstehen, wie wichtig Willow ihm ist – und wie wenig er das mit Logik erklären kann.

Willow kommt am Anfang ein wenig … einfältig daher. Denn Eindruck erweckt sie beim Leser aber nicht wegen ihrer Sprachstörung, sondern weil sie sich von ihrer Großmutter in eine ausweglose Situation manövrieren lässt. Erst im Lauf der Geschichte erschließt sich, was dahintersteckt und man kann Willow immer besser verstehen.
Es macht unheimlichen Spaß mitzuerleben, wie sich nicht nur Willow – die ja mit ihren knapp 21 Jahren noch recht jung ist -, sondern auch James weiterentwickeln. Als Leser folgt man voller Vergnügen den Wortduellen der beiden, die auf ganz unterschiedlichen Ebenen ablaufen. Wirklich Sprechen kann Willow nicht immer, aber zusammen mit James wird man als Leser ziemlich gut darin, ihre kurzen Sätze und ihr vielsagendes Schweigen zu deuten. Ziemlich amüsant sind ihre ausdrucksstarken Briefe, nicht zuletzt deshalb, weil sie James damit die Möglichkeit nimmt, ihr ins Wort fallen, vom Thema abzulenken, oder ihre Argumente in den Wind zu schlagen.

Sehr interessant in „Kiss me, Doc!“ sind nicht nur Willow und James, sondern auch die Nebencharaktere, die überraschend viele Ecken und Kanten haben und im Verlauf der Geschichte mit mehr als einer Überraschung aufwarten. Am liebsten würde ich noch viel mehr von Burns, Richmond und dem angeblich so schweigsamen Laskowski erfahren. Und wie hat es Cooper geschafft, in nur 15 Jahren ein riesiges Unternehmen aufzubauen? Kurz gesagt: Wie geht es weiter mit allen???

Neben dem Thrilleranteil gehört natürlich in jeden Buch von Clannon Miller eine weiter Komponente: Ziemlich offenherzig wird geschildert, was im Schlafzimmer passiert. Oder im Flur, unter der Dusche und auf dem Küchentisch …
Ich muss gestehen, dass ich hier zu Beginn meine Schwierigkeiten mit den erotischen Szenen hatte. James ist nicht gerade sanft zu Willow, und das ganze wird sehr deutlich geschildert. Man darf aber eines nicht vergessen: Willow ist mündig, ganz und gar nicht dumm und lebt im 21. Jahrhundert (auch wenn das in der irischen Provinz scheinbar noch nicht überall angekommen ist). Sie weiß genau worauf sie sich einlässt, was sie will und ihr „erstes Mal“ ist eigentlich viel realistischer geschildert, als man das gewöhnlich in Liebesromane zu lesen bekommt. Clannon Miller schafft etwas, was scheinbar unvereinbar ist: Die erotischen Szenen sind heiß und doch … witzig. Man kann dieses Buch nicht lesen, ohne hin und wieder laut und herzlich zu lachen. Feine Ironie und ein gewisser Sarkasmus ziehen sich wie ein roter Faden durch die komplette Story und sorgen dafür, dass sie an keiner Stelle kippt, zu flach oder oberlehrerhaft wird. Mal abgesehen von der erotischen Romanze und dem humorvollen Thriller findet man nämlich auch jede Menge Bezüge zu aktuellen Problemen. Da bekommt nicht nur ein gewisser mächtiger Mann mit einer unnatürlich orangenen Hautfarbe sein Fett weg, sondern auch die katholische Kirche, arrogante Machos und egozentrische Tussis.

Fazit:
Kiss me, Doc!“ ist … einfach herrlich. Spannend, lustig, erotisch, voller sympathischer Charaktere und unerwarteter aber nie unglaubwürdiger Wendungen. Mir hat die Story super gefallen und ich weiß jetzt schon, dass sie gleich noch mal lesen werde. Von mir gibt des mindestens 5 Sterne und eine bedingungslose Leseempfehlung!

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Bildquelle: amazon

# Die Rezension enthält Werbelinks.

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