Mittwoch, 25. März 2020

"Earl of Night: Historischer Liebesroman" von Clannon Miller

Aus der Dunkelheit ins helle Licht …

Das Schicksal hat es nicht gut mit der jungen Maddy gemeint: Schon lange ist ihr Vater dem Glücksspiel verfallen, doch kurz vor seinem Tod scheint er verrückt geworden zu sein! Hat er tatsächlich die Hand seiner eigenen Tochter an einen finsteren Earl verloren, der im Verdacht steht, seinen eigenen Bruder ermordet zu haben und seitdem so grausam entstellt ist, dass er sich niemandem mehr zeigt? Zu Maddys Entsetzen besteht der Earl auf einer Heirat und verlangt auch von ihr, ihren ehelichen Pflichten nachzukommen. Doch ganz langsam bemerkt sie, dass mehr hinter der dunklen Maske und dem unbändigen Zorn steckt, der Lord John Sutton begleitet wie ein Schatten, als alle Welt glaubt.

Historicals, die an „Die Schöne und das Biest“ angelehnt sind, gibt es wie Sand am Meer. Kennt man eines, kennt man eigentlich alle. Aber halt! Dieses hier ist von Clannon Miller, die es immer wieder schafft ihre Leser nicht nur mit ungewöhnlichen Held*innen zu überraschen, eine Geschichte mit völlig unerwarteten Wendungen zu erzählen und bei der man für sein Geld keine dünne Schmonzette, sondern einen richtig dicken Wälzer bekommt, den man trotzdem keine Sekunde aus der Hand legen möchte, bis man weiß ob und wie er endet.

Earl of Night“ passt haargenau in diese Reihe. Zwar mag man am Anfang noch das Gefühl haben: „Die Story kenne ich doch schon so ähnlich!“, doch die sympathische, unkonventionelle und couragierte Maddy nimmt einen schnell gefangen. Man möchte unbedingt wissen, was aus ihr wird. Wieder einmal schafft es Clannon Miller aus eigentlich bekannten Elementen etwas erfrischend Neues und richtig Gutes zu schaffen. Maddy ist eine der Heldinnen, mit denen man sich gerne identifiziert: Sie ist weder perfekt noch ohne Angst. Doch statt mit dem Schicksal zu hadern, nimmt sie es mutig an und macht das Beste aus ihrer Situation, bricht dabei auch Regeln und Konventionen.

Es macht richtig Spaß, sie auf ihrem Weg zu begleiten!

Es dauert dagegen eine Weile, bis man mit John Sutton richtig warm wird. Zwar zeigt er von Anfang an, dass er kein schlechter Mensch ist, aber manche seiner Reaktionen und Aktionen irritieren nicht nur Maddy gewaltig. Es dauert seine Zeit, bis man – zusammen mit Maddy – versteht, was den Mann wirklich antreibt. Allerdings ist es von Anfang an ziemlich amüsant, die beiden miteinander zu erleben. Dunkelheit und Licht prallen aufeinander und dabei fliegen Funken in alle Richtungen. Überraschend und kein bisschen peinlich sind übrigens von Anfang an die erotischen Szenen. Wirklich faszinierend ist dabei, dass ein Held präsentiert wird, der nicht nur eine Narbe hat, die sich später als verwegene herausstellt und sein gutes Aussehen nur unterstreicht. John ist und bleibt äußerlich entstellt. Das wird immer so bleiben, doch Maddy schafft es, wieder Licht in sein Inneres zu bringen und den Earl aus der ewigen Dunkelheit, mit der er sich umgibt, zu locken.

Abgerundet wird die romantisch-sinnliche Liebesgeschichte durch einen bis zum Ende spannenden Krimi-Plot. Ok, man ahnt natürlich, dass John kein Mörder ist, aber wer steckt denn nun hinter dem schrecklichen Brand im Westturm, der ihn entstellt und so viele Leben gekostet hat?

Clannon Miller schafft es auch in „Earl of Night“ wieder, allen Personen in der Handlung Tiefe zu verleihen. Keiner ist nur gut oder nur böse, sie alle haben ihre Geheimnisse und Gründe für ihr Handeln. Das rechtfertigt natürlich nicht jede Tat, im Gegenteil! Aber als Leser erwischt man sich schnell dabei, nicht nur mit John und Maddy um ihr Glück zu fiebern, sondern auch mit ihren Verwandten und dienstbaren Geistern. Ganz nebenbei findet man dort eine fast schon philosophische Diskussion um den Unterschied von Recht und Gerechtigkeit …

*grins*
Übrigens: Natürlich ist WhatsApp im historischen England noch nicht erfunden, aber irgendwie wird man das Gefühl nicht los, John und Maddy würden quasi eine viktorianische Variante davon benutzen – mit allen Chancen und Risiken dieses Mediums.

Fazit:
Super!!! Tolle Story, klasse Heldin und zuerst dunkler, dann immer netter erscheinender Held. Der „Earl of Night“ nimmt nicht nur Maddy für sich ein, sondern begeistert jeden, der sich in die Geschichte vertieft. Satte 428 (!) Seiten garantieren mehr als nur ein paar vergnügte, spannende Lesestunden. Dafür gibt es von mir mindestens 5 Sterne und eine Leseempfehlung.


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Historische Romanze:
- "Earl of Night"


Freche Thriller:
- "Kissed by Trouble: Der Schatz von Akkad"
- "Kissed by Trouble2: Der King of Kings"

Erotische Romanzen:
- "First Night - Der Vertrag
- "First Day - Die Mission"
- "Pygmalion - perfekt unverliebt"
 "Back and Beyond 
"Harvestine

SF-Fantasy-Erotic-Lovestorys:

- "Valkyria - Teil 1: Schwanengesang"
- "Valkyria - Teil 2: Wolfszauber
- "Valkyria - Teil 3: Elfensturm

Bildquelle: amazon




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