Montag, 29. Februar 2016

"Das Auge des Fotografen" von Leann Porter

Heiße Romanze mit Urban-Fantasy-Elementen

Val ist Student und hat außerdem Schulden bei einem Kredithai. Deshalb muss er neben dem Studium in gleich zwei Jobs schuften. Für ein ausgefülltes Liebesleben bleibt kaum Zeit, außerdem schwärmt er für den heißen Antonio und will unbedingt mehr als die kurzen, gestohlenen Momente, die sie miteinander verbringen. Leider gibt sich sein Schwarm immer sehr distanziert. Trotzdem hilft Antonio Val in einer brenzligen Situation. Zwar fordert er als Gegenleistung Hilfe bei der Renovierung eines alten Hauses, aber Val dämmert ziemlich schnell, dass dies die ideale Gelegenheit ist, sich nicht nur ein wenig näher zu kommen. Auch Antonio scheint die erotischen Zwischenspiele sehr zu genießen.
Val sieht den siebten Himmel schon zum Greifen nahe, als Antonios Geschwister sich unerwartet einmischen und Missverständnisse, Lügen und Geheimnisse ihn abrupt auf den Boden der Tatsachen zurück holen. Plötzlich ist nicht nur eine Beziehung zu Ende, bevor sie richtig angefangen hat, sondern er schwebt in Lebensgefahr und auch seine Freunde werden bedroht.


Ich habe in letzter Zeit alles von Leann Porter gelesen und war restlos begeistert. Ich werde mich auch in Zukunft auf jedes Buch stürzen, dass die Autorin auf den Markt bringt, weil sie einen wundervollen Stil hat, mit tollen Charakteren aufwartet und Geschichten erzählt, die unter die Haut gehen. Dass sie erotische Szenen so sinnlich beschreibt, dass man nicht genug davon bekommen kann ist ein zusätzlicher Bonus. Dazu kommt noch ein augenzwinkernder Humor, der manchmal an unerwarteter Stelle aufblitzt, aber immer genau passt.

Trotzdem hatte ich mit „Das Auge des Fotografen“ meine Schwierigkeiten. Ich liebe sehr viele der Szenen und eigentlich alle Figuren in dem Roman. Besonders die heißen Spiele zwischen Antonie und Val sind wunderbar beschrieben. Ich habe das Buch kaum aus der Hand legen können und bin trotzdem am Ende ein wenig unzufrieden. Vielleicht liegt meine Messlatte bei Leann Porter mittlerweile auch einfach sehr hoch. Die Autorin hat nämlich nicht nur ein Händchen für tolle Geschichten, sie beherrscht auch noch ihr Handwerk perfekt. 

Fazit: Warum ich mit „Das Auge des Fotografen“ nicht zu 100 % glücklich bin, kann ich nicht sagen ohne ein wenig zu spoilern, deshalb meine Bewertung vorweg: Ich geben dem Buch 4 Punkte und eine Leseempfehlung für alle, die sinnliche Urban Fantasy mögen.
Wenn es jemals eine Fortsetzung gibt, werde ich die Bewertung vermutlich nach oben korrigieren.

Achtung! Ab hier SPOILER möglich!!!

Ich liebe sowohl Romanzen, als auch Fantasy. Eine Mischung ist also eigentlich optimal. Das „Das Auge des Fotografen“ wird konsequent aus Vals Sicht erzählt, also weiß ich als Leser auch immer nur das, was er weiß. Manchmal hatte ich sogar das Gefühl, der würde mir ein paar Infos vorenthalten. Ich bin mir nicht ganz sicher (Ehrlich nicht!), ob ich Leann Porter dafür bewundern soll, wie geschickt sie die Denkweise eines hormongesteuerte Studenten wiedergibt, der nichts anderes im Sinn hat als seinen Schwarm ins Bett zu zerren oder mich darüber ärgern soll, wie lange es dauert, bis sich Val mal wieder aufrafft über andere, auch wichtige Dinge nachzudenken. Es dauert zum Beispiel sehr lange, bis man erfährt, warum er eigentlich Schulden bei einem Kredithai hat. Es dauert auch lange, bis Val erkennt (und damit dann endlich auch der Leser) erkennt, dass Antonio nicht einfach der heiße Bruder eines Pizzabäckers ist. Erst als er Tonys andere Geschwister kennenlernt, dämmert ihm, das etwas „nicht stimmt“. Gemeinsam mit Val findet der Leser erst nach und nach heraus, worum es eigentlich geht.

Leider ist das Buch an der Stelle zu Ende, in der endlich alle Karten auf dem Tisch liegen.

Für eine Romanze wäre das ok, weil sich Val und Antonio nach einigen Krisen wieder zusammengerauft haben. Man spürt, dass sie sich lieben und die Chance auf eine gemeinsame Zukunft ergreifen wollen. Die Widerstände sind noch nicht komplett ausgeräumt, aber sie wollen jetzt zusammen kämpfen.
Was für mich nicht befriedigend endet, ist der Fantasy-Teil. Um im Bild mit den Karten zu bleiben: Jetzt, wo sie alle auf dem Tisch liegen, kann das Spiel eigentlich erst richtig los gehen. Der ist Fantasy-Plot richtig toll angelegt, mit Figuren, die deutlich mehr Tiefe haben, als man im ersten Moment glaubt und die sich wunderbar entwickeln. Leann Porter schafft es sogar, die Motive beider Seiten plausibel zu machen, statt auf simple Helden/Schurken-Klischees zu setzen. Aber hier bleiben in meinen Augen zu viele Dinge offen. Vielleicht wäre ich schon mit dem Hinweis auf einen geplanten zweiten Band zufrieden gewesen.

Nun sitze ich da und frage mich, was aus Flo und Kai / Karran, was aus Barran, was aus Antonios Geschwistern und - nicht zuletzt - aus Val selbst wird. Schließlich hat er immer noch ein ziemlich großes Geheimnis vor Antonio, das in dem Buch seine Handlungen entscheidend beeinflusst, ohne aufgelöst zu werden. Dieses merkwürdig offene Ende wirkt auf mich sehr unrund, fast abgehackt, und hat die Geschichte einen Punkt gekostet.

Falls es einmal eine Fortsetzung geben sollte, sehe ich das wahrscheinlich anders und werde nicht nur diese Story noch einmal lesen, sondern auch neu bewerten. Ich WILL unbedingt mehr von Val, Antonio, ihrer Liebe und den Kämpfen in die sie und ihre Freunde verstrickt sind, erfahren.

Sich noch einmal in das Buch zu vertiefen ist übrigens keine Strafe. Im Gegenteil. Erwähnte ich schon, wie heiß Antonio und Val zusammen sind? Nur einmal? Das kann man nämlich nicht oft genug sagen. Alleine dafür lohnt es sich die Geschichte, besonders aber gewisse Szenen, immer wieder zu lesen …

aben wollen? 
 Hier kann man die Bücher von Leann Porter kaufen:
- "Das Auge des Fotografen" (Urban Fantasy)

- "Die Sturmfalken von Olbian" (High Fantasy)
- "Die Rache des Sidhe" (High Fantasy)

- "Cooler als Caipirinha" (Gegenwartsliteratur, Romanze)
Fleckenteufel und Drachentöter“ (Gegenwartsliteratur, Romanze)

Ich mag jedes der Bücher, empfehle aber besonders "Die Sturmfalken von Olbian" und Fleckenteufel und Drachentöter“ die es beide auf die Liste meiner "All Time Favorites" geschafft haben.

Bildquelle: Dead Soft Verlag
(Ein Besuch auf der Homepage des Verlages lohnt sich. Immer!!! 
Selbst wenn er neue Begehrlichkeiten weckt ... *sfz*)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen